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Stadtteile und Geschichte

Stadt Kraichtal

1. Sept. 1971
Bildung der Stadt Kraichtal aus den Städten Gochsheim und Unteröwisheim sowie den Gemeinden Bahnbrücken, Landshausen, Menzingen, Münzesheim, Neuenbürg, Oberacker und Oberöwisheim.

24.10.1971
Bei der ersten Gemeinderatswahl erhält die CDU 19 und die SPD 5 Sitze.

12.12.1971
Berthold Zimmermann wird zum Bürgermeister der neu gebildeten Stadt gewählt.

1973
Aus den bisherigen Kreisen Bruchsal und Karlsruhe entsteht der Landkreis Karlsruhe.

März 1973
Vorstellung des neuen Stadtwappens mit Reichsadler und neunblättriger "Ebersteiner Rose".

Juni 1973
In Münzesheim wird das Therapiezentrum für suchtkranke Männer eröffnet.

1974
Bildung der Freiwilligen Feuerwehr Kraichtal, die neun Abteilungswehren bleiben erhalten.

Mai 1975
Bei einem "Tag der offenen Tür" wird erstmals das Heimatmuseum im Schloss Gochsheim geöffnet. Dabei werden zahlreiche Leihgaben aus der Bevölkerung präsentiert.

1976
Bau des zentralen Rathauses der Stadt in Münzesheim.

20.05.1976
Grundsteinlegung des Rathauses.

18.05.1977
Einweihung des Rathauses.

11.09.1978
Die zentrale Kläranlage für die Stadt geht in Unteröwisheim in Betrieb.

09.12.1979
Berthold Zimmermann wird bei der Bürgermeisterwahl in seinem Amt bestätigt.

09.06.1985
Eröffnung der Fachklinik für suchtkranke Frauen in Oberacker.

November 1987
Kraichtal tritt der Jugendmusik- und Kunstschule Bruchsal bei.

13.12.1987
Horst Kochendörfer wird zum zweiten Bürgermeister der Stadt gewählt.

13.02.1988
Bei einem Festakt wird die 16-jährige Amtszeit von Berthold Zimmermann gewürdigt. Er hatte bei der letzten Wahl nicht mehr kandidiert.

05.03.1989
Der Brand des Unteröwisheimer Schlosses verursacht Schäden in Millionenhöhe.

02.06.1989
Gründung des Heimat- und Museumsvereins Kraichtal.

22.10.1989
Gemeinderatswahlen - Sitzverteilung: CDU 15, SPD 14, Grüne 1.

1990 - 1992
Verkabelung der Stadt und Verlegung von Gasleitungen.

1991
Die DB-Neubaustrecke Mannheim-Stuttgart wird in Betrieb genommen.

1993
David-Chytraeus-Ausstellung in Menzingen.

1995
Bürgermeister Horst Kochendörfer wird in seinem Amt bestätigt.

1996
Das 25-jährige Bestehen der Stadt und die Eröffnung der Stadtbahnstrecke Karlsruhe-Menzingen werden mit einem großen Fest gefeiert.

2004
Der Tod von Bürgermeister Horst Kochendörfer löst tiefe Trauer aus.

2005
Ulrich Hintermayer wird zum dritten Bürgermeister der Stadt gewählt.

2008
Neubau der Menzinger Mehrzweckhalle wird feierlich eingeweiht.

2010
Freude in Bahnbrücken: der Stadtteil bekommt seine Mehrzweckhalle.

2013
Ulrich Hintermayer wird als Bürgermeister der Stadt wiedergewählt.

Bahnbrücken

1219
Im Teilungsvertrag der Brüder Otto und Eberhard von Eberstein wird Bahnbrücken erstmals urkundlich erwähnt. Gründung und Filiale von Gochsheim. Weitere Schreibweisen: Bahnbrugken (1278), Beinbrück (1635). Der Ortsname ist zu deuten als der durch den Wald "gebahnte" Weg, der über die Brück führt.

1278 / 79
Graf Otto von Eberstein schenkt sein Dorf Bahnbücken mit allen Rechten dem Zisterzienserkloster Herrenalb.

1289
Peter von Massenbach verkauft seinen Anteil am großen und kleinen Zehnten an das Kloster Herrenalb. Graf Heinrich von Eberstein gibt als Lehnsherr seine Einwilligung. Im Jahre 1303 verkauft Peter von Massenbach Grundbesitz an das Kloster.

1385
Der Bahnbrücker Schultheiß Syfrid vermacht dem Kloster Herrenalb Grundbesitz in Bahnbrücken.

Anfang 15. Jh
Bau der St. Sebastian Kirche. An der Chor- und Südwand befinden sich Malereien mit Heiligenmotiven, im Jahre 1911 entdeckt und wieder freigelegt.

1534
Das Kloster Herrenalb fällt in Folge der Reformation an Württemberg. Herzog Ulrich von Württemberg wird Landesherr.

1538
Der Pfarrer in Gochsheim wird ermahnt, für die Untertanen des Herzogs Ulrich in Bahnbrücken die evangelische Lehre zu verkünden. Während Ulrich die Reformation einführte, predigte der Gochsheimer Pfarrer noch katholisch. Bahnbrücken war Filialgemeinde von Gochsheim.

