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Ortsteile der Stadt Kleve

Die heutige Stadt Kleve besteht aus der alten Stadt Kleve und 14 weiteren Ortsteilen. Jeder dieser Ortsteile hat eine eigene Geschichte und einen eigenen Charakter. Um deren Pflege und Erhalt, aber auch um deren Zukunft kümmern sich die Heimatvereine.

Bimmen

Bei Bimmen grenzt das Stadtgebiet von Kleve an die Niederlande. Der Ortsteil ist mit 209 ha Fläche und 152 Einwohnern relativ klein. Bimmen ist alt: der Name ist vorrömisch und wird bereits um 891, als das Kloster Lorsch hier Besitz erwarb, erwähnt. Bimmen gehört zur Düffel, einer Landschaft, die vom Rhein geprägt worden ist. Dieser Fluss hat im Laufe der Zeit auch Teile des Ortes verschlungen. Seit 1970 befindet sich in Bimmen eine Messstation zur Überprüfung der Qualität des Rheinwassers. Die Gemeinschaft im landwirtschaftlich geprägten Dorf wird durch die vielen Aktivitäten des Heimatvereins aufrechterhalten.

Brienen

Die Geschichte dieses heute 351 Einwohner zählenden Ortes am Altrhein reicht bis mindestens in die Karolingerzeit (777) zurück. Direkt westlich endet der um 1400 von der Stadt Kleve angelegte Spoykanal. Die Spoyschleuse diente immer auch zur Entwässerung (vgl. dt. speien, nl. spuien). Sie ist im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erneuert und ausgebaut worden. Das imposante Bauwerk steht unter Denkmalschutz. Beim Hochwasser von 1809, das Johanna Sebus das Leben kostete, verlor Brienen seine Pfarrkirche. Der Ort weist ansonsten eine intakte Dorfstruktur mit schönen Bauernhöfen auf. Entlang des Spoykanals reiht sich eine jüngere Bebauung.

Donsbrüggen

Zu den besonders beliebten Wohnstandorten in Kleve zählt auch Donsbrüggen (1.525 Ew.) Die geringe Entfernung zur Innenstadt spielt hierbei ebenso sehr eine Rolle wie die Waldnähe. Im Wald befinden sich prähistorische Hügelgräber, auf ein hohes Alter des Dorfes deuten ein merowingerzeitliches Gräberfeld sowie die Ersterwähnung des Ortsnamens um das Jahr 721. In der Niederung nördlich der Bundesstraße 9 liegt Schloss Gnadenthal, das um 1704 an der Stelle eines früheren Klosters erbaut wurde und heute als Tagungshotel genutzt wird. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts spielte der Schlossherr eine maßgebliche Rolle beim Bau der neugotischen Pfarrkirche St. Lambertus nach einem Entwurf des Kölner Dombaumeisters Zwirner. Ebenfalls in der Niederung liegt die Alte Mühle Donsbrüggen, die von einem Förderkreis u.a. als Bäckerei genutzt wird. Im Wald jenseits der B9 ruhen auf dem beeindruckenden Ehrenfriedhof Donsbrügger Heide viele Opfer des Zweiten Weltkriegs.

Düffelward

Der im 11./12. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnte Ort Düffelward, der heute 618 Einwohner zählt, hat seine alte Dorfstruktur im Wesentlichen erhalten. Schöne alte Höfe in einer abwechslungsreichen Landschaft begeistern viele Touristen. Jenseits des Altrheins liegt die alte Festung Schenkenschanz, unter deren Belagerung Düffelward 1635/36 sehr gelitten hat. Die Pfarrkirche St. Mauritius, die in ihrer heutigen neugotischen Form 1851/52 erbaut wurde, ist bekannt für ihre Orgel. Hier finden regelmäßig Konzerte statt. In unmittelbarer Umgebung findet sich der vom Heimatverein gestaltete Dorfplatz, der ebenso zum Verweilen einlädt wie die zahlreichen Bänke auf dem Deich. Viele Familien wohnen in der Mauritiussiedlung, die Mitte der 1960er Jahre entstanden ist. Düffelward zählt wie weite Teile der sonstigen Niederung zum Naturschutzgebiet "Düffel - Kellener Altrhein und Flussmarschen". Zudem ist viel Gebiet nach der EG-Vogelschutzrichtlinie und nach der FFH-Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft unter Schutz gestellt.

