Gehe zum Inhalt, überspringe Menüs

 

Kurzer Überblick über die Geschichte unserer Stadt und ihre derzeitige Situation

Vorgeschichte

Am Fuße des Berges, auf dem die Stadt Frankenberg (Eder) errichtet wurde, kreuzten sich zwei alte Heer- und Handelsstraßen. Aus dem Gebiet des unteren Mains kam vom Burgwald her die "Weinstraße" (Wagenstraße), überquerte durch eine Furt die Eder und ging weiter über die Höhen links des Flusses nach Westfalen. Vom Westen kam die Siegener Straße über die Lahn-Eder-Wasserscheide und führte, den Berg nördlich umgehend, weiter in den niederhessischen Raum. Wenn auch die Ereignisse der Vorzeit im Dunkeln liegen, so darf man doch annehmen, daß der beherrschende Berg an der mittleren Eder für den Ausbau einer Machtstellung in diesem Raum immer eine bevorzugte Rolle spielte.

Frankenzeit

Nachdem der hessische Raum um das Jahr 500 in den fränkischen Machtbereich einbezogen worden ist, erlangte der gut zu verteidigende Berg in den Auseinandersetzungen mit dem nördlich der Eder ansässigen Stamm der Sachsen eine erhöhte militärische Bedeutung. Er wurde von den Franken schon frühzeitig befestigt. Als jedoch zu Beginn des 8. Jahrhunderts die Einfälle der Sachsen zunahmen, ließ Karl Martell starke Befestigungsanlagen errichten und die mächtige Grenzfeste durch eine ständige Besatzung sichern. Sie diente während der Sachsenkriege (772 bis 804) als Basis für die fränkischen Gegenangriffe weit ins Sachsenland hinein, wobei die Weinstraße als Vormarsch-, Binde- und Nachschubstraße neue Bedeutung erlangte. Nach der Unterwerfung der Sachsen war die Festung überflüssig geworden. Die dem Verfall preisgegebenen Bauwerke hielten die Erinnerung an die Franken über Jahrhunderte wach.

Die Gründung der Stadt

Ob der Berg weiterhin bewohnt gewesen ist, läßt sich mit Sicherheit nicht mehr feststellen. Vielleicht waren hier in den kommenden Jahrhunderten noch Lager- und Handelsplätze für durchziehende Reisende und Kaufleute. Erst in den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts trat der "Frankenberg" wieder in das Licht der Geschichte. Die thüringisch-hessischen Landgrafen versuchten, zwischen ihren nieder- und oberhessischen Besitzungen, unter Umgehung der dazwischen liegenden Grafschaft Ziegenhain, eine Verbindung herzustellen. Diese Absicht durchkreuzten die Mainzer Erzbischöfe, indem sie ihren Machtbereich von Westen her bis in das Wohratal vorschoben. Da holte der Landgraf von Thüringen zu einem entscheidenden Gegenschlag aus. Gestützt auf alte grundherrliche Rechte ließ er 1233/34 auf dem Frankenberg, mitten in der mainzischen Grafschaft Battenberg, auf der Grenze zwischen den Gerichtsbezirken Röddenau und Geismar, gleichzeitig eine Burg und eine Stadt, alle Einsprüche der benachbarten Grundherren mißachtend, errichten. Auf der äußersten Spitze der nach drei Seiten steil abfallenden Bergzunge entstand eine Burg, die das ganze mittlere Edertal beherrschte. An diese schloß sich eine Vorburg an, die gleichzeitig den kirchlichen Bereich umschloß. Unmittelbar dahinter wurde nach genauen Plänen, wie der Stadtplan ausweist, die Stadt aufgebaut. Den Rücken des Berges und den nach Norden abfallenden Teil umfaßte der große Marktplatz; die Zweiteilung des Platzes, an dessen westlichem Ende das Rathaus errichtet wurde, ist möglicherweise erst später erfolgt. Man erkennt die Absicht des Erbauers, die Bergstadt nicht nur zu einer starken Bastion im feindlichen Umland zu machen, sondern ihr auch - die günstige Verkehrslage ausnutzend - ein wirtschaftliches Gewicht zu geben. Die Einwohnerschaft der neuen Stadt setzte sich aus den Bewohnern der umliegenden Dörfer und Weiler zusammen, die umgesiedelt wurden oder auch freiwillig ihre alten Wohnstätten verließen. So wurden im Laufe der Zeit 16 Siedlungen wüst, deren Namen größtenteils in Flurbezeichnungen fortleben. Frankenberg wurde schon bald mit einer mächtigen Mauer umgeben. Von den 25 Türmen ist noch der "Hexenturm" an der Ostseite erhalten; die fünf Stadttore jedoch sind verschwunden.