1576
Das zweite Lagerbuch des Klosters Herrenalb - Pflege Derdingen - bietet einen Einblick in die Besitz- und Rechtsverhältnisse des Dorfes.

1624
Plünderung durch bayerische Truppen im 30-jährigen Krieg. Der Schultheiß wird "jämmerlich zugerichtet". Die Bevölkerung flüchtet nach Gochsheim.

1638
sind noch sechs oder sieben Familien ansässig. Die Gemeinde kann ihren Abgaben nicht mehr nachkommen.

1703
Erster Nachweis einer eigenen Schule. Johann Kitzinger wird als erster Schulmeister erwähnt.

1714
Zum Neubau des baufälligen Rathauses bittet die Gemeinde um Holz aus dem Derdinger Klosterwald.

1729
In der Gemeinde wohnen noch 26 Familien, welche die Besoldung des Lehrers nicht mehr alleine aufbringen können.

1803
Bahnbrücken kommt zum württembergischen Amt Gochsheim.

1806
Bahnbrücken fällt an das Großherzogtum Baden.

1812
Die Gemeinde erhält einen eigenen Friedhof. In den vergangenen Jahrhunderten wurden die Toten bei der alten St. Martins-Kapelle im alten Dorf Gochsheim beigesetzt.

1813
Bahnbrücken hat 252 Einwohner und ist damit kleinster Ort im Bezirk Bruchsal.

1876 / 77
In den Räumen des Rathauses werden 110 Schulkinder unterrichtet.

1901
Das Schulhaus wird neu gebaut.

1914 - 18
Bahnbrücken betrauert 25 Gefallene im Ersten Weltkrieg.

1925
Die allgemeine Stromversorgung wird eingerichtet.

1929
Einrichtung der Hauswasserversorgung.

1939 - 45
Bahnbrücken betrauert 28 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.

Gochsheim

804
Erste urkundliche Erwähnung im Lorscher Codex: Wigbalt und Reckio schenken dem Benediktinerkloster Lorsch Güter und Leibeigene in "Gozbodesheim".

12. Jhd.
Der Ort kommt als Erbe der Kraichgaugrafen an die Grafen von Eberstein.

1220
Kaiser Friedrich II. besucht seinen treuen Gefolgsmann Graf Otto von Eberstein in Gochsheim und verleiht dem Ort Stadtrechte.

1312
Erwähnung der Stadtkapelle am Standort der späteren St. Martinskirche.

1339
Die Pest wütet in Gochsheim.

1358
Pfalzgraf Ruprecht I. kauft Gochsheim vom Grafen Wilhelm von Eberstein und überträgt die Stadt dem Grafen wieder als Lehen.

1427
Erstmals Juden in der Stadt erwähnt.

1499
Bau der St. Martinskirche, Namensübertragung vom alten Standort in der Talaue.

1504
Im Bayerischen Erbfolgekrieg fällt Gochsheim an Württemberg. Die Grafen von Eberstein werden weiterhin mit der Stadt belehnt.

1508
Erste Erwähnung eines Scharfrichters.

1515
Bau des heutigen Scharfrichterhauses außerhalb der Stadtmauer.

1521
Beschwerden der Gemeinde über zu hohe Fronlasten.

1525
Anton Eisenhut ruft die Bauern des Kraichgaus auf, sich bei Gochsheim zu versammeln. Die Aufständischen erobern einige Burgen und Klöster des Kraichgaus und brandschatzen sie.

1544
Sicher verbrieft ist ein "Deutscher Schulmeister" in Gochsheim. Johann Riblinger ist erster Schulmeister an der Deutschen Schule.

1556
Einführung der Reformation in Anlehnung an Baden durch Graf Wilhelm IV. von Eberstein.

1580
Gochsheim zählt 1250 Einwohner.

1617
Bau der evangelischen Pfarrkirche St. Martin. Das von Heinrich Schickhart an den westlichen Eingangsturm angebaute Langhaus wurde bereits 1689 wieder zerstört.

1634 - 38
Hungersnot und Seuchen als Folge des Dreißigjährigen Krieges.

1660
Graf Casimir von Eberstein stirbt am 22. Dezember 20-jährig ohne männliche Nachkommen in Heidelberg im Gasthof "Zum Wilden Mann" an den Pocken.

1662
Die Synagoge wird erstmals erwähnt.

1678
Albertine Sophie Esther von Eberstein, die letzte Rose von Eberstein, einzige Tochter Graf Casimirs, heiratet Herzog Friedrich August von Württemberg-Neuenstadt, dem sie 14 Kinder gebar, wovon elf im Kindesalter starben. Alle drei Töchter blieben kinderlos.

1689
Im Orleanischen Erbfolgekrieg wird die Stadt (durch französische Truppen des Generals Mèlac) fast vollständig zerstört.

1699
Ansiedlung von Hugenotten in der "Augusti-Stadt" vor den Toren Gochsheims.

1701- 04
Wiederaufbau der St. Martinskirche. Sie wird 1704 eingeweiht.

1716
Herzog Friedrich August stirbt an der Ruhr und wird in der Kirche beigesetzt. Albertine Sophie Esther folgt ihm 1728 nach.