Griethausen

Historisch gesehen ist Griethausen die zweite Stadt im heutigen Klever Stadtgebiet. Der Ort, der bereits um 1100 erwähnt wird, wurde ab 1364 vom Grafen von Kleve zur Stadt ausgebaut und erhielt 1373 Stadtrecht. Dieses ging 1798 verloren, aber die städtische Vergangenheit Griethausens ist heute noch sichtbar: Die 1.246 Einwohner leben vielfach in Häusern, die sich auf planmäßig angelegten Parzellen konzentriert aneinanderreihen. Auch sind noch ein Stadttor und Reste eines Tertiarissenklosters vorhanden. Die Pfarrkirche St. Martin ist eine imposante dreischiffige Basilika. In späterer Zeit hat Griethausen sich eher zum Fischer- und Gärtnerdorf entwickelt. Ein Banndeich mit großem Fluttor schützt den Ort vor dem Hochwasser. Die riesige Eisenbahnbrücke aus 1865, die einst Bestandteil der Bahnlinie Kleve - Zevenaar war, steht unter Denkmalschutz. Der sich anschließende alte Bahndamm Richtung Kleve wurde als Rad- und Wanderweg ausgebaut. Die Menschen in diesem Ort sind in vielen Vereinen organisiert und feiern als "Wölfkes" gerne Karneval miteinander.

Keeken

Mit 986 ha gehört Keeken zu den größeren Ortsteilen von Kleve. Auf seinen vorwiegend landwirtschaftlichen Charakter deutet allein schon die verhältnismäßig geringe Einwohnerzahl von 715 Personen. In Keeken sind alte Dorfstrukturen sichtbar, die zeigen, dass das Dorf aus verschiedenen Siedlungskernen hervorgegangen ist. Diese waren teils erheblich älter als die erste Erwähnung des Ortsnamens Keeken im Jahr 1122. Die heutige Dorfmitte wird geprägt von der mächtigen alten Pfarrkirche St. Mariae Himmelfahrt mit Friedhof und Dorfplatz. Entlang der Kreisstraße 3, dem ehemaligen Rittersitz Haus Keeken gegenüber, liegt die kleine evangelische Kirche aus 1728. Die 1811 errichtete Keekener Mühle, seit 1993 Seniorenheim, ist mit ihrer weißen Farbe schon von Weitem zu sehen. Das Infozentrum Keeken, eine von vier Besuchereinrichtungen im Naturschutzgebiet "De Gelderse Poort", liegt auf "Beckers halben Hof", einem alten, unter Denkmalschutz stehenden Bauernhof. Hier befindet sich auch das bekannte "Café im Gärtchen". Die Keekener hegen eine besondere Verbundenheit zu ihrem Ort, der beim Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" mehrfach mit Gold prämiert wurde.

Kellen

Der Ortsteil Kellen hat mehrere Gesichter. Es gibt hier einerseits den ursprünglich Kern des 751/52 zum ersten Mal erwähnten Dorfes mit der alten Kirche St. Willibrord und eine Reihe von historischen Höfen am Banndeich des Kellener Altrheins entlang, anderseits in Nähe zur Klever Unterstadt eine viel jüngere Siedlung mit viel Gewerbe und zahlreichen Arbeiterwohnungen. Die Industrialisierung des Wirtschaftsraums Kleve hat vor allem in diesem Bereich stattgefunden und hier entstand um die 1930 eingeweihte neue Kirche St. Willibrord eine neue Ortsmitte. In Kellen befand sich bis zur Kommunalreform von 1969 auch die Verwaltung des Amtes Griethausen. Heute wird der 7.652 Einwwohner zählende Ortsteil von der Emmericher Straße (B220) dominiert. Entlang dieser Straße befinden sich viele Geschäfte, das Finanzamt, das Gebäude der Bundespolizeiinspektion Kleve und auch Haus Schmithausen, der Sitz der Euregio Rhein-Waal. Die alten Industrieanlagen auf Kellener Grundgebiet, die teilweise unter Denkmalschutz stehen, werden jetzt anderweitig genutzt. In der ehemaligen XOX-Biskuitfabrik befindet sich z. B. das XOX-Theater. Das heutige Kellen ist auch ein Schulzentrum. Es befinden sich hier u.a. die Karl-Kisters-Realschule, das Konrad-Adenauer-Gymnasium, das Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung und eine Lehr- und Versuchsanstalt der Landwirtschaftskammer NRW auf Haus Riswick. Möglichkeiten zur Erholung bietet der von einem Verein getragene Naturpark Kellen. Daneben gilt der Bereich des Kellener Altrheins als Naturschutzgebiet.