Blütezeit

Das neue Gemeinwesen wuchs schnell heran, gestützt auf einen gesunden Kaufmanns- und Handwerkerstand. Es war ein Zeichen des wachsenden Wohlstandes, daß man schon 1286, nachdem die kirchliche Abhängigkeit von Geismar aufgehoben war, mit dem Bau einer großen Marienkirche, der heutigen Liebfrauenkirche, begann, deren Vorbild die eben fertiggestellte Elisabethkirche in Marburg war. Die Frankenberger Kaufleute pflegten weiträumige Handelsbeziehungen, wovon neben den Wochenmärkten die vier Jahrmärkte Zeugnis geben. Der wirtschaftliche Aufschwung förderte auch eine schnelle kulturelle Aufwärtsentwicklung. Schon im 13. Jahrhundert hatte Frankenberg eine Stadtschule (Lateinschule), die um 1500 ihre größte Blütezeit erlebte. An die 1360 vollendete Kirche wurde 1370 bis 1380 die Marienkapelle angebaut, ein Meisterwerk des Thyle von Frankenberg.

Die Gründung der Neustadt

Das stetige Anwachsen der Bevölkerung machte eine Vergrößerung der Stadt notwendig, und so wurde auf Initiative des Landgrafen im Jahre 1335 am Fuße des Berges nach der Eder hin die Neustadt gegründet. Sie entstand entlang der Siegener Straße (Handelsweg), hatte zwar eine eigene Verwaltung, unterstand aber gerichtlich und kirchlich der Altstadt und besaß keinen eigenen Marktplatz. Erst 1556 wurde sie mit der Altstadt zu einem Gemeinwesen vereinigt.

Der Große Brand und seine Folgen

Am 9. Mai 1476 brach ein Feuer aus, dem die gesamte Altstadt zum Opfer fiel. Auch die Liebfrauenkirche brannte völlig aus. Obwohl die Bürger den Wiederaufbau umgehend in Angriff nahmen, so hat sich Frankenberg (Eder), das damals zu den bedeutendsten hessischen Städten zählte, nie wieder ganz von dieser Brandkatastrophe erholt. Im Jahre 1507 brannte zudem noch die halbe Neustadt nieder. Der Sitz des Amtes Frankenberg, das seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bestand und die Stadtbezirke von Frankenberg und Frankenau sowie das halbe Gericht Geismar umfaßte, wurde in das anstelle einer alten Wasserburg neu erbaute Jagdschloß Wolkersdorf verlegt. Hierdurch entstand das Amt Wolkersdorf, dem die Untergerichte Röddenau (mit den angegliederten Gerichten Rengershausen und Bromskirchen) und das Gericht Geismar (das "Ämmetche") angehörten. Erst im 16. Jahrhundert entstand wieder ein Amt Frankenberg, in dem außer der Stadt das ehemalige Kloster Georgenberg, der Hof Rodenbach und die Kellerei Wiesenfeld vereinigt waren und das 1604 mit dem Amt Wolkersdorf vereinigt wurde.

Frankenberg im 16., 17. und 18. Jahrhundert

Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt wieder aufgebaut. Nur das um 1270 von dem reichen Ratsherrn und ersten Bürgermeister Werner Frieling erbaute "Steinhaus" hatte den Brand überstanden. Das neue prächtige Rathaus, das heute noch das Wahrzeichen der Stadt darstellt, wurde 1509 vollendet. Nach dem Jahre 1526 wurde, wie in den übrigen Teilen Hessens, auch in Frankenberg (Eder) durch die Prediger Ludwig Stippius und Caspar Tholde die Reformation eingeführt. Die unter Landgraf Moritz 1609 erzwungene Reform der Kirche ist für die Zerstörung der Apostel- und Heiligenfiguren in der Kirche und an der Marienkapelle verantwortlich. In Pestjahren zwischen 1529 und 1611 suchte die Marburger Universität fünfmal Zuflucht in den Mauern Frankenbergs.