1739
Ein Großbrand vernichtet im August den gesamten Stadtkern.

1773
Bau des heutigen Rathauses als zweigeschossiger Massivbau.

1806
Gochsheim fällt an Baden und ist Oberamtssitz.

1813
Das badische Oberamt Gochsheim wird nach etwa 400 Jahren aufgelöst. Die Stadt hat 1430 Einwohner.

1828 / 29
Abriss des hinteren Schlosses wegen Baufälligkeit.

1848 / 49
Die Badische Revolution findet zahlreiche Anhänger.

1898
Errichtung der Ziegelei Jung.

1904
Bau des Schulhauses und Errichtung der Hauswasserversorgung.

1914 - 18
Gochsheim betrauert 60 Gefallene im Ersten Weltkrieg.

1920 / 21
Einführung der allgemeinen Stromversorgung.

1939 - 45
Gochsheim betrauert 109 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.

1946
Etwa 300 Heimatvertriebene werden dem Ort zugewiesen.

06. - 08.09.1974
Großes Fest nach Abschluss der Renovierung des Graf-Eberstein-Schlosses in Gochsheim.

26.08.1978
Eröffnung des Badischen Bäckereimuseums in Gochsheim.

1982
Das Dorfentwicklungsprogramm bringt erhebliche Veränderungen im Ortsbild und den Abbruch vieler alter Häuser.

18.10.1985
Übergabe der Karl-Hubbuch-Stiftung im Schloss Gochsheim.

März 1986
Eröffnung der Kraichgau-Bibliothek des Heimatvereins Kraichgau im Schloss Gochsheim sowie des Deutschen Zuckerbäckermuseums.

11.12.1987
Eröffnung des Küferei-Museums im Schloss Gochsheim.

Mai 1989
Erstmals regelmäßige Öffnungszeiten in den Gochsheimer Museen.

1990
Erstes Gochsheimer Museumsfest.

1995
Übergabe der durch den Heimat- und Museumsverein sanierten Stadtmauer in Gochsheim. Es folgen weitere herausragende Denkmalschutzprojekte des Vereins.

2004
1200-Jahr-Feier in Gochsheim.

2010
Nach Umbau im Graf-Eberstein-Schloss in Gochsheim können im neu errichteten Ebersteinsaal ab sofort Wechselausstellungen gezeigt werden.

2014
Neukonzeption des Graf-Eberstein-Schlosses in Gochsheim mit neuer Kunstebene.

Landshausen

872
Erste urkundliche Erwähnung der "Huserard marca" im Lorscher Codex. Weitere Schreibweisen: Nanthoheshusen (1161), Lantzhusen (1386). Der Ortsname ist als "Haus des Nantho" zu deuten.

1292
Beringer von Nantishausen (Ortsadel) verkauft mit Einwilligung des Lehensherrn Konrad von Strahlenburg Güter in Öwisheim. Als Ersatz erhält Beringer von Nantishausen Güter in Nantishusen zu Lehen.

1420
Das Benediktinerkloster Odenheim ist in Besitz des "alten Hofes", der zwanzig Morgen Land umfasst.

1426
Eberhard von Mentzingen und seine Söhne verkaufen dem Abt und Konvent des Klosters Odenheim das halbe Dorf Landshausen für 2000 Gulden.

1427
Wiprecht von Mentzingen, der Bruder Eberhards, und seine Söhne verkaufen ihre Hälfte des Dorfes an das Benediktinerkloster Odenheim.

1454
Der Streit um den Weinzehnten zwischen der Gemeinde und dem Allerheiligenstift Speyer, dem Zehntherrn, wird beigelegt. Schultheiß und Gericht werden erstmals genannt.

1487
Das Kloster Odenheim kauft vom Allerheiligenstift Speyer den Zehnten und Kirchensatz samt einem Hofgut. Das Kloster befindet sich nun im Besitz aller Rechte im Dorf Landshausen.

1514
Das Stift Bruchsal verkauft mit Zustimmung von Schultheiß Benntz von Landshausen die Nutzungsrechte an dem Steinbruch an einen Elsenzer Bürger.

1525
Bürger von Landshausen beteiligen sich am Bauernkrieg. Landshausen muss Entschädigungen für Verwüstungen während des Bauernkrieges leisten.

1618 - 48
Während des 30-jährigen Krieges wurde ein unterirdisches Gangsystem angelegt, das zum Teil noch erhalten ist.

Vor 1660
Johannes Thiel ist der erste namentlich bekannte Pfarrer am Ort. An der Tür der St. Martins-Kirche sind die nachfolgenden Ortsgeistlichen aufgelistet.

1694
Nach dem Lagebuch leben 52 Güterbesitzer im Ort.

1751
Einweihung der St. Martins-Kirche, die unter Pfarrer Gräf erbaut wurde.

1803
Mit dem Stift Bruchsal, vormals Probstei Odenheim, kommt Landshausen zum Großherzogtum Baden. Das Dorf hat 591 Einwohner.

1813
Nach Auflösung des Amtes Odenheim kommt Landshausen zum Amt Eppingen. Der Ort hat 591 Einwohner. Der Friedhof bei der Marien-Kapelle wird eingeweiht. Die Kapelle wurde vermutlich Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut.

