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Eisenach

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Auf einen Blick

Einwohner: ca. 41.744
Fläche: 103,8 km²
Einwohnerdichte: 402 Ew./km²
Höhe ü. NHN: 209 m
 

Umgebungskompass

Umgebungskompass für die Stadt Eisenach

 
 

Chronologie der Eisenacher Stadtgeschichte bis 1930

1850
22. 2. - Eine neue Gemeindeordnung tritt in Kraft. Gewählt werden der 1. Bürgermeister und 25 Gemeinderatsmitglieder.

15. 4. - Die Bürgerwehr wird aufgelöst - die bisherige Schützenkompanie bildet nun die neue Bürgerwehr.

30. 5. - Der Ehrensteig wird eingemeindet, ebenso die Wildbahn einschließlich die Schankwirtschaft Mariental. Die Zahl der Gemeinderatsmitglieder steigt damit auf 26.

1. 7. - Das zu errichtende Appellationsgericht findet in Eisenach seinen Sitz.

19. 9. - Eröffnung der Hauptverhandlungen beim neuen Kreisgericht in Eisenach.

1854
4. 11. - Gründung des Dienstagsvereins.

1855
8. 1. - Eine städtische Arbeitsanstalt für Arbeitslose wird in der Predigerkirche eröffnet.

12. 5. - Für das Sparkassengebäude auf dem Predigerplatz wird der Grundstein gelegt.

1857
April - Der Eisenacher Steinkohle-Aktien-Verein löst sich wegen Verfehlung seines Zieles auf. Im Georgental wurde keine Steinkohle gefunden.

1858
1. 9. - Der Eisenacher Stadtvorstand beschließt, dass der Löbersbach im innerstädtischen Bereich überwölbt wird.

1. 11. - Feierliche Eröffnung der Werratalbahn. Am folgenden Tag wird sie für den öffentlichen Verkehr freigegeben.

1859
14. 1. - Der Eisenacher Armenverein wird ins Leben gerufen.

16. 2. - Stiftung der Freimaurerloge "Carl zur Wartburg".

2. 4. - Der Landtag bewilligt die Einrichtung von Gefängnissen im hiesigen ehemaligen Münzgebäude.

14. 8. - In der Ausflugsgaststätte "Phantasie" findet die vorbereitende Gründungsversammlung des Deutschen Nationalvereins statt.

1860
30. 1. - Die Werneburgstiftung wird als Armenspeiseanstalt ins Leben gerufen. Stifter war der im Jahr zuvor verstorbene Wilhelm Heinrich Werneburg.

12./13. 9. Deutscher Ärztetag in Eisenach.

1862
23. 10. - Die erste Eisenacher Gasfabrik öffnet. Sie dient vorrangig der Beleuchtung von Straßen und Gasthöfen.

1863
1. 4. - Im Großherzogtum tritt das allgemeine deutsche Handelsgesetzbuch in Kraft. Im Handelsregister des Stadtgebietes Eisenach werden 108 Firmen eingetragen.

1864
22. 5. - Im "Halben Mond" (an der Stelle des heutigen Titania) findet der erste deutsche Journalistentag statt.

3. 12. - Eisenach zählt 12.072 Einwohner.

1865
10. 11. - Die hiesigen Freunde der Fröbelschen Erziehungsgrundsätze bilden ein Ortskomitee.

1866
23. 08. - Die mangelhafte Bezeichnung der Häuser und Straßen sowie die außergewöhnliche Ausdehnung der Vorstädte und Neuansiedlungen machen eine Einteilung Eisenachs in 6 neue Bezirke (A-F) nötig.

1867
Das erste Eisenacher Wohnungsvermittlungsbüro nimmt seine Arbeit auf.

4. 7. - Die erste Nummer des "Eisenacher Tageblattes" erscheint im Verlag von H. Kahle.

28. 8. - Mit der festlichen Uraufführung von Franz Liszts Oratorium "Die Legende von der Heiligen Elisabeth" wird des 800jährigen Bestehens der Wartburg gedacht.

1868
19. 6. - Der neue Friedhof am Wartenberg wird eingeweiht. Er besitzt auch einen Teil für jüdische Begräbnisstätten.

1869
Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) am 8. August auf wesentliche Initiative von August Bebel und Wilhelm Liebknecht. Die SDAP war eine von mehreren Vorläuferparteien der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD).

1870
1. 5. - Der Eisenacher Kaufmannsverein gründet eine Handelsschule.

16. 7. - Nachdem Frankreich Preußen den Krieg erklärte, erfolgt auch in Eisenach eine allgemeine Mobilmachung.

24. 7. - wird das hiesige Bataillon verabschiedet.

31. 10. - In den Räumen der alten Kaserne werden etwa 300 französische Gefangene untergebracht.

1871
1. 1. - Aus dem "Eisenacher Tageblatt" wird die im Format vergrößerte "Eisenacher Zeitung".
18. 1. - Im Schloss zu Versailles (bei Paris) erfolgt in feierlicher Form die Proklamierung des Deutschen Reichs und des Deutschen Kaisers.

Der Vorfrieden von Versailles führt auch in Eisenach zu Feierlichkeiten. Insgesamt hatte der Deutsch-Französiche Krieg 117 Eisenacher das Leben gekostet.

1. 5. - Beginn der Bauarbeiten zur Schaffung eines befahrbaren Weges zur Wartburg (Wartburgchaussee).

