Gehe zum Inhalt, überspringe Menüs

 

Meppens Vergangenheit in Auszügen

Die nahe der niederländischen Grenze gelegene emsländische Kreisstadt Meppen kann auf eine mehr als zwölfhundertjährige Geschichte zurückblicken. Verschiedene Gebäude, wie das historische Rathaus mit seinem Untergeschoss aus dem Jahr 1408, die Gymnasialkirche oder die Arenbergische Rentei erinnern daran. Eine Besonderheit stellt der mit Linden und Eichen bepflanzte ehemalige Gegenwall der Verteidigungsanlage rund um den Altstadtkern dar einmalig in Nordwestdeutschland. Als denkmalgeschütztes Bauwerk zeugt er von der langen Zeit als Festungsstadt

Um 780
Karl der Große lässt im Rahmen der Sachsenmissionierung im Mündungsbereich der Hase in die Ems, neben dem bereits bestehenden Hof Meppen, eine Taufkirche bauen. Daraus entwickelt sich eine Missionszelle.

834
Ludwig der Fromme, der Sohn Karls des Großen, verschenkt die Missionszelle Meppen mitsamt den dazugehörigen Kirchen, Haupthöfen, Äckern, Wäldern und Wiesen an das Kloster Corvey an der Weser. Das hierüber ausgestellte Dokument enthält die erste urkundliche Erwähnung Meppens.

945/46
Otto I. gewährt Meppen Münz-, Marktund Zollrecht. Der Ort wird zum Marktflecken.

1252
Mit dem Verkauf der Besitzungen der Gräfin Jutta von Vechta-Ravensberg geht die weltliche Herrschaft an den Bischof von Münster über. Das Amt Meppen bildet zusammen mit den Ämtern Vechta und Cloppenburg das "Niederstift Münster".

1360
Bischof Adolf von Münster erteilt das Recht zur Befestigung mit Wall und Graben und erhebt Meppen zur Stadt. Die daraufhin errichteten Befestigungsanlagen überdauern, vielfach ausund umgebaut, Jahrhunderte.

1374
Innerhalb der Festung Meppen wird die Paulsburg errichtet. Sie wird fast vierhundert Jahre Sitz des Drosten und Unterkunft der Landesherren auf ihren Reisen im Emsland sein.

1408
Bau eines Rathauses für die Belange der wachsenden Verwaltung und zugleich für gemeinsame Feste der Bürger. Mehrfach erweitert, umgebaut und restauriert, ist es Wahrzeichen und Mittelpunkt der Stadt.

1461/62
Auf der eingangs erwähnten Taufkirche wird im gotischen Stil die Propsteikirche errichtet.

1532-1553
Unter dem Fürstbischof von Münster, Franz von Waldeck, wird die Reformation für das Niederstift Münster angeordnet.

1612
Gemäß dem Grundsatz des Augsburger Religionsfriedens (cuius regio, eius religio) schreibt Ferdinand von Bayern, Fürstbischof von Münster, den katholischen Glauben für das Niederstift Münster vor.

1614
Die Jesuiten nehmen ihre Arbeit im Emsland auf, können sich aber aufgrund der Wirren des 30-jährigen Krieges, in dem die Stadt abwechselnd von der katholischen Liga und der evanglischen Union behelligt wird, erst 1638 endgültig niederlassen.

1660
Der Ausbau der Festung Meppen wird unter Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen vollendet.

1668
Das Niederstift Münster scheidet aus dem Bistum Osnabrück aus und wird dem Bistum Münster eingegliedert. Somit vereinigt der Fürstbischof von Münster jetzt die geistliche und weltliche Oberhoheit.

1726-1729
Bau der Jesuiten-Residenz unter dem Superior Franz Kemper.

1743-1746
Nach den Entwürfen des Superiors Karl Immendorf wird die Gymnasialkirche gebaut.

1762
Die Festungswerke werden geschleift. Der Außenwall, die Contrescarpe, bleibt zunächst als Hochwasserschutz stehen und wird mit Bäumen bepflanzt. Heute lädt er zu innerstädtischen Spaziergängen ein.

1775-1803
Handel und Gewerbe in Meppen blühen auf. Im Mittelpunkt stehen: der Anbau, die Bearbeitung und der Versand des Kaffeeersatzproduktes Zichorie, der Bau von Seifensiedereien sowie das Transportwesen zu Wagen und zu Schiff.

1803
Durch den Beschluss der außerordentlichen Reichsdeputation fällt das bis dahin zum Niederstift Münster gehörende Amt Meppen dem Herzog Ludwig Engelbert von Arenberg zu. Meppen wird Landeshauptstadt der "Grafschaft Meppen".