1828
Bau der alten Schule. Im diesem Jahr werden 123 Schüler von einer Lehrkraft unterrichtet.

1882 - 84
Bau des neuen Rathauses, in dem auch die Schule untergebracht wird.

1911
Renovierung und Erweiterung der St. Martins-Kirche.

1914 - 18
Landshausen betrauert 33 Gefallene im Ersten Weltkrieg.

1921
Die allgemeine Stromversorgung wird eingerichtet.

1936
Landshausen wird dem Amt Sinsheim zugewiesen.

1939 - 45
Landshausen betrauert 57 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.

1946
320 Heimatvertriebene kommen in den Ort.

1954 - 55
Errichtung der Hauswasserversorgung.

1960
Die "Außendörfer Kapelle", 1803 erbaut, wird abgerissen.

1971
Landshausen kommt vom Landkreis Sinsheim/Elsenz an den Landkreis Bruchsal.

Menzingen

770
Erste urkundliche Erwähnung im Lorscher Codex. "Menzingen". Der Ortsname ist zu deuten: "Bei den Leuten von Menzo oder Manzo".

804
Umfangreiche Schenkungen gehen an das Benediktinerkloster Lorsch. Neben Hofgütern werden auch zwei Mühlen erwähnt.

Um 1250
Ravan von Menzingen gelangt (vermutlich durch Heirat) zur Herrschaft. Er wurde zum Stammvater der noch heute hier ansässigen Freiherren von Mentzingen.

1359
Graf Wilhelm von Katzenelnbogen belehnt Eberhard von Mentzingen mit Dorf und "borgen" (2 Burgen).

1372
Syfrit als erster Pfarrer namentlich erwähnt, der die Seelsorge in Menzingen antrat.

1412
Eine Bronze-Glocke wird am 15. September gegossen, die noch heute zum Geläut der evangelischen Kirche gehört - eine der ältesten Glocken in Baden-Württemberg.

1524
Beschwerdeschrift der Gemeinde gegen Philipp von Mentzingen. In 22 Punkten protestiert die Gemeinde gegen den Verlust alter Rechte. Philipp weist die Klagen zurück.

1525
Der "Kraichgauer Haufen" des Anton Eisenhut verwüstet das Wasserschloss. Zahlreiche Menzinger Bauern waren beteiligt.
Erasmus und Peter von Mentzingen berufen Johannes Rudolfi als ersten evangelischen Pfarrer. Ihm folgt 1530 Matthäus Kochhaf aus Ingelfingen, der bis zu seinem Tode 1559 die lutherische Lehre im Ort verkündet. Dessen erster Sohn David Chytraeus war Schüler Philipp Melanchthons und Rektor der Universität Rostock. Der zweite Sohn Nathan wurde Rektor der Lateinschule Bremen.

1546
Peter von Mentzingen erlässt die Dorfordnung, die auch Bestimmungen über Juden enthielt.

1633 - 48
Lehrer Caspar Eulenpertsch berichtet über Hungersnot, Seuchen und Plünderungen als Folge des 30-jährigen Krieges. Bei Kriegsende werden nur noch 15 Untertanen gezählt.

Ab 1650
Einwanderungswelle in den Kraichgau, in Menzingen u. a. aus der Schweiz ("Schweizergasse").

1687
Bau einer jüdischen Synagoge.

1792 - 1803
Große Unruhen in der Gemeinde. Neben Frondiensten werden auch die geforderten Kriegsabgaben verweigert.

1803
Ein württembergisches Exekutionskommando pfändet im Februar die außenstehenden Zahlungen.

1803
Die Gemeinde unterliegt im "Fronprozess" vor dem Reichskammergericht nach 257 Jahre andauerndem Rechtsstreit.

1806
Menzingen fällt an das Großherzogtum Baden. Bis dahin gehörte der Ort zum schwäbischen Ritterkreis.

1813
Menzingen hat 1232 Einwohner und ist fünftgrößter Ort im Bezirk Bruchsal.

1846 - 48
Bau der neuen evangelischen Kirche.

1848
Wie auch in anderen ritterschaftlichen Orten gibt es aufgrund der Badischen Revolution Ausschreitungen gegen jüdische Mitbürger und die Grundherrschaft.

1852 - 60
Starke Auswanderungsbewegung, vor allem in die Vereinigten Staaten.

1870
Bau der neuen Synagoge für die auf über 100 Seelen angewachsene Jüdische Gemeinde.

1880
Eine Telegraphenstation mit Vermittlungsstelle wird errichtet.

1890 / 91
Bau des neuen Schulhauses.

1896
Eröffnung der Bahnlinie Bruchsal-Menzingen am 5. März.

1914 - 18
Menzingen betrauert 71 Gefallene im Ersten Weltkrieg.

1928
Errichtung der Hauswasserversorgung.

1939 - 45
Menzingen betrauert 115 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.

1945
Kurz vor Kriegsende wird das Wasserschloss durch Bombenangriff zerstört.

1946
Circa 300 Heimatvertriebene kommen in den Ort.

1957
Das Rathaus, das durch Luftangriff zerstört wurde, wird neu errichtet.

1996
Erste Fahrt der Stadtbahn durch Kraichtal am 1. September und damit Anbindung an das Netz des KVV.

2000 - 06
Die Tiefburg-Ruine wird vom Heimat- und Museumsverein Kraichtal notdürftig gesichert.