Der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) schlug der Stadt, wie auch dem ganzen Hessenlande, schwere Wunden. Die wirtschaftlich günstige Lage der Stadt am Schnittpunkt zweier Heeresstraßen wurden ihr, wie auch in späteren Kriegen, zum Verhängnis. Durchziehende Truppen beider kriegführenden Seiten sowie eine längere Besetzung durch kaiserliche Truppen fügten der Stadt unermeßlichen Schaden zu. In der Nähe der Stadt, auf der "Totenhöhe", fand im Jahre 1646 ein Treffen zwischen den Soldaten von Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel, durch schwedische Truppen verstärkt, statt, wobei die letzteren den Sieg davontrugen.

Auch der Siebenjährige Krieg (1756-1763) wirkte sich auf Frankenberg (Eder) und seine Umgebung aus. 1756 musste die Stadt drei Kompanien des Prinz Isenburgischen Regiments aus dem Hanauischen aufnehmen. Die Bürger litten unter Kontributionszahlungen und Fourageforderungen sowie vor allem seit 1759 unter der Einquartierung französischer Truppen. Am Ende des Krieges belief sich der Gesamtschaden für die Stadt auf fast 217.000 Reichstaler. 1762 kam es zwischen hessischen und französischen Truppen zu kämpferischen Auseinandersetzungen im Bereich des Burgbergs rund um die Liebfrauenkirche.

Frankenberg bis zum Ersten Weltkrieg

In der französischen Zeit (1806 - 1813) war in Frankenberg (Eder)der Sitz eines Kantons des Werra-Departements im Königreich Westfalen. Im Jahre 1821 wurde Frankenberg Kreisstadt des neu gebildeten Kreises Frankenberg, der aus den ehemaligen Ämtern Frankenberg, Hessenstein, Rosenthal und Haina sowie dem Gericht Viermünden bestand. Der Kreisrat, seit 1834 Landrat, hatte seinen Sitz im Kloster St. Georgenberg. In seiner Stellung war Frankenberg (Eder) zu einem unbedeutenden Acker-Bürger-Städtchen herabgesunken. Seine wirtschaftlichen Stützen waren, wie schon im Mittelalter, die Tuchmacher und die Gerber. Während gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Wollen- und Tuchmacherzunft 106 und die Lohgerberzunft 46 Mitglieder hatte, stieg bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Tuchmacherzunft auf 140 Mitglieder an; die Rot- und Weißgerberei erlebte eine neue Blüte. Neben den übrigen Zünften gab es damals auch eine Strumpfweber- und Handschuhmacherzunft.

In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts machte sich ein spürbarer Rückgang bemerkbar, der sich auch in den Einwohnerzahlen ausdrückt (1787 = 2.611, 1867 = 3.163 und 1884 = 2.787 Einwohner).

Von 1590 bis 1817 wurde bei Frankenberg Kupfer-, Silber und Bleierz gewonnen und verhüttet. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden verschiedene Versuche unternommen, den Bergwerksbetrieb wieder in Gang zu setzen, aber 1875 wurde er endgültig eingestellt.

Die Zeugen des früheren Bergbaues sind noch zwischen Frankenberg und Geismar sichtbar. Auch die Namen "Alte Hütte", "Neue Hütte" und "Zechenhaus" erinnern daran.

Erst der Anschluß Frankenbergs an das Eisenbahnnetz leitete einen, wenn auch bescheidenen, wirtschaftlichen Aufschwung ein. 1890 wurde die Strecke Marburg - Frankenberg (Eder) eröffnet, was die Gebrüder Thonet aus Wien dazu veranlaßte, in der Nähe des Bahnhofs, gestützt auf den Holzreichtum des Kreises, eine Stuhlfabrik zu gründen. Zehn Jahre später wurde die Strecke über Korbach nach Warburg fortgeführt, wodurch die Verbindung nach Westfalen hergestellt wurde. 1908 wurde die Strecke nach Bestwig und 1910 die nach Berleburg fertiggestellt. Pläne, das Eisenbahnnetz durch eine Strecke Zimmersrode - Gemünden - Frankenau - Frankenberg (Eder) und eine Strecke Frankenau - Gudensberg zu vervollständigen, kamen vor dem Ersten Weltkrieg nur zum Teil zur Ausführung. Die Verbindung Zimmersrode - Gemünden - Kirchhain konnte noch hergestellt werden; die übrigen Pläne blieben unverwirklicht.

