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Widukindstadt Enger

Die sagenumwobene Widukindstadt liegt inmitten des Ravensberger Landes und bietet eine Fülle aus Sage und Geschichte zu Widukind.

Der Name des Ortes Enger wird urkundlich erstmals im Jahre 948 in einer Stiftungsurkunde Ottos des Großen in der Schreibweise "Angeri" erwähnt. Im Jahre 1719 wurden dem Ort Enger die Rechte einer Titularstadt verliehen.

Das Dionysiusstift, gegründet von der Königin Mathilde, Gemahlin Heinrichs I. und Urururenkelin des Sachsenführers, ist über mehrere Jahrhunderte in Enger ansässig und für diesen Ort von besonderer Bedeutung gewesen. Im Jahre 1414 wurde das Stift nach Herford verlegt.

Die Stiftskirche, mit Teilen aus dem 9. Jahrhundert, wurde in den Jahren 1970-1973 völlig renoviert. Die Ausgrabungen in der Stiftskirche und anthropologischen Untersuchungen berechtigten zu der Annahme, dass der Sachsenherzog Widukind hier seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Als besondere Kostbarkeit der Kirche gelten der Schnitzaltar des Meisters Hinrick Stavoer aus dem Jahre 1525 und der Sarkophag mit einer wertvollen Reliefplatte aus dem 12. Jahrhundert.

Südlich der Kirche hat eine Burg der Herren zu Lippe gestanden. Sie wurde nach alten Überlieferungen im Jahre 1305 zerstört. Heute erinnert eine Tafel am Hause Strack, Burgstraße 10, an das alte Bauwerk.

Noch heute wird in Enger am 6. Januar eines jeden Jahres das Timpkenfest zur Erinnerung an den Tod des Sachsenherzogs feierlich begangen. An diesem Tage werden nach einem Gottesdienst an die Schulkinder der Stadt Timpken verteilt. Timpken (= Zipfel) sind geviertelte, aus hellem Mehl gebackene Semmeln. Der Küster erhält für das Läuten der Glocken zum Timpkenfest - das Königsgeläut - vom Bürgermeister der Stadt den "Königstaler".

Eines der ältesten Fachwerkhäuser im historischen Stadtkern, der als sog. "Rundling" die Kirche umschließt und in überzeugender Weise ursprüngliche Baukunst früherer Jahrhunderte überliefert, ist - neben dem Museumsgebäude (1716) - das stattliche Fachwerkhaus, Kirchplatz 2, Sonnenapotheke. Es wurde im Jahre 1741 erbaut. 1969/70 ließ die heutige Eigentümerin das unter Denkmalschutz stehende Gebäude abbrechen und nach den alten Plänen neu erstellen.

Als Wahrzeichen der Stadt Enger gilt die Liesberg-Mühle. Im Jahre 1756 hat Friedrich der Große diese Windmühle als sogenannte Zwangsmühle erbauen lassen, um die Bevölkerung des umliegenden Landes mit Mehl zu versorgen. Kunde über die Errichtung geben die Zeichen "FR 1756", die über dem Türbogen eingemeißelt sind. Die unter Denkmalschutz stehende Mühle ist heute nicht mehr in Betrieb, enthält aber noch funktionsgerechte Mahlwerke mit großen, hölzernen Zahnrädern. Die ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Fachwerknebengebäude wurden in den Jahren 1990/91 renoviert und der öffentlichen Nutzung zugeführt. In diesem besonderen Ambiente "über den Dächern von Enger" kann man seit 2001 auch standesamtlich heiraten.

Die Sattelmeierhöfe in Enger und die nähere Umgebung sind in besonderem Maße mit Geschichte und Sage des Widukinds verbunden. So waren Sattelmeier früher verpflichtet, dem Landesherrn jederzeit ein gesatteltes Pferd für Dienstleistungen bereitzuhalten und ihm im Kriegsfalle zu folgen.

Beim Tode eines Sattelmeiers läuten die Glocken in der sogenannten "Königsstunde". In dieser Stunde - von 12 bis 13 Uhr - dürfen die Glocken sonst nur am 6. Januar, dem Todestage Widukinds, erklingen.

Historische Zusammenhänge sind von der Widukindstadt nicht zu trennen, aber auch die Entwicklung - besonders der letzten Jahrzehnte - hat das Stadtbild verändert.

Steigende Einwohnerzahlen (z.Z. ca. 20237) sprechen für ein ungebrochenes Interesse an dem eigenen Heim, besonders in den landschaftlich reizvoll gelegenen Ortsteilen.

In den Außenbereichen sind bekannte Firmen der Möbel-, Polstermöbel-, Textil- und Kunststoffindustrie ansässig.

Einzelhandel und Dienstleistungsbetriebe bieten der Bevölkerung ein ausgewogenes Angebot.

Das Bildungsangebot reicht von Kindergärten, einer Musikschule, über Grund- und Hauptschulen, einer Sonderschule für Lernbehinderte, einer Realschule, einem Gymnasium bis zur Erwachsenenbildung durch die Volkshochschule.

Für die sportliche Betätigung stehen moderne Anlagen zur Verfügung, die die Bereiche Tennis, Golf, Reiten, Schießen, Leichtathletik, Ballsport u. a. umfassen.

Das Gartenhallenbad an der Ringstraße/ Wertherstraße, in unmittelbarer Nähe des Jahn-Sportplatzes, schließt dabei die Lücke in dieser Angebotspalette.

In den Vereinen der verschiedensten Art hat der Bürger - aber auch der Neubürger - Gelegenheit, seinen Freizeitbedürfnissen gerecht zu werden.

Die gemeinschaftsfördernde Arbeit der Seniorenbetreuung vollzieht sich in verschiedenen Einrichtungen, wobei die Altenclubs der Arbeiterwohlfahrt und der caritativen Verbände beispielhaft zu nennen sind.

Die Fachklinik für Geriatrie an der Hagenstraße mit angeschlossenem Pflegeheim hat einen Einzugsbereich, der über die Stadtgrenze hinaus reicht.

Auf gekennzeichneten Radwander- und Wanderwegen können Bürger und Gäste der Stadt die abwechslungsreiche Ravensberger Landschaft erleben. Für motorisierte Gäste sind das Wiehengebirge, der Teutoburger Wald und die ostwestfälisch-lippischen Heilbäder gern angesteuerte Ziele.

Stadtprospekte und weitere Informationen, auch zu organisierten Besichtigungsfahrten, erhalten Sie im Kulturbüro der Stadtverwaltung im Rathaus.