1810-1813
Meppen gehört zu Frankreich und ist Sitz einer kaiserlich-französischen Unterpräfektur.

1815
Auf dem Wiener Kongress wird das Emsland dem Königreich Hannover zugeteilt.

1824
Das Amt Meppen wird kirchlich wieder dem Bistum Osnabrück zugeschlagen.

1826
Unter der Oberhoheit des Königs von Hannover wird das Herzogtum Arenberg-Meppen mit Meppen als Hauptstadt eingerichtet. Die standesherrlichen Rechte des Herzogs von Arenberg gelten bis zur Aufhebung 1875.

1827-1835
Bau des Hanekenkanals.

1851
Eröffnung des Krankenhauses Ludmillenstift.

1856
Eröffnung der Eisenbahnstrecke Rheine-Emden. Die erste Lokomotive fährt durch Meppen.

1858
Einweihung der Gustav-Adolf-Kirche.

1866
Das Königreich Hannover und damit das Emsland wird dem Preußischen Staatsverband eingegliedert.

1877
Anlage des Kruppschen Schießplatzes.

1892-1899
Bau des Dortmund-Ems-Kanals.

1920-1939
Neun staatliche Ämter werden in Meppen eingerichtet.

1945-1947
Meppen steht unter englischer und polnischer Besatzung.

1946
Das Emsland wird dem neu gebildeten Bundesland Niedersachsen zugeschlagen.

Febr. 1946
Letzte große Hochwasserkatastrophe im Emsland. Aufgrund mehrerer Deichbrüche steht das Wasser im Innenstadtbereich von Meppen über einen Meter hoch.

1950
Gründung der Emsland GmbH zur Erschließung des Emslandes.

1952-1957
Bau der Schleusengruppe.

1964-1988
Bau des innerstädtischen Verkehrsrings.

1973/74
Die Gebietsreform hat die Vergrößerung des Stadtgebietes zur Folge.

1974
Abschluss des vierspurigen Ausbaus der Umgehungsstraße (B 70).

1977
Meppen wird Kreisstadt des neu gegründeten Landkreises Emsland.

1978
Einrichtung der Fußgängerzonen "Markt" und "Bahnhofstraße"

1982-1984
Bau des Kreishauses in der Ordeniederung.

1984
Feier der ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt Meppen vor 1150 Jahren.

1991
Fertigstellung der Nordumgehung Meppen (B 402/E 233).

1998
"Tag der Niedersachsen" in Meppen.

2001
Mit der Kommunalwahl endet die kommunale Doppelspitze aus Bürgermeister und Stadtdirektor. Leiter der Stadtverwaltung ist wieder (wie vor 1946) der Bürgermeister.

2004
Lückenschluss der Emslandautobahn A 31.

2007
Seit Jahresmitte ist die E 233 zwischen der Emslandautobahn und der deutsch-niederländischen Grenze vierstreifig befahrbar. Am Euro-Industriepark in Meppen-Versen ist ein autobahnähnliches Verkehrskreuz entstanden.

2007
Im Herbst wird der Eurohafen Emsland feierlich eröffnet. Der gemeinsame Hafen der Städte Meppen und Haren verfügt über ein Hafenbecken mit vier Umschlagplätzen und ist über einen 700 m langen Stichkanal vom Dortmund-Ems-Kanal erreichbar.

2007
Der Neubau der Meppener Hubbrücke ist abgeschlossen. Die Freigabe erfolgt im November.

2010
Meppen feiert "650 Jahre Stadtrechte".

2010
Zwei Jahre dauerten die Arbeiten an der neuen Brücke über den Dortmund-Ems-Kanal. Im Juni wird sie für den Verkehr freigegeben.

2011
Das "Quartier Bahnhofstraße" wird abgerissen. Mit dem Bau eines Einkaufzentrums auf dem Gelände wird begonnen.

2012
Beginn der grundlegenden Sanierung des Windthorstplatzes und der Fußgängerzone. Erstmalige Auslobung des "Ludwig-Windthorst-Preises der Stadt Meppen".

2013
Der Startschuss zum Bahnhofsumbau fällt. Mitte Mai eröffnet die Meppener Einkaufspassage (MEP) ihre Tore.

2014
Die neu gestaltete Fußgängerzone wird eröffnet. Meppen hat sich zu einer stetig wachsenden, lebendigen Mittelstadt mit einem umfangreichen Angebot im schulischen, kulturellen und sportlichen Bereich und aufstrebender Wirtschaft entwickelt. Seine Lage im Grünen, an Ems, Dortmund-Ems-Kanal und Hase mit ihren entsprechenden Freizeitmöglichkeiten bringt Lebensqualität nicht nur für die inzwischen gut 36.000 Bewohner, sondern auch für immer mehr Besucher.