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Geschichte und Schloss Glücksburg

Bis 1623 gehörte das heutige Stadtgebiet zum Kirchspiel Munkbrarup, das ursprünglich Hodenis-Brarup hieß und erst nach Anlegung des Rudeklosters im Jahre 1210 Munkbrarup genannt wurde. Das Rudekloster lag in dem später aufgestauten Schlossteich und hatte große Besitzungen. 1582 wird Herzog Johann der Jüngere Eigentümer des Klosters; der Abriß des Klosters erfolgt 1583.

Das Wasserschloss wurde von Herzog Johann dem Jüngeren in den Jahren 1583-1587 erbaut. Der ausführende Baumeister war Nikolaus Karies.

Das Wasserschloss, eines der schönsten Norddeutschlands, zeigt mit seinen vier Ecktürmen, den weißen Mauern, dem roten Ziegeldach und seinen drei aneinander gebauten Langhäusern ein bezauberndes Spiegelbild im Schlosssee.

Der Ortsvorgänger Glücksburg ist das kleine Walddorf Schauby, (abgeleitet wohl von Skow = Wald und By = Ort/Dorf), das bis ins 16. Jahrhundert bestand.

Durch den Bau des Schlosses wurde die Entwicklung des kleinen Dorfes Schauby stark beeinflußt. Später übertrug sich der Name des Schlosses "Glücksburg" auf den Ort. Uneinigkeit besteht darüber, woher der Name "Glücksburg" abgeleitet ist. Nach der einen Ansicht ist "Glücksburg" von dem Wahlspruch des Erbauers des Schlosses "Gott gebe Glück mit Frieden" abgeleitet worden. Allerdings ist in der ältesten Karte von Angeln aus dem Jahr 1559 "Lucksborg" zu lesen, auch wird in anderen Schriften "Luxborg" genannt. Dieses läßt wiederum die Deutung zu, dass die Silbe "Glück(s)" von dem dänischen Wort "lyke" = Koppel oder Lichtung abgeleitet wurde, da die Sprache des dänischen Hofes deutsch war. Wurde also aus dem Wort "Lucksborg oder Lyksborg" des dänisch sprechenden Volkes das Wort "Glücksburg" des deutsch sprechenden Hofes?

Am 7. 7. 1842 erhielt der Ort Glücksburg mit 700 Einwohnern die Fleckengerechtigkeit und damit das Privileg, zweimal jährlich Markt abhalten zu dürfen.

Am 1. 4. 1900 wurde dem Flecken Glücksburg mit zwischenzeitlich 1661 Einwohnern das Stadtrecht verliehen. Schon Ende des 18. Jahrhunderts hatte Glücksburg eine Industrieschule und die königlich-dänische Ackerakademie.

Das Schloss Glücksburg war Residenz des von 1622-1779 bestehenden Herzogtums Glücksburg, später zeitweise Sommerresidenz des dänischen Königs. Zu diesem Herzogtum gehörte auch fast die gesamte Insel Aerö. Heute verbindet Glücksburg und Aerö bzw. die Kommune Aerøskøbing eine seit 1970 bestehende Partnerschaft.

Nach dem Tode des dänischen Königs Frederik VII., des letzten aus dem Oldenburger Hause, kam 1863 Christian IX. (geb. 8. 4. 1818, gest. 29. 1. 1906) als erster Glücksburger auf den dänischen Thron. Er wurde der "Schwiegervater Europas" genannt, denn seine Töchter heirateten nach England und Rußland; sein zweiter Sohn bestieg den griechischen Königsthron. Ein Enkel wurde König von Norwegen und ein anderer Enkel - Christian X. - König von Dänemark (1912-1947). Aus diesem Grund wird das Schloss Glücksburg auch "Wiege europäischer Königshäuser" genannt.

Christian der IX. mußte nach seinem Regierungsantritt am 15. 11. 1863 die sog. eiderdänische Verfassung unterzeichnen, die den Krieg von 1864 auslöste.

Das bewohnbare Schloss ist den Besuchern heute als Museum zugänglich. Eine der bedeutendsten Tapisserien-Sammlungen Deutschlands mit Gobelins und Ledertapete aus Belgien ist hier zu sehen. Im Sommerhalbjahr finden im Weißen Saal des Schlosses Schlosskonzerte des Schleswig-Holsteinischen Musikfestivals statt. In der im Schlosspark gelegenen Orangerie werden Kunstausstellungen durchgeführt.

Schlossverwaltung Telefon: 44233-0