Materborn

Der Ort Materborn, eine ursprüngliche Rodungssiedlung im Wald auf den Höhen des Reichswaldes, ist erheblich jünger als die Siedlungen in der Niederung. Die erste schriftliche Erwähnung ist 1319 zu datieren. Die Einwohnerzahl hat sich ab dem späten 19. Jahrhundert rasant entwickelt und heute ist Materborn mit 11.136 Einwohnern nach Kleve der bevölkerungsreichste Ortsteil im Stadtgebiet. Das war in erster Instanz eine Folge der Industrialisierung, nach der Kommunalreform von 1969 hat dieser hügelreiche und waldnahe Ortsteil sich dann zu einem der beliebtesten Wohngebiete der sich ausdehnenden Stadt Kleve entwickelt. Die alte Grenze zwischen Materborn und Kleve ist heute nicht mehr sichtbar. Das alte Dorfzentrum von Materborn um die 1880-1882 erbaute neugotische Kirche St. Anna ist in den vergangenen Jahren neu gestaltet worden. Hier befindet sich seit 2016 ein Wohnpark der Lebenshilfe gGmbH. Die aus 1663 stammende, 1914 ausgebaute Burg Ranzow dient als Seniorenheim; im Gartenbereich befindet sich seit 2013 die Wohnungsgemeinschaft St. Monika für Demenzkranke. Das Dorfleben in Materborn pulsiert und die jährlich im Sommer stattfindende "Materborner Kirmes" erfreut sich über die Grenzen der Stadt Kleve hinaus großer Beliebtheit.

Reichswalde

Das mit Abstand jüngste Dorf im Klever Stadtgebiet ist Reichswalde. In den Jahren 1948-1950 wurden im Reichswald drei neue Siedlungen angelegt. Zwei Drittel der Siedler waren Heimatvertriebene, die übrigen stammten vom Niederrhein. Aus den drei Rodungdörfern wurden 1952 die zwei Gemeinden Nierswalde, die heute zu Goch gehört, und Reichswalde, die 1969 zu Kleve kam. Die Herz-Jesu-Kirche im überwiegend katholischen Reichswalde wurde 1956 eingeweiht. Reichswalde weist heute noch deutlich die Züge einer Plansiedlung auf. Der wirtschaftliche Schwerpunkt liegt beim Gartenbetrieb. Seit einigen Jahren zählt Reichswalde außerdem zu den beliebtesten Wohngebieten innerhalb der Stadt Kleve. Es ist hier ab 2005 ein Neubauviertel entstanden, in dem viele Familien ihren Traum vom eigenen Haus realisieren konnten. Aktuell leben in Reichswalde 2.471 Einwohner. Das Vereinsleben in diesem Ortsteil blüht. Neben dem Heimatverein gibt es hier u.a. einen besonders aktiven Schützenverein, die St. Hubertus-Bruderschaft. Die Köhlerei Reichswalde veranstalten alle zwei Jahre ein großes Meilerfest.

Rindern

Der Ortsteil Rindern, der heute 2.711 Einwohner zählt, hatte bereits zur Römerzeit eine gewisse Bedeutung. Davon zeugen zahlreiche archäologische Funde aus dieser Zeit, die man heute teilweise im Museum Forum Arenacum sehen kann. Vielfach wird Rindern mit dem römischen Auxiliarkastell Arenacum identifiziert. Im Früh- und Hochmittelalter war Rindern erneut bedeutend. Um 721 stand der hl. Willibrord, der angelsächsische "Apostel der Friesen", der hiesigen Kirche mit einer klosterähnlichen Klerikergemeinschaft vor und später verwalteten die Abtei Echternach (im heutigen Luxemburg), die Abtei Brauweiler (bei Köln) und das Kloster St. Quentin (in Nord-Frankreich) ihre niederrheinischen Besitzungen von diesem Ort aus. Auch das Stift Xanten war hier reich begütert. Die heutige neugotische Kirche, die 1869-1872 als Ersatz für das mittelalterliche Gebäude errichtet worden ist, befindet sich im noch weitgehend intakten Dorfkern von Rindern. Im südlichen Teil des Ortsteils sind die alten Dorfstrukturen dagegen im 17. Jahrhundert durch die Anlagen des Neuen Tiergartens vom kurbrandenburgischen Statthalter Johann Moritz von Nassau-Siegen verwischt worden. In diese Anlagen wurde auch ein Jagdschloss einbezogen, das heutige Katholische Bildungszentrum Wasserburg Rindern. Die Wohnbebauung Kleves breitete sich bereits im 19. Jahrhundert teilweise auf das Rinderner Grundgebiet aus und im 20. Jahrhundert sind hier große Neubauviertel entstanden. In Rindern verbrachte der später weltberühmte Künstler Joseph Beuys einen Teil seiner Jugend.