Die Wasserversorgung der Stadt erfolgte seit Jahrhunderten durch vier Brunnen und fünf Kümpe, in die das Ederwasser durch ein Pumpwerk in der Niedermühle hochgepumpt wurde. Im Jahre 1899 wurde die erste Wasserleitung fertiggestellt. Das Wasser der Quelle im Teich wurde zur Teichmühle geleitet und von dort zuerst durch eine von einem Benzinmotor, später elektrisch angetriebene Pumpe in den Hochbehälter auf der Burg gepumpt, von wo aus es in die einzelnen Häuser der Stadt gelangte. Die Gernshäuser Quelle wurde 1913 gefaßt und das Wasser durch eine Leitung in die Stadt geführt. Im Jahre 1903 wurde in das städtische Gebäude "Niedermühle" eine Turbine eingebaut, die durch Ederwasser getrieben wurde. Mit dieser Turbine und einem Sauggasmotor (60 PS) wurde der Strom für das erste elektrische Licht in Frankenberg erzeugt. Im Zuge der allgemeinen Elektrifizierung Nordhessens wurde die Stromversorgung durch Überlandkabel der PREAG im Jahre 1921 sichergestellt.

1871 erfolgte die Vermessung und Kartierung der Frankenberger Gemarkung. Die Verkopplung wurde in den neunziger Jahren in Angriff genommen und 1904 vollendet. Der Wirtschaftsaufschwung vor dem Ersten Weltkrieg drückt sich aus in den wieder ansteigenden Einwohnerzahlen - im Jahre 1908 lebten in Frankenberg (Eder) 3.314 Einwohner.

Nun begann die Stadt, ihre seit der Gründung bestehende, durch die Stadtmauer markierte Grenze zu überschreiten. 1890 wurden der Bahnhof und die Stuhlfabrik Thonet und wenig später die neue Post hinter dem Landratsamt gebaut. Im Jahre 1900 entstand das Sparkassengebäude vor dem Geismarer Tor; es folgten 1903 das Amtsgericht, 1905 das Lehrerseminar mit Seminar-Übungsschule; heute befindet sich dort das Gymnasium (Edertalschule). 1913 entstand die Stadtschule (Ortenbergschule), 1905 wurde vor dem Linnertor die israelische Schule gebaut. Durch den Ersten Weltkrieg wurde eine wirtschaftliche und kulturelle Stagnation hervorgerufen; auch während des Zweiten Weltkrieges fanden, außer einigen Siedlungshäusern im Ederdorf und einigen Um- und Erweiterungsbauten, in der Stadt Frankenberg keine wesentlichen Veränderungen statt.

Auch eine Stadterweiterung (144 ha), die in einem Gutachten über den Gau Frankenberg von der Forschungsstätte für die Deutsche Siedlungsgesellschaft im Reichsheimstättenamt östlich des Friedhofes 1914 gefordert worden war, wurde nicht verwirklicht (teilweise heutiges Neubaugebiet).

Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten kam es auch in Frankenberg (Eder) zur Verfolgung von politischen Gegnern und vor allem der jüdischen Bürger. Am 1. April 1933 wurden die jüdischen Geschäfte boykottiert, im November 1938 ("Reichspogromnacht") die Synagoge im Scharwinkel und die jüdische Schule in der Hainstraße (damals "Horst-Wessel-Straße") verwüstet. Anfang September 1942 wurden die letzten jüdischen Einwohner in das Ghetto Theresienstadt in Böhmen deportiert.

Von direkten Kriegseinwirkungen blieb Frankenberg (Eder) weitgehend verschont. Bei zwei Luftangriffen im März 1945 auf den Bahnhof kamen jedoch insgesamt 95 Menschen ums Leben. Die Möbelfabrik Thonet wurde schwer beschädigt.

