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Geschichtliches aus Kaltenkirchen

Im Jahre 1301 erfolgte die erste schriftliche Erwähnung Kaltenkirchens. Es wird aber davon ausgegangen, dass Kaltenkirchen im Zuge der Neuorganisation des Kirchenwesens in Holstein im 12. Jahrhundert entstanden ist. Bereits damals nahm der Ort zentrale Aufgaben wahr, da die Kirche als Mittelpunkt eines sog. "Kirchspiels" Anlaufpunkt für die umliegenden Dörfer war. Hinsichtlich des Ursprungs und Bedeutung des Ortsnamens können aber nur Vermutungen angestellt werden. Aus Koldenkerken wurde um 1640 Koldenkarken, Koldenkirchen (1701) und schließlich Kaltenkirchen. Eventuell handelt es sich hier um eine Lagebezeichnung und weist auf eine abseits gelegene oder ehemals verlassene Kirche hin.

Die Entwicklung im Mittelalter lässt sich nur durch wenige schriftliche Belege nachvollziehen. Bis in das 15. Jahrhundert bestand eine Abhängigkeit zum benachbarten Gut Kaden und deren Eigentümer. Während des 30-jährigen Krieges wurde Kaltenkirchen mehrfach zerstört. Erst nach längerer Stagnation entwickelte sich der Ort im 18. Jahrhundert zum eigentlichen Kirchdorf. Als Sitz der Kirchspielvogtei von 1701 bis 1867 war das Dorf nunmehr nicht nur kirchlicher Mittelpunkt, sondern übte auch Funktionen der Verwaltung und der Justiz aus. Vorübergehend wurde Kaltenkirchen auch Sitz eines Amtsgerichts 1867 bis 1871.

Mit der Anbindung an die Bahnlinie der heutigen AKN Eisenbahn AG im Jahr 1884 wurde die Entwicklung des Ortes forciert. 1910 zählte das Dorf bereits 1.465 Einwohner.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden in den Ortsteilen Heidkaten und Moorkaten militärische Einrichtungen und ein Militärflugplatz angelegt, zu dessen weiteren Ausbau ab Herbst 1941 auch sowjetische Kriegsgefangene und ab Spätsommer 1944 KZ-Häftlinge des KZ-Außenkomandos Kaltenkirchen in Nützen/Springhirsch eingesetzt wurden. Die genaue Zahl der Menschen, die in dieser Zeit hier verstarben, ist nicht bekannt. Die umfangreichen geschichtlichen Aufarbeiten zu diesem Zeitabschnitt gehen aber davon aus, dass allein im Bereich des KZ-Außenkommandos über 700 Menschen verstarben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verdoppelte sich die Einwohnerzahl durch die zahlreichen Flüchtlinge, die überwiegend in den ehemaligen militärischen Anlagen Unterkünfte erhielten. Ab 1948 begann in Kaltenkirchen eine rege Bautätigkeit, die schnell zu einem Anwachsen des Ortes führte. Die Diskussion um den Flughafen Kaltenkirchen, der an der östlichen Gemarkungsgrenze realisiert werden sollte, verstärkte diese Entwicklung. Mit rund 10.000 Einwohnern erhielt Kaltenkirchen am 27. November 1973 seine Stadtrechte. Auch nachdem das Flughafenprojekt nicht weiter betrieben wurde, konnte Kaltenkirchen weiter steigende Einwohnerzahlen verzeichnen. Zwischenzeitlich als Wirtschaftsstandort etabliert, eröffnete Kaltenkirchen mit günstigen Baupreisen die Möglichkeit, im Ort nicht nur zu wohnen, sondern auch zu arbeiten. Als ein Mittelzentrum mit zahlreichen Aufgaben für das Umland ist Kaltenkirchen heute eine Kleinstadt mit rund 20.000 Einwohnern, die darauf Wert legt, trotz großzügiger Gewerbegebiete die kleinstädtische Beschaulichkeit, die der Ortskern ausstrahlt, zu erhalten.