Münzesheim

822
Erste urkundliche Erwähnung von Muncinesheim im Lorscher Codex. Der Ortsname ist als "Heim des Munzo" zu deuten. Weitere Schreibweise: Muntzesheim (1294), Müntzißheim (1432).

Ende 12. Jhd.
Der Ort fällt an die Grafen von Eberstein. Die Herren von Münzesheim erhalten den Ort als Lehen.

1283
Mit zahlreichen anderen Gütern der Grafschaft Eberstein kommt Münzesheim durch Kauf an Markgraf Rudolf von Baden, dem Schwager des Otto von Eberstein.

1326
Der Ortsadel (Herren von Münzesheim) stirbt im 13. Jahrhundert aus. An ihrer Stelle erhält die Familie der Hofwarte von Kirchheim Münzesheim als badisches Lehen.

1353
In die Fehde zwischen Eberhard von Sickingen und der Stadt Speyer ist auch Raban Hofwart von Kirchheim verstrickt. Münzesheim wird von speyerischen Söldnern geplündert, die Burg zerstört.

1520
Bau der St. Martin-Kirche.

1525
Im Bauernkrieg wird auch das Münzesheimer Schloss geplündert.

1537
Die Gemeinde zählt 528 Einwohner, darunter auch Juden.

1556
In Baden-Durlach wird die Reformation eingeführt. Johannes Hoppes ist erster evangelischer Pfarrer im Ort.

1615
M. Unrein ist als erster Schulmeister in Münzesheim erwähnt.

1641
Infolge des 30-jährigen Krieges zählt die Gemeinde nur noch 15 Einwohner.

Um 1650
Starke Zuwanderungen, vor allem aus der Schweiz (Mannherz, Wilser, Burkhardt u. a. m.).

1675
Mit dem Tod Johann Philipps erlischt das Geschlecht der Hofwarte. Markgraf Friedrich von Baden belehnt seine außerehelichen Söhne Friedrich und Johann Bernhard.

1689 - 92
Die Gemeinde leidet unter dem Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-97). Durch vorbeiziehende französische Truppen werden 28 Bürger getötet. Der Ort wird noch mehrmals überfallen.

1.Hälfte 18. Jhd.
Bau der jüdischen Synagoge.

1727 - 54
Die Gemeinde beruft sich auf das "alte Herkommen" und verweigert Frondienste und Abgaben (beharrlicher Ungehorsam). Nach langem Prozess unterliegt die Gemeinde 1754.

1761
Friedrich August von Münzesheim gibt das Lehen wegen Streit mit der Ritterschaft an Baden zurück.

1762
"Gnaden-Brief" des Markgrafen Karl Friedrich von Baden, in welchem Frondienst und Abgaben gerechter geregelt werden.

1763
Das Wasserschloss ist vom Einsturz bedroht, sein Abbruch wird angeordnet.

1783
Aufhebung der Leibeigenschaft im Großherzogtum Baden.

1813
Der Ort kommt nach der Auflösung des Amtes Gochsheim an das erste Landamt Bruchsal. Der Ort hat 1430 Einwohner.

1852
Bau des neuen Schulhauses.

1850 - 59
Beim Bau der evangelischen Kirche werden mehrere Gräber aus der Merowingerzeit freigelegt. Damit ist eine Besiedelung seit 500 nach Christus nachgewiesen.

1870
Bau der Straße nach Menzingen und Gochsheim.

1895 / 96
Erste Industrieansiedlung mit Errichtung einer Weberei.

1910
Allgemeine Stromversorgung wird eingerichtet, wobei der Strom in der Mühle erzeugt wird.

1914 - 18
Münzesheim betrauert 55 Gefallene im Ersten Weltkrieg.

1927 - 29
Bau der Hauswasserversorgung.

1939 - 45
Münzesheim betrauert 112 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.

1965
Einweihung der katholischen St. Andreas-Kirche. Eröffnung der Mittelpunktschule, später "Markgrafen-Schule".

1971
Gründung der Stadt Kraichtal, Münzesheim wird Verwaltungssitz.

1977
Das Rathaus der Stadt Kraichtal wird nach einjähriger Bauzeit eingeweiht. In früherer Zeit standen hier die Nebengebäude des Wasserschlosses.

Neuenbürg

1241
Erste urkundliche Erwähnung im Lorscher Codex.

1255
Erwähnung von "novum castrum (neue Burg) Owensheim". Der Ort entstand als Siedlung um die neue Burg der Grafen von Eberstein.

1298
Heinrich von Eberstein trägt sein "dorff in Obern Ewesheim zu der Niwenburg" dem Bischof von Speyer zu Lehen auf.

1331
Konrad von Remchingen erhält das Dorf als Lehen der Grafen von Eberstein. Die Herren von Remchingen haben bis zu ihrem Aussterben (1657) die Ortsherrschaft inne.

1. Hälfte 15. Jhd.
Neubau der Marien-Kapelle im Schlossbereich. Turm und Chor der heutigen St. Lukas-Kirche stammen noch aus der Zeit.