Frankenberg nach dem Zweiten Weltkrieg

Mit dem Flüchtlingsstrom nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl der Stadt Frankenberg (Eder) sprunghaft um 2.000 Einwohner an. Hierdurch entstanden Baugebietserweiterungen im Ederdorf, am Hinstürz, im Johannisland, am Kegelberg und am Hassencamp. Schon vor der Währungsreform 1948 hatte der Landkreis Frankenberg mit dem Bau des Kreiskrankenhauses am Goßberg begonnen, dem inzwischen eine Schwesternschule und ein Schwesternwohnheim Anfang der 70er Jahre angefügt wurde. 1975 wurde das Krankenhaus erweitert und ist inzwischen eine morderne Hessenklinik geworden.

Seit 1962 ist Frankenberg (Eder) Garnisonsstadt. In den Jahren 1962/63 wurde das Problem der Abwasserbeseitigung durch den Bau einer Kläranlage, die 1978 erweitert wurde, gelöst. Der steigende Wasserbedarf wurde durch die Erbohrung von Tiefbrunnen, den Bau von Trinkwasserhochbehältern und eines Pumpwerkes und der steigende Elektrizitätsbedarf durch die Verlegung neuer 20 kV-Ringleitungen und durch den Bau neuer Transformatorenstationen gesichert.

In den 60er und 70er Jahren wurden die vorhandenen Schulen (Ortenbergschule, Edertalschule, Burgwaldschule) zu modernen Schulen erweitert und im Wermersdorf die Wigand-Gerstenberg-Schule und an der Geismarer Straße die Friedrich-Trost-Schule (Schule für Lernbehinderte) neu erstellt. Die Kreisberufsschule, die 1950 noch in einer Baracke auf dem Sportplatz an der Eder untergebracht war, wurde Anfang der 60er Jahre an der Marburger Straße neu gebaut und Ende der 70er Jahre zu einem leistungsfähigen Berufsausbildungszentrum mit Berufsfachschule und Fachoberschule für Ingenieurwesen erweitert. Die Landwirtschaftsschule an der Rosenthaler Straße entstand in den 20er Jahren und hat durch die Verwaltungsreform der 70er Jahre an Bedeutung verloren. Der Friedrich-Trost-Schule (Sonderschule) wurde Ende der 70er Jahre eine Beschützende Werkstatt und ein integrierter Sonderkindergarten angegliedert.

In der Aue wurde in den 60er Jahren ein Industriegebiet erschlossen und in den 70er Jahren erweitert, in dem einige wesentliche neue Betriebe angesiedelt werden konnten. Hierdurch trat eine Stärkung der Wirtschaftskraft und eine Verbesserung der Wirtschaftsstruktur der Stadt Frankenberg (Eder) ein. Auch wurde in der Aue ein neues Katastrophenschutzzentrum eingerichtet, das alle dem Katastrophenschutz dienenden Einrichtungen, wie Feuerwehr - örtlicher und überörtlicher Teil -, den Katastrophenschutz und das Deutsche Rote Kreuz beheimatet.

1967 wurde ein neues Hallenbad mit Sauna und medizinischer Bäderabteilung in unmittelbarer Nähe der Parkanlage am Teichweg erbaut und im Jahre 1972 ein Freibad mit Minigolfanlage angegliedert.

Im Rahmen der Gebietsreform wurden in den Jahren 1970/71 12 Dörfer in die Stadt Frankenberg (Eder) als Stadtteile eingegliedert. Die Stadtgebietsfläche vergrößerte sich dadurch von 2.736 ha auf 12.518 ha und die Einwohnerzahl stieg von 9.397 auf 15.263 Einwohner. 1974 mußte aufgrund der kommunalen Neugliederung in Hessen die frühere Kreisstadt Frankenberg (Eder) den Verwaltungssitz an Korbach abgeben. Am 01.01.1974 wurde die Stadt Korbach die neue Kreisstadt des Landkreises Waldeck-Frankenberg, der aus den beiden Kreisen Frankenberg und Waldeck hervorging. Obwohl die Stadt Frankenberg (Eder) nach dem Raumordnungsplan als Mittelzentrum ausgewiesen ist, verlor sie durch die Verwaltungsreform doch wesentlich an Bedeutung, weil hierdurch einige früher selbständige Verwaltungseinrichtungen nur noch Außenstellen sind.