Salmorth

Auf einigen alten Rheinwarden erstreckt sich Salmorth. Dieser nur 19 Einwohner zählende Ortsteil zwischen Rhein und Altrhein kennt keinen Ortskern, sondern nur Einzelhöfe. Die Rheinstraße führt von Griethausen aus an der alten Eisenbahnbrücke und am Bahndamm entlang zu der Firma ADM Spyck GmbH. Diese Firma, die man besser als die "Ölwerke Spyck" kennt, liegt direkt am Rhein und produziert Speiseöle. Ein wenig stromabwärts liegt die Kläranlage der Stadt Kleve. Ansonsten wird Salmorth von der Landwirtschaft geprägt. Außerdem ist dies ein Naturschutzgebiet.

Schenkenschanz

Die Häuser der knapp 103 Einwohner von Schenkenschanz liegen stark konzentriert im Bereich der ehemaligen gleichnamigen Festung. Diese ist, nachdem sie 1586 von Martin Schenk von Nideggen für die niederländischen Generalstaaten angelegt worden war, mehrfach erweitert worden und soll um die Mitte des 17. Jahrhunderts ungefähr 100 Häuser umfasst haben. Durch Flussverlagerungen sind in späterer Zeit zwei Drittel der Festung weggespühlt worden und ihre alten Konturen sieht man heute nur noch an der Südseite des Ortes. Schenkenschanz war ein wichtiges Glied in der Kette von Festungen, die die Niederlande ab dem ausgehenden 16. Jahrhundert im Süden und Osten schützten. Die heftigsten Kämpfe haben 1635/36 bei der niederländischen Belagerung und Rückeroberung von Schenkenschanz nach einer Einnahme durch spanische Truppen stattgefunden. Später konnten französische Truppen die Festung verschiedene Male so gut wie kampflos einnehmen. Die Festung war auf klevischem Hoheitsgebiet angelegt worden, der Grund und Boden wurde erst 1768 formell an die Niederlande abgetreten, 1816 kam Schenkenschanz jedoch wieder an Preußen. Da der Ort Schenkenschanz hochwassergefährdet ist, wird er von einer mächtigen Mauer geschützt. Die sonstigen Teile des Ortsteils unterstehen dem Naturschutz. Hinter der Mauer entfaltet sich ein reichhaltiges Vereinsleben mit Heimatverein, Schützenverein und Marinespielmannszug. Die öffentlichen Feste auf Schenkenschanz, wie die Kirmes und das Weinfest, ziehen immer auch Besucher vom "Festland" an.

Warbeyen

Etwa auf halbem Wege zwischen Kellen und der Rheinbrücke bei Emmerich liegt Warbeyen. Es handelt sich um ein 759 Einwohner zählendes Straßendorf, das von der Emmericher Straße (B220) durchschnitten wird. Den historischen Kern der Siedlung bildete wohl der Hof Warbeyen, den der Kölner Erzbischof dem St. Pantaleonstift in Köln vermachte.
Die Kirche St. Hermes stammt teilweise aus dem 15. Jahrhundert, aber ein Vorgängerbau war spätestens um das Jahr 1300 bereits vorhanden. Es handelte sich ursprünglich um eine Tochterkapelle der Kirche von Huisberden, die ihrerseits dem Kloster Corbie in Frankreich gehörte. Als Pfarrkirche ist sie ab 1389 bezeugt. In stark landwirtschaftlich geprägten Warbeyen wird alljährlich im Herbst ein großer Erntedankzug organisiert.

Wardhausen

Westlich des um 1400 angelegten Spoykanals liegt Wardhausen. Seine Geschichte reicht wie im Falle Brienens mindestens bis in die Karolingerzeit (777) zurück. Wardhausen setzte sich ursprünglich aus einigen wenigen Einzelhöfen auf einem Ward zusammen, präsentiert sich aber heute eher als Straßendorf am Kanal entlang. In jüngster Zeit sind neue Wohnhäuser an den Straßen Binnen Voisselt und Am Pölleken entstanden, so dass Wardhausen inzwischen 212 Einwohner zählt. Im südlichen Bereich des Ortsteiles erstreckt sich ein Gewerbegebiet. Am Rheindeich befindet sich das große Denkmal für die bei dem Hochwasser von 1809 ums Leben gekommene Johanna Sebus.