1469
Ankauf eines Pfarrhauses unter Pfarrer Michael Song.

Um 1530
Die Herren von Remchingen führen die Reformation ein.

1553
Johann Jakob von Remchingen und die Gemeinde vergleichen sich wegen des Frondienstes: Jeder Bürger leistet fortan fünf Frontage pro Jahr.

1567
Erwähnt werden Schultheiß, Bürgermeister, Gericht und ganze Gemeinde zu Neuenbürg.

1577
Die Dorfordnung regelt das Gemeindeleben und bestätigt die Fronordnung aus dem Jahre 1553. Zusätzlich kam in diesem Jahr noch ein Vergleich zwischen Leo von Remchingen und der Gemeinde über verschiedene Streitpunkte, u. a. über den Frondienst, hinzu:
- Die Länge des Frontages wird von 5 bis 19 Uhr (im Sommer) festgelegt.
- Den Frönern soll reichlich zu essen und trinken gereicht werden.
- Der im Ort ansässige Jude gibt als Ersatz für Frondienst und Allmendenutzung drei Gulden pro Jahr an die Gemeinde.

1618 - 48
Im 30-jährigen Krieg erfolgen Verwüstungen durch Mansfeldische Truppen (1621). Am Ende zählt das Dorf nur noch 15 Einwohner.

1661
Nach Erlöschen derer von Remchingen (1657) und der Grafen von Eberstein (1660) erzwingt das Hochstift Speyer die Huldigung der Untertanen.

1705
Die Bevölkerung ist überwiegend evangelisch. Der Bischof von Speyer betreibt systematisch die Rekatholisierung, entgegen den Vereinbarungen.

1803
Neuenbürg kommt zu Baden. Das Hochstift Speyer - der bisherige Ortsherr - wird aufgelöst.

1813
Der Ort hat 262 Einwohner und ist damit zweitkleinster Ort im Bezirk Bruchsal.

1913
Bau des Schulhauses.

1914 - 18
Neuenbürg betrauert 21 Gefallene im Ersten Weltkrieg.

1928
Errichtung der allgemeinen Stromversorgung.

1939 - 45
Neuenbürg betrauert 36 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.

April - Juni 1945
Versehentliche Evakuierung der Bevölkerung und Einquartierung von Häftlingen aus dem ehemaligen KZ Vaihingen. Auf dem Friedhof befinden sich die Gräber der hier verstorbenen kranken Häftlinge.

1947 - 50
Die Freilichtspiele unter Lehrer Walter Weckenmann finden breiten Zuspruch.

1991
Der Maler und Professor der Kunstakademie Karlsruhe, Karl Hubbuch, stirbt und wird am Wohnort seiner Eltern beigesetzt. Der Maler der "Neuen Sachlichkeit" weilte oft im Elternhaus; eine Sammlung seiner Werke ist im Museum des Graf-Eberstein-Schlosses in Gochsheim zu sehen.

Oberacker

Um 1050
Bischof Heinrich von Speyer schenkt für das Seelenheil seiner Mutter zwei Huben Land in "Oberachere" an das Domstift Speyer. Der Ort ist eine Ausbausiedlung von Münzesheim her (auf dem "oberen Acker"). Weitere Ortsschreibweisen: Oberagger (1250), Oberackher (1572).

1081
Gerhardus de Oberachere als erster Vertreter des Geschlechts von Oberacker genannt.

1267
Graf Dieter von Katzenelnbogen bestätigt die Erwerbung der Güter des Zisterzienserklosters Herrenalb in Oberacker.

1288
Otto von Bruchsal verkauft seinen Besitz mit allen Rechten, auch der Burg, an das Kloster Herrenalb.

1294
Erste Erwähnung eines Pfarrers, des "Leutpriesters Gerungus" aus Speyer.

1452
Das erste Pfarrhaus als Teil der Pfründe des künftig im Ort ansässigen Frühmessners erwähnt.

1525
Bauern aus Oberacker beteiligen sich an den Plünderungen des "Kraichgauer Haufens" unter Anton Eisenhut.

1526
Ersterwähnung der Liebfrauenkapelle in Oberacker.

1534
Das Kloster Herrenalb kommt in Folge der Reformation an Württemberg.
Herzog Ulrich ist Landesherr.

1536
Einführung der Reformation durch Herzog Ulrich von Württemberg.

1538
35 Familien, fünf Witwen und drei Waisen sind im Dorf ansässig.

1567
Der Mesner Hans Sayler ist erster bekannter Lehrer am Ort.

1575
Neubau eines Pfarrhauses.

1624
Überfall durch bayrische Kavallerie während des 30-jährigen Krieges. 31 Gebäude werden niedergebrannt, der Schultheiß ermordet, viele Bürger fliehen in das nahe Gochsheim. Als Verstecke werden auch so genannte "Lärmenlöcher" angelegt.

1656
Die Gemeinde zählt 64 Einwohner.

1689
Verwüstungen während des Pfälzischen Erbfolgekrieges. Die Bevölkerung flüchtet; Dorf und Feldflur veröden.

1705
Bau des Schulhauses. Unregelmäßiger Schulbesuch (Feldarbeit).

1718
Erwähnung der St. Blasiuskirche, die vor diesem Zeitpunkt allerdings schon abgerissen wurde.

1738
Bau des neuen Pfarrhauses.

1775 / 76
Neubau des Langhauses der St. Andreas-Kirche. Im Jahre 1909 wurden Fresken aus dem 15. und 16. Jahrhundert im Chor, jetzt Sakristei, der Kirche freigelegt.

