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Langenhagen im Wandel der Zeit

Die Stadt Langenhagen, nördlich von Hannover gelegen, ist eine junge Stadt. Erst 1959 wurde der Gemeinde die Bezeichnung "Stadt" verliehen. Nur 15 Jahre später schlossen sich die Gemeinden Engelbostel, Godshorn, Kaltenweide, Krähenwinkel und Schulenburg im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform der Kommune an und gehören heute als Ortschaften zu Langenhagen. Damit wohnen rund 52.000 Bürgerinnen und Bürger in Langenhagen; davon ca. 32.000 in der Kernstadt, ca. 3.100 in Engelbostel, ca. 6.400 in Godshorn, ca. 5.800 in Kaltenweide, ca. 2.600 in Krähenwinkel und ca. 1.800 in Schulenburg.

Die Stadt blickt jedoch auf eine lange Geschichte zurück. Langenhagen wurde erstmals 1312 als "Nienhagen" in den Urkunden erwähnt. Die Dörfer rund um die heutigen Stadtteile tauchten dagegen schon um einiges früher in den Büchern auf: Hainhaus, Teil der Ortschaft Kaltenweide, bereits 990, Engelbostel 1033, Godshorn 1200, Wagenzelle, ebenfalls zu Kaltenweide gehörend, 1255 und Schulenburg 1308. Hingegen weisen Funde bereits auf eine Besiedelung des Raums seit der mittleren Steinzeit (ab 5000 v.Chr.) hin. Ein Gräberfeld bei Godshorn brachte 57 Bestattungen zu Tage, die aus der jüngeren Bronze- bis zur älteren Eisenzeit stammen.
"Nienhagen" war eine planmäßig angelegte Hagen- oder Hägerhufen-Siedlung. 1415 wechselte der Wortteil "neu" in "lang". Unter der Führung des Vogtes Heinrich Clave wurde Langenhagen 1618 das Marktrecht verliehen. Gemeinsam mit seiner Frau stiftete er im Jahr 1630 einen bis heute in der Elisabethkirche genutzten Taufstein des Künstlers Jeremias Sutel.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Langenhagen einen vorwiegend dörflichen Charakter, den sich die umliegenden Ortschaften bis heute weitgehend bewahren konnten. Insgesamt hat sich die Stadt in den letzten Jahrzehnten zu einer blühenden Kommune entwickelt. Den wirtschaftlichen, kulturellen, und sozialen Mittelpunkt der Stadt bildet das Stadtzentrum mit Rathaus, Post, Europamarkthalle, Einkaufszentrum, Geschäftspassagen, Wochenmarkt, Mehrgenerationenhaus, Restaurants, zahlreichen Arztpraxen und sozialen Einrichtungen. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Stadthaus, in dem unter anderem ein Kino, die Stadtbibliothek, ein Hotel und ein Veranstaltungssaal zu finden sind. Mit dem im Jahr 2012 fertiggestellten Erweiterungsbau des City-Centers-Langenhagen steht ein attraktives Angebot von mehr als 120 Fachgeschäften aus den Bereichen Textil, Unterhaltungselektronik, Lebensmittel und Gastronomie zur Verfügung. Für eine erfolgreiche, wirtschaftliche Entwicklung ist die Lage im Verkehrsnetz von entscheidender Bedeutung. Kaum eine andere Stadt verfügt durch ihre verkehrsgeographische Lage und optimale Verkehrsanbindung mit Pkw, Bahn und Flugzeug über derart günstige Voraussetzungen wie Langenhagen.
Langenhagen ist dennoch eine grüne Stadt! Rund 7,2 Hektar Fläche des Stadtgebietes sind grüne Oasen. Naturbelassene Wälder, gestaltete Parks, Seen und sogar ein "Berg" gehören zu den Ausflugszielen und bieten Erholung. In der Stadt befinden sich auch ein Schwimmbad, zwei Strandbäder und eine große Anzahl von Sportanlagen, sowie ein Golfplatz und ein Poloplatz. Zudem baut die Stadt Langenhagen derzeit ein neues Sport-, Freizeit- und Familienbad, das Ende 2016 in Betrieb gehen soll.