Die Post baute in den 70er Jahren ein neues Postamt an der Sudetenstraße und ein Fernmeldeamt an der Marburger Straße mit einem Sendeturm der durch seine Höhe mit dem Turm der Liebfrauenkirche in Konkurrenz tritt.

Den stärksten Einfluß auf Frankenbergs Stadtentwicklung hat die mit Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 10.08.1967 eingeleitete Stadtsanierung für den historischen Altstadtkern (16 ha) und den historischen Neustadtkern (8 ha). Die Flächen des Altstadtkerns wurden in dem Bebauungsplan Nr. 18, der am 15.04.1972 rechtsverbindlich wurde, als allgemeines Wohngebiet und die Bauflächen für den Bereich des historischen Neustadtkerns als Kern- und Mischgebiet ausgewiesen. Mit der Stadtsanierung wurde die Stadt Frankenberg (Eder) in das Förderprogramm des Landes und Bundes aufgenommen und hierfür jährlich Mittel in Höhe von rd. 1,35 Mio. DM bereitgestellt, die zu je einem Drittel von Land, Bund und der Stadt aufgebracht wurden.

1995 entstand in der Marburger Straße die Regenbogenschule, die auf dem ehemaligen Gelände der Standortverwaltung errichtet wurde.

Ende der 90er Jahre entwickelte sich im Norden Frankenbergs durch den Zusammenschluss alteingesessener Wirtschaftsbetriebe und der Ansiedlung neuer Unternehmen auf dem ehemaligen Stoelckergelände das heutige Industriegebiet Nord.

Am 6. Juli 2000 wurde der Startschuss zum interkommunalen "Gewerbepark Frankenberg/Burgwald" feierlich besiegelt. Der Gewerbepark zwischen Frankenberg (Eder) und Bottendorf umfasst 70 ha, unterteilt in mehrere Ausbaustufen.

In 2006 wurde Frankenberg (Eder) erste hessische Modellkommune "Familienstadt mit Zukunft" und konnte über 10 Jahre insgesamt rund 5 Mio. Euro Fördermittel des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration in familienfreundliche Projekte und Infrastruktur in der Kernstadt und den Stadtteilen investieren.

Für die jüngste Entwicklung der Frankenberger Siedlungstopographie war die Ausweisung des Neubaugebiets Bockental ca. anderthalb Kilometer südlich der Altstadt die wichtigste Entscheidung.

Im Zuge der seit 2011 laufenden Stadtsanierung erfährt Frankenberg (Eder) zurzeit eine Neugestaltung des Stadtkerns, durch die seine Zukunftsfähigkeit sichergestellt wird. Umfangreiche Projekte sind bereits verwirklicht oder stehen kurz vor der Fertigstellung. Dazu gehören der Umbau der Bahnhofstraße und die Modernisierung des Bahnhofsumfeldes. Das neue Bahnhofsumfeld verfügt über 80 Park-and-Ride-Plätze, ferner gibt es 30 Kurzzeit-Parkplätze und 32 Abstellplätze für Fahrräder. Ladestationen für Elektrofahrzeuge und E-Bikes sind vorgesehen. Der alte Landratsamtsgarten lädt nach seiner Umgestaltung jetzt zum Verweilen und Flanieren ein; während der Sommerferien ist er Schauplatz des "Live-Treffs", der sich in kurzer Zeit zu einem der beliebtesten Events in Frankenberg (Eder) entwickelt hat.

Im März 2015 wurde auf dem ehemaligen Balzer-Gelände in der Röddenauer Straße das "Frankenberger Tor" eröffnet. Mit dem neuen Einkaufszentrum hat die Einkaufsstadt Frankenberg (Eder) weiter an Attraktivität gewonnen.

Weitere Projekte im Rahmen der Stadtsanierung sind die Renovierung des von der Stadt erworbenen historischen Bahnhofs-Empfangsgebäudes und der Umbau der Fußgängerzone.