1806
Oberacker kommt zum Großherzogtum Baden.

1813
Oberacker hat 405 Einwohner. Es ist höchstgelegener Ort im Bezirk Bruchsal.

1857 / 58
Bau des neuen Schulhauses, nachdem das alte zu klein war.

1881
Bau des neuen Rathauses.

1914 - 18
Oberacker betrauert 21 Gefallene im Ersten Weltkrieg.

1923 / 24
Die allgemeine Stromversorgung wird eingerichtet.

1939 - 45
Oberacker betrauert 36 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.

1952
Einrichtung der Hauswasserversorgung.

1969
Der "Mönchshof", der bereits im 14. Jahrhundert dem Frühmessner als Behausung diente, wird abgerissen.

1987
Die Wandmalereien in der evang. Pfarrkirche aus dem 15. Jahrhundert werden einfühlsam restauriert.

Oberöwisheim

771
Erste urkundliche Erwähnung: Ein Wolfo schenkt in Auunisheimer "marca" dem Benediktinerkloster Lorsch eine halbe Hofreite und Land. Der Name ist als "Heim des Awin / Auwin" zu deuten. Weitere Schreibweisen Owinesheim (991), Owensheim superius (oben) (1277), Obir-Oebensheim (1314).

Um 780
Weinbau wird erstmals in Öwisheim erwähnt.

Um 1150
Öwisheim kommt durch Heirat an die Grafen von Eberstein.

1214
Crafto von Owilinesheim wird als Dienstmann des Eberhard von Eberstein genannt. Sein Sitz ist in Oberöwisheim.

1260
Das Kloster Maulbronn und das Domkapitel Speyer teilen ihre Güter in Öwisheim. Maulbronn vergrößert systematisch Besitz und Rechte in Unteröwisheim, das Hochstift Speyer in Oberöwisheim.

1409
Nach dem Aussterben der Herren von Öwisheim erwarb Wiprecht von Helmstatt den Ort und erhält von König Ruprecht von der Pfalz die hohe Gerichtsbarkeit in Oberöwisheim.

Um 1450
Bau von Langhaus und Chor der Kirche. Der Turm stammt aus dem 14. Jahrhundert.

1477
Pfarrer Andreas Kocz stiftet die Außenkanzel mit Ölberggruppe und Hl. Grab an der Südseite der St. Mauritius-Kirche.

1516
Fronvertrag zwischen Christoph von Helmstatt und der Gemeinde, wonach die Bürger jährlich sieben Tage für Speis und Trank fronen sollen.

1525
80 namentlich genannte Oberöwisheimer Bauern, die an der Plünderung des Schlosses beteiligt waren, verpflichten sich zur Zahlung eines Schadensersatzes von 200 Gulden.

1543
Hans von Helmstatt führt für seine Untertanen die Reformation ein.

1553
Die Dorfordnung wird erlassen und 1570 von Kaiser Maximilian bestätigt.

1622
Das Domkapitel Speyer beruft Johann Kochen als ersten katholischen Pfarrer nach der Reformation.

1629
Gründung des Judenfriedhofes. Bis 1938 fanden hier Beerdigungen statt.

1648
Nach den Verwüstungen im 30-jährigen Krieg sind nur noch acht Familien ansässig. Es kommt zu starken Zuwanderungen, vor allem aus der Schweiz.

1707
Durch französische Truppen werden im spanischen Erbfolgekrieg 1701 - 1714 u. a. Schloss und Kirche niedergebrannt.

1709
Bau der katholischen Marien-Kapelle unter dem speyrischen Amtmann Schunck. Der evang. Pfarrer Rümelin muss den Gottesdienst weiter im Rathaus abhalten.

1714
Vergleich der Konfessionsstreitigkeiten. U. a. Bau und Nutzung der Kirche, Pfarrer- und Lehrerbesoldung werden unter Schwierigkeiten geregelt.

1715 - 17
Wiederaufbau von Turm und Langhaus der zerstörten Kirche.

1748 - 53
Der Anteil der Familie von Helmstatt in Oberöwisheim gelangt an das Domkapitel Speyer, das nun alleiniger Herr im Dorf ist.

1751
Bau des speyrischen Amtshauses mit Freitreppe.

1803
Oberöwisheim fällt an das Großherzogtum Baden.

1834
Die Gemeinde erwirbt das ehemalige Amtshaus. Es wird zum Teil als Schule, später auch als Rathaus genutzt.

1848 / 49
Unruhe während der Badischen Revolution. Errichtung einer Bürgerwehr.

1873 - 76
Bau der katholischen St. Mauritius-Kirche am Standort des früheren Schlosses.

1914 - 18
Oberöwisheim betrauert 37 Gefallene im Ersten Weltkrieg.

1921 / 22
Die allgemeine Stromversorgung wird eingeführt.

1939 - 45
Oberöwisheim betrauert 97 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.

1956 - 58
Bau des Rat- und Feuerwehrhauses.

