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Geschichte

Nach seiner Gründung in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde Mittweida 1209 erstmals indirekt erwähnt. Die Erstnennung als Stadt erfolgte 1286 in einer Urkunde Heinrichs des Erlauchten, Markgraf von Meißen. Mittweida war schon zeitig unabhängig. Nach 1360 bildete sich eine Ratsverfassung heraus, das heißt die Stadt wurde von einem Ratskollegium mit einem Bürgermeister an der Spitze regiert. Die niedere Gerichtsbarkeit (Erbgerichte) erwarb Mittweida 1398. Im Jahr 1423 folgte die obere Gerichtsbarkeit.

Mittweida war im Mittelalter von einer Stadtmauer mit vier Stadttoren umgeben. Der heutige Stadtgrundriss im Zentrum wurde bereits im 14. Jahrhundert gelegt.
Anfang des 15. Jahrhunderts gründeten sich Innungen der Tuchmacher, Schuhmacher, Bäcker und Schneider. Im gleichen Atemzug wurde die Leinewebproduktion aufgenommen. Mitte des 16. Jahrhunderts war Mittweida ein Leinenhandelszentrum. Eine weitere große Bedeutung hatte die Bierbrauerei. 1509 wurde die Brau- und Malzordnung der Stadt Mittweida bestätigt. Im 16. Jahrhundert gab es bereits 206 brauberechtige Häuser. Während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert geriet die Textilindustrie in einen Aufschwung. 1816 befand sich die erste Spinnerei in Mittweida in der Großmühle (Standort der heutigen Baumwollspinnerei). Im gleichen Jahr fand die Eröffnung der Eisenbahnlinie Chemnitz-Riesa statt. 1853 wurde das Gebäude für das "Königliche Landgericht" am Markt eingeweiht. Im Jahr 1866 wurde die erste mechanische Weberei in Mittweida gegründet. Zur Gründung des "Technicum Mittweida" kam es im Jahr 1867. Drei Jahre später, 1870, wurde der spätere Schriftsteller Karl May im damaligen königlich-sächsischen Bezirksgericht zu Mittweida zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. In den folgenden Jahren kam es zur Ansiedlung weiterer Maschinenfabriken, Färbereien und Nähereien. Weiterhin entstanden im Zschopautal mehrere Steinbrüche. Am 25. Februar 1909 wurde die Industriebahnstrecke von Mittweida nach Ringethal eröffnet. Der Tourismus entwickelte sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das romantische Zschopautal - die "Mittweidaer Schweiz" wurde erschlossen. In den Jahren 1929/1930 entstand die Talsperre Kriebstein, ein Kleinod vor den Toren der Stadt.

Im ersten und zweiten Weltkrieg gab es in Mittweida keine größeren Schäden. Am 15. April 1945 wurde Mittweida durch amerikanische Truppen besetzt. Kurz darauf, am 7. Mai 1945, durchzogen sowjetische Kolonnen die Stadt. Die Errichtung einer sowjetischen Kommandantur erfolgte am 16. Mai 1945 im Rathaus, Rochlitzer Straße 3. Am 12. Mai 1647 wurde diese allerdings aufgelöst und zur Kreiskommandantur nach Rochlitz überführt.

An der Goethestraße kam es 1950 zur Grundsteinlegung für Mittweidas erstes Neubaugebiet. 1963 wurde schließlich der Grundstein für das Neubaugebiet zwischen Lauenhain und Rößgen gelegt. Ende der 60er Jahre wies Mittweida eine Bevölkerung über 20.000 Einwohner auf. Die Industrialisierung setzte sich fort. Neue Standorte in den Branchen Elektrotechnik/Elektronik, Metallindustrie, Maschinenbau, Nährmittelwerk und Holzbau ließen sich nieder. Im Jahr 1982 wurden die Busabfahrtsstellen vom Markt auf den neugebauten Busbahnhof parallel zur Zimmerstraße verlagert. Nach der Wende erfolgte ein Strukturwandel, die Textilindustrie kam fast zum Erliegen. In diesem Zusammenhang entstehen zahlreiche Industriebrachen (Möbelstoff- und Plüschweberei, Lederfabrik, Steinzeugwerk u.a.). Gleichzeitig entstanden neue Handels-, Gewerbe- und Wohngebiete, unter anderem die Kaufhäuser am Markt und an der Schillerstraße. Im Jahr 1993 erhielt Mittweida sein Rathaus zurück. Die Originalglocke von 1695 wurde zurückgeführt. Noch im gleichen Jahr kam es zur Erschließung des Gewerbegebietes Leipziger Straße (zum Beispiel Technologiepark, Techtex, Altstoffentsorgungsbetrieb und einer Werkstatt für Behinderte).
Des Weiteren wurde begonnen das Wohngebiet an der Lauenhainer Straße zu sanieren. Die Erschließung der Wohnbebauung am Ringethaler Weg erfolgte 1994. In den folgenden Jahren wurden weitere Eingemeindungen vorgenommen (1994: Ringethal/Falkenhain, 1996: Frankenau/Thalheim, 1999: Lauenhain/Tanneberg). Am 01. August 1994 wurde Mittweida zur Kreisstadt mit Sitz der Kreisverwaltung. In der Zeit nach der Jahrtausendwende folgten zahlreiche Umgestaltungen in der Innenstadt (Weberstraße/Rochlitzer Straße 2003 - 2005; Markt 2004 - 2005). In den Jahren 2006 bis 2007 begann man mit dem Abbruch von verschiedenen leer stehenden Wohnhäusern im Ostteil der Stadt und dem Abriss verschiedener Industriebrachen (Steinzeugwerk, Ruma, Brauerei, Spinnerei Weißthal). Durch die Im Jahr 2008 erfolgte Auflösung des Landkreises Mittelsachsen verlor die Stadt den Sitz des Landratsamtes an Freiberg. Mittweida wurde zur "großen Kreisstadt" erhoben.

Stadtbrände:
  • 1306: König Albrecht v. Habsburg belagerte und zerstörte Mittweida.

  • 1450: Während des Sächsischen Bruderkrieges wurde die Stadt von Böhmischen Kriegern in Brand gesteckt.

  • 1498: In Mittweida wütete ein größerer Brand bei dem unter anderem das Rathaus vernichtet wurde.

  • 1551,1624 1672,1693: Diverse Stadtbrände zerstörten Mittweida

  • 1868: Es fand ein großer Brand an der Ostseite des Marktes statt.

  • 1914: Die Nordseite des Marktes fiel einem Brand zum Opfer.

  • 1963: Große Zerstörung führte auch der Marktbrand auf der Westseite des Marktes herbei.

Das Wappen

Die Markgrafen von Meißen (Wettiner) waren bis 1423 die Stadtherren von Mittweida und führten den Löwen als ihr Wappentier.

Der Löwe des Mittweidaer Wappens ist seit 1423 in dem überlieferten Stadtsiegel nachweisbar und durch die Jahrhunderte beibehalten worden. Lediglich wechselte mehrfach die Darstellung der Löwenfigur. Das Stadtwappen wurde nach einem Gutachten des damaligen Hauptstaatsarchives aus dem Jahre 1894 revidiert und im Jahre 1938 erneut bestätigt.
Das Banner der Stadt trägt die Farben schwarz-gold mit in der Mitte befindlichem Wappen.