Traditionell gibt es in Langenhagen ein lebhaftes, vielfältiges und breit gefächertes Kulturangebot mit Theater, Kleinkunst, Ausstellungen, Vorträgen und Konzerten.
Jährliches Highlight ist das Kleinkunst- und Theaterfestival MIMUSE mit Vorstellungen im Theatersaal und auf der kleineren Kleinkunst- und Comedybühne "daunstärs". Organisiert wird das Programm seit über 30 Jahren vom Langenhagener Verein Klangbüchse. Mit einem bunten Programm aus Theater und Kabarett lädt auch der Kulturring Godshorn zu seinen Vorstellungen ein.
Jährlich begeistert das dreitägige Stadtfest auf dem Marktplatz im Juli die Besucherinnen und Besucher und mit den Jazzmatineen organisiert der Verein "Cultour & Co" an allen Sonntagen im Juli und August im Rathausinnenhof hörenswerte Openair-Konzerte. Unterschiedliche Gruppen und Ensembles wie das Langenhagener Blasorchester, der Akkordeonclub, das Zupforchester, zahlreiche Chöre oder andere Musikvereinigungen der Stadt bereichern das Musikangebot.

Zwischen 1986 und 1990 entstand der Skulpturenpark mit 20 Großskulpturen, die sich auf die Stadtmitte und den Stadtpark verteilen. Das Projekt entwickelte sich bei fünf Bildhauersymposien in den 1980er Jahren sowie beim Wettbewerb 99 Standpunkte im Kontext der Expo 2000 in Hannover, durchgeführt von der Kulturstiftung Langenhagen. Am auffälligsten war das auf dem Marktplatz zentral angesiedelte "Gebundene Steinfeld" der Künstlerin Ulla Nentwig. Die Findlinge - Stadt und Ortschaften symbolisierend - waren zwanzig Jahre lang auf dem Marktplatz platziert. Inzwischen wurden die großen Steine auf den Platz am Utopia-Kino unter dem neuen Namen Verortung umgesetzt. Auf dem Marktplatz befindet sich jetzt noch der Quader von Reinhard Buxel von 1987. Bundesweite Aufmerksamkeit erregte die Konzeptkunstaktion mit dem Titel "A celebration of human being", die Yoko Ono 1994 exklusiv für Langenhagen entwickelte. Überregional bekannt ist auch der Kunstverein Langenhagen, der zeitgenössische Kunst fördert und ihre Vermittlung mitgestaltet. Die Dokumentation und Darstellung der Kunst im öffentlichen Raum hat sich das Netzwerk Baukultur Niedersachsen zum Ziel gesetzt.

Das Pferd ist auch heute noch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Langenhagen. Schon im 18. Jahrhundert wurde Langenhagen durch Pferdezucht und -handel bekannt. Heutzutage sind noch Rund 250 Arbeits- und Ausbildungsplätze; vom Futtermittelhersteller bis zum Zubehörhandel mit den etwa 1.000 in Langenhagen stehenden Pferden verbunden. Die Vierbeiner sind allgegenwärtig, ob auf Weiden oder Reiterhöfen.

Seit vielen Jahren setzt sich die Stadt Langenhagen dafür ein, die Gewässerlandschaft der Wietzeaue für den Naturschutz, die Landwirtschaft und die Naherholung weiterzuentwickeln. Im Rahmen des EU-Projektes "Strategic Partnership in River Corridors" (SPARC) wurden Ackerflächen wieder in Tümpel und Feuchtwiesen zurückgeführt. Der Flusslauf der Wietze wurde als Mäander umgestaltet und so in Teilen in eine natürliche Form zurückgebracht. Ursprünglich in der Wietzeaue beheimatete Tierarten, die stark gefährdet waren, fanden wieder einen Lebensraum. Ein Aussichtsturm ermöglicht einen Überblick über die Aue.

Die Vorzüge Langenhagens wissen auch unsere Freunde aus den Partnerstädten zu schätzen. Davon zeugen seit vielen Jahren die zahlreichen Begegnungen. Langenhagen hat Partnerstädte in fünf Ländern (Southwark-London/England, Novo Mesto/Slowenien, Glogau/Polen, Le-Trait/Frankreich, Stadl-Paura/Österreich) und freundschaftliche Beziehungen nach Joinville in Brasilien, Rodewisch im Vogtland und Bijeljina in Bosnien / Herzegowina.