1960 - 62
Bau des neuen Schulgebäudes.

1970 / 71
Neubau der evangelischen Kirche. Turm und Ölberg bleiben erhalten.

Unteröwisheim

Bis 1260
werden Oberöwisheim und Unteröwisheim zunehmend getrennt genannt. Owensheim inferius (unten) (1277).

1336
Schultheiß Müller in "Nidern Owensheim" erwähnt.

1346 / 47
Markgraf Hermann von Baden verkauft das halbe Dorf samt Patronatsrechten an das Kloster Maulbronn.

1426
Die neue Kirche im Dorf, die untere Kirche, wird erwähnt.

1504
Im Bayrischen Erbfolgekrieg kommt Maulbronn zu Württemberg. Da die Kurpfalz die Schirmrechte über das Kloster besitzt, kommt es immer wieder zu Streitigkeiten.

1512
Johann Entenfuß aus Unteröwisheim ist Abt des Klosters Maulbronn und wird 1518 wegen schlechtem Wirtschaften abgesetzt.

1525
Der "Kraichgauer Haufen" unter Anton Eisenhut verwehrt auf einer Anhöhe bei Unteröwisheim kurpfälzischen Truppen den Durchmarsch nach Bretten. Auch Unteröwisheimer beteiligen sich bei den Bauernaufständen.

Um 1535
Pfarrer Georg Jung aus Kuppenheim erlässt unter dem Schutz Herzog Ulrichs von Württemberg eine lutherische Kirchenordnung.

1560
Die Knabenschule unter Schulmeister Kilian Villicus besuchen über 100 Kinder. Mädchen durften damals noch nicht am Unterricht teilnehmen.

1564
Die Jakobs-Kapelle (auch obere Kirche) im Innenbereich des Pfleghofes wird erwähnt.

1579
Die Ansprüche Württembergs und der Kurpfalz in Unteröwisheim werden durch Vertrag abgegrenzt: Die Kurpfalz besitzt u. a. Schirm- und Geleitrechte; Maulbronn / Württemberg die "Ortsherrschaft". Die hohe Gerichtsbarkeit wird gemeinsam ausgeübt.

1632
Kaiserliche Truppen (Katholische Liga) plündern und morden im Ort während des 30-jährigen Krieges. Der Pfarrer wird verschleppt.

1699
Die St. Jakobs-Kapelle im Pfleghof wird nach den Verwüstungen im Pfälzer Erbfolgekrieg (1689 - 97) wieder hergerichtet, während die Dorfkirche noch "gänzlich ruiniert und unbrauchbar ist". Das Pfarrhaus beim Schloss wird erbaut.

1738
Das Wohnhaus im Pfleghof ist aufgrund der Verwüstungen im polnischen Tronfolgekrieg (1733-38) "höchst baufällig", berichtet der Pfleger Ludwig Mieg.

1747
Im Januar werden Unteröwisheim die Stadtrechte verliehen. Durch Ablösungsvertrag mit der Kurpfalz kommt Unteröwisheim zu Württemberg. Dabei wird im Gegenzug Zaisenhausen, Gölshausen und Sprantal an die Kurpfalz abgetreten.

1748
Die vorderen Hauptgebäude des Pfleghofes, die Pflegerwohnung und das Bandhaus werden neu gebaut; andere Teile des "Schlosses" bleiben in schlechtem Zustand.

1750
Im Lagerbuch werden Rechte und Besitz des reformierten Klosters Maulbronn festgehalten.

1806
Unteröwisheim kommt infolge eines Gebietsaustausches von der Krone Württemberg an das Großherzogtum Baden.

1813
Die Stadt hat 1605 Einwohner und ist zusammen mit Östringen, nach Bruchsal, der zweitgrößte Ort im Bezirk Bruchsal

1825 / 26
Erbauung der heutigen Pfarrkirche. Der Ort hat zu dieser Zeit 1769 Einwohner, darunter 370 schulpflichtige Kinder.

1846
Das Schloss geht in Gemeindebesitz über und wird als Schulhaus genutzt.

1849
Die Gemeinde beschließt während der Badischen Revolution 1848/49 die Bildung einer Bürgerwehr und fordert von der badischen Revolutionsregierung Waffen.

1911
Neubau des Schulgebäudes im Schlosshof. Damals die schönste Schule in der Region.

1914 - 18
Die Stadt betrauert 81 Gefallene im Ersten Weltkrieg.

1928
Errichtung der Hauswasserversorgung, wobei nur Unteröwisheimer Handwerker zum Zuge kommen.

1939 - 45
Die Stadt betrauert 159 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.

1945
Ca. 300 Heimatvertriebene kommen in den Ort.

1956
Wiederverleihung der Stadtrechte durch das Bundesland Baden-Württemberg.

1971
Am 1. September wird die Stadt Kraichtal gegründet. Unteröwisheim wird Stadtteil.

1989
Der Pfleghof wird durch einen Großbrand weitgehend zerstört.

1991
Der CVJM Baden erwirbt das ausgebrannte "Schloss" und baut es beispielhaft wieder auf.

1996
Übergabe des Rad- und Wirtschaftsweges zwischen Unteröwisheim und Münzesheim.

2004
Einweihung und Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus des CVJM-Lebenshauses.