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Historisches - Aus der Geschichte der Ortsteile

Lauter

entstand 1159 durch die Ansiedlung fränkischer Bauern. Urkundlich erwähnt sind zunächst 14 Familien, die sich vom Schwarzwassertal aus günstigere Siedlungsstellen im heutigen Ort rodeten. Das frühere Lauterer Wappen, eine alleinstehende Tanne, weist darauf hin, dass der Ort in einem Waldgebiet entstanden ist. Das Gebiet galt als Reichslehen der Burggrafen zu Meißen und war Bestandteil des Gebirgsurwaldes - "Miriquidi", wie ihn römische Geschichtsschreiber nannten. In der Folgezeit ist die Ortsentwicklung Lauter´s mit der Gründung des "Klösterlein Zelle", mit der Entstehung des Ortes Aue und dem Einfluss der Herrschaft Schwarzenberg verbunden. Um 1250 entsteht die erste Lauterer Dorfkirche.

Die wirtschaftliche Entwicklung gründete sich anfänglich auf die bäuerlichen Familienbetriebe und wurde mit dem Entstehen des Erzbergbaus im Gebiet nachhaltig ergänzt. In Mitleidenschaft geriet Lauter durch Zerstörungen und Verwüstungen in den Auseinandersetzungen des Hussitenkrieges, des Bauernkrieges und des Dreißigjährigen Krieges.

Nach dem Niedergang des Bergbaues im Erzgebirge im 16. Jahrhundert und mit verursacht durch Witterungsunbilden und Missernten gab es wiederholt Hungersnöte und Seuchenausbrüche.

1628 wurde die heutige Kirche gebaut. Im heutigen Ortsteil ist das historische Bauensemble Kirche-Pfarramt-Kantorei bedeutend, welches unter Denkmalschutz steht. Im Friedhof ist das Glockenehrenmal mit seinen drei wohlklingenden Glocken sehenswert.

1858 dampfte die erste Eisenbahn auf der neu eröffneten Eisenbahnlinie Zwickau-Annaberg durch Lauter und brachte wirtschaftlichen Aufschwung. 1899 wurde die heutig Heinrich-Heine-Oberschule in der Ortsmitte gebaut.

Mit der beginnenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurden im Ort neue Impulse gesetzt. Es entstanden neue Einkommensmöglichkeiten vor allem durch die Ansiedlung und Vergrößerung der Handwerksbetriebe und deren Umfunktionierung zur industriellen Fertigung. Es kam zu folgenden Firmengründungen: Mühlen-, Maschinen-, Korbwarenindustrie, Wäschefabrikation, Papierherstellung und Emailproduktion. Weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus waren die Lauterer Emailgeschirre und die begehrten Lauterer Spankörbe bekannt. Auch der Maschinenbau und die Papierherstellung waren bis in die Gegenwart hinein wichtige Wirtschaftsfaktoren.

1946 zog die Wismut (Bergbau-Unternehmen), wie im gesamten Westerzgebirge, auch in Lauter ein und brachte einen Anstieg der Bevölkerung. 1962 erhielt Lauter das Stadtrecht.

Es waren königlich-sächsische Laboranten, die sich mit der Herstellung echter erzgebirgischer Haus- und Heilmittel nach dem Tod August des Starken (1734) in Lauter sesshaft machten. Diese alte Laborantenkunst wurde in der späteren Entwicklung auf die Herstellung von Spirituosenspezialitäten aus der großen Fülle der Wurzel- und Kräuterkraft der Gebirgs- und Waldwiesen unseres Erzgebirges übertragen. Der international registrierte Markenbegriff "Lautergold" ist dieser alten Familientradition treu geblieben, und seine Erzeugnisse sind weit über die Landesgrenzen beliebt und geschätzt.

In den letzten Jahren hat sich das Ortsbild durch Modernisierung von Häuserfassaden, Umgestaltung des Marktes sowie dem Straßenbau auf vielfältige Art geändert. So entstand 1998 das neue Verwaltungsgebäude und auch die Feuerwehr erhielt ihr neues Domizil in der Nähe des Festplatzes. Auch im Freibad im Griesetal wird ständig modernisiert.

Bernsbach

wurde 1200 vermutlich von fränkischen Siedlern als Waldhufendorf gegründet. 1240 wurde es als Wernhardispach erstmals urkundlich erwähnt.

Um 1490 wurde der Ort im Terminierbuch der Zwickauer Franziskanermönche als Pernsbach bezeichnet. Bernsbach gehörte zu dieser Zeit dem Grünhainer Kloster und nach dessen Auflösung ab 1536 zum Amt Grünhain. 1874 wurde die Gemeinde dem Amtsgericht Schwarzenberg zugeteilt und gehört seit 1950 zum Gerichtsstand Aue.

Von 1679 bis 1681 baute man in der Ortsmitte eine Kirche und löste sich damit vom Nachbarort Beierfeld, in das Bernsbach bis dahin eingepfarrt war.

Während der Blütezeit des Bergbaus im Erzgebirge fand man auch in Bernsbach Eisen, Silber und Schwefel. Die gewonnenen Erze wurden in einer Schmelzhütte verarbeitet. Um 1538 siedelten sich Hammerschmiede und Verzinner im Oberdorf an und brachten damit die handwerkliche Verarbeitung von Metall in die bis dahin reinen Bauernsiedlung. Um die Öfen mit Brennstoffen zu versorgen, kamen außerdem auch Köhler ins Dorf. Weitere handwerkliche Schwerpunkte bildeten die seit dem 17. Jahrhundert betriebene Löffelmacherei sowie die Spitzenklöppelei. In den Jahren um 1800 war zudem das Petschaftsstecherhandwerk, die Herstellung von amtlichen Stempeln und Wappen, in Bernsbach heimisch.

Mit dem Bau der Bahnlinie Zwönitz-Scheibenberg im Jahre 1900 erfolgte dann ein weiterer Aufschwung der ansässigen Wirtschaft. Übrigens wurde der größte Teil dieser "Erzgebirgischen Panoramabahn" 1947 kurzfristig als Reparationsleistung für die Sowjetunion abgebaut. Versuche, die Demontage zu verhindern, brachten lediglich den Erhalt des Abschnitts Elterlein-Scheibenberg (1968 ebenfalls abgebaut).

Die alte Tradition der Schwarz- und Weißblechproduktion sowie die Herstellung von Eisenwaren sind bis heute in Bernsbach erhalten geblieben.

Die Südhanglage des Ortsteils mit dem weiten Blick bis zum Fichtelberg und Keilberg und bis hinein ins Vogtland führte zum klangvollen Beinamen "Balkon des Erzgebirges".

Auch in Bernsbach hat sich in den letzten Jahren vieles zum Positiven hin verändert. Gegenüber dem Rathaus, an der Stelle wo bis 2004 die dritte Schule des Ortes stand (sie wurde 1886 geweiht und bereits 1927 als Schule wieder geschlossen), wurde der neue Dorfplatz erbaut, er wurde 2005 der Öffentlichkeit übergeben. Bereits 1994 wurde der Freiwilligen Feuerwehr, ein modernes Gerätehaus übergeben. 2008 wurde an die Grundschule eine Turn- und Mehrzweckhalle angebaut. Besonders stolz sind die Bernsbacher auf ihr solarbeheiztes Freizeitbad (Eröffnung 1993) und die neugebaute und 2011 eröffnete moderne Kegelbahn "Grüner Baum".

Oberpfannenstiel

ist heute ein Ortsteil der Stadt Lauter-Bernsbach. Nachdem 1691 eine Schenke an der Straße von Annaberg nach Schneeberg errichtet worden war, kamen 1702 zunächst eine Mühle und später weitere Häuser hinzu. Mitte des 18. Jahrhunderts bestand die kleine Siedlung aus 21 Häusern, 50 Jahre später hatte sich die Zahl verdoppelt und 1819 erhielt die zunächst nach Lößnitz gepfarrte Gemeinde eine eigene Kirche. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der größte Teil der arbeitenden Bevölkerung in den Wäschefabriken der benachbarten Stadt Aue beschäftigt, nachdem dieser Industriezweig zeitweise auch in Oberpfannenstiel stark betrieben wurde.

1899 erhielt die Gemeinde ein eigenes Schulgebäude, es entstanden neue Wohnhäuser und metallverarbeitende Betriebe. Um die Jahrhundertwende entwickelte sich der Ort zu einem beliebten Ziel für Sommerfrischler.

1938 wurde Oberpfannenstiel nach Bernsbach eingemeindet. Übrigens wurden um 1970 von der VVB Kraftwerke Cottbus eine Reihe von Studien über mögliche Standorte von Pumpspeicherwerken erarbeitet, auch eine Studie "Pumpspeicherwerk Oberpfannenstiel". Gebaut wurde aber nichts, weil andere Standorte besser geeignet waren.

Im Jahr 2011 entschieden sich die Bürger Bernsbachs nach einem Bürgerentscheid für eine gemeinsame Zukunft mit der Stadt Lauter. Zum 01. Januar 2013 entstand aus beiden Orten die Stadt Lauter-Bernsbach. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den benachbarten Kommunen im Städtebund Silberberg wird seit dem fortgesetzt.

Mehr über die Geschichte unseres Ortes erfahren Sie in der Begegnungsstätte im Ortsteil Lauter, in der Heimatstube im Ortsteil Bernsbach oder im Spirituosenmuseum der Fa. Lautergold

Begegnungsstätte, Haus der Vereine (Heimatstube)
Straße des Friedens 22,
OT Lauter (Nähe FFW, Stadtbauhof)
Telefon: 03771 7031-0 oder 03771 7031-30

Geöffnet
jeden letzten Samstag im Monat von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr.
Bei telefonischer Voranmeldung ist ein Besuch jederzeit möglich.

Heimatstube des Erzgebirgszweigvereins Bernsbach
Beierfelder Straße 16, OT Bernsbach
Telefon: 03774 140629
03774 62334 (Matthias Herrmann)

Geöffnet
jeden ersten Samstag im Monat von 13.00 bis 15.00 Uhr.
Bei telefonischer Voranmeldung ist ein Besuch jederzeit möglich.

Spirituosenmuseum "Alte Laborantenkunst"
Lautergold Paul Schubert GmbH
August-Bebel-Straße 5,
08315 Lauter-Bernsbach (OT Lauter)
Telefon: 03771 256391

Geöffnet
Montag bis Freitag 10.00 Uhr bis 16.30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen geschlossen. Gruppenführungen ab 10 Personen auf Anfrage, Vorreservierung unbedingt erforderlich.