1872
1. 7. - Ein von Anna von Eichel gestiftetes Kinderhospital wird eröffnet.

19. 11. - Der Eisenacher Frauenbildungsverein eröffnet seine Sonntags- und Abendschule für unbemittelte konfirmierte Mädchen.

1873
16. 1. - Ein Verschönerungsverein gründet sich für Eisenach und seine Umgebung. Am 5. März beschließt er, eine Lindenallee längs des Georgentores anzulegen sowie neue Wege vom Alten Friedhof zum Roeseschen Hölzchen zu schaffen.

1874
20. 2. - Die alte Stadtbrauerei wird in eine Vereinsbrauerei und 1886 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

29. 6. - In der städtischen Turnhalle gründet sich der Nationalliberale Reichsverein mit anfangs 460 Mitgliedern.

1875
8. 3. - Der Eisenacher Verschönerungsverein hat sich zu einer festen Organisation entwickelt. Sein Vorstand entwirft erstmals einen allgemeinen Plan für ein systematisches Arbeiten.

1. 12. - Eine Volkszählung ergibt für Eisenach 16.164 Einwohner. Des Weiteren werden 3.433 Haushalte und 1.664 Häuser gezählt.

1876
27. 7. - Durch Oberregimentsrat Henoch (Gotha) wird ein Kanalisationsprojekt für Eisenach vorgelegt. Darin werden die Gesamtkosten auf 290.000 Mark veranschlagt.

1877
7. 2. - Geplant ist der Bau einer Schwimm- und Badeanstalt oberhalb des Eisenacher Bahnhofes, das spätere Carl-Alexander-Bad. Die Kosten sollen sich auf 20.000 Mark belaufen. Am 16. Juni des darauffolgenden Jahres wird die Badeanstalt im Räuberloch eröffnet. Sie besitzt getrennte Männer- und Frauenschwimmbecken. Ihr Wasser erhält sie aus dem Hörselmühlgraben.

9. 4. - Das Eisenacher Lehrerinnen-Seminar wird eröffnet.

27. 7. - Der Komponist Richard Wagner besucht mit seiner Familie Eisenach und die Wartburg.

13. 9. - Der Gemeinderat beschließt, an jeder Straße Namensschilder anzubringen und die Neunumerierung der Häuser vorzunehmen.

13. 11. - Gründung eines Volksbildungsvereins mit anfänglich 83 Mitgliedern.

20. 12. - In Eisenach wird die erste Fernsprechverbindung zwischen der Bahn und der Stadtpost hergestellt.

1878
12. 12. - Im Gewerbeverein führt Dr. Zeuter (Berlin) erstmals den Edisonschen Phonographen vor.
Beginn der Kanalisation Eisenachs.

1879
1. 1. - Das von Julius von Eichel-Streiber gestiftete Eisenacher Stadttheater wird seiner Bestimmung übergeben.

17. 02. - Der Verschönerungsverein beginnt mit den Arbeiten zur Anlage eines Promenadenweges im Johannistal und mit der Einrichtung eines Aussichtspunktes im Helltal. Vor dem Nikolaitor nimmt er Baumpflanzungen vor.

1. 7. - Das Stadtgericht Eisenach wird mit dem Justizamt vereinigt. Seit 1813 war das Stadtgericht Justizbehörde des Stadtbezirks Eisenach.

10. 7. - Julius von Eichel erbietet sich, ein Gebäude für die Hospitäler St. Anna, St. Justus und St. Spiritus zu bauen.

1. 10. - Das seit 30 Jahren bestehende Appellationsgericht in Eisenach wird aufgelöst.

1880
27. 2. - Der Schulvorstand beschließt den Bau einer Schule in der Katharinenstraße.

8. 3. - Der Verschönerungsverein beschließt in seiner Jahresversammlung die Vorhaben für das laufende Jahr. Dazu gehören die Instandsetzung der Johannistalpromenade, die Fortführung der Baumpflanzungen in der Bahnhofs- und Katharinenstraße und das Anlegen eines gepflasterten Straßenüberganges am Promenadenweg Prinzenteich.

1884
12. 1. - Auf Vorschlag des Eisenacher Kaufmanns Hentze gründet sich das "Komitee zur Errichtung Eisenachs zum klimatischen Kur- und Badeort". Das Komitee löst sich 1886 wieder auf. An seine Stelle tritt der "Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs", der unterstützt wird vom "Verschönerungsverein" von 1873 und dem Eisenacher Zweigvereins des "Thüringerwaldvereins" von 1880.

6. 3. - Die Charlottenschule (jetzt Goetheschule) am Pfarrberg wird eingeweiht.

28. 9. - Vor dem Haupteingang der Georgenkirche wird Adolf von Donndorfs Denkmal für Johann Sebastian Bach enthüllt.

30. 9. - August Julius Roese (1807 - 1891) scheidet aus dem von ihm seit 1847 bekleideten Amt des Oberbürgermeisters aus. In seiner Amtszeit entstanden u. a. die Gasbeleuchtung, Wasserleitungen und Kanalisation.
Eisenach wurde ins Eisenbahnnetz integriert.
Unter Roeses Regie wurden die Prinzipien neuzeitlicher Stadtverwaltung durchgesetzt. Auf grund dieser Verdienste wird Roese beim Ausscheiden zum Ehrenbürger Eisenachs ernannt.

1885
5. 1. - Feierliche Einweihung der Synagoge in der Wörthstraße durch die Eisenacher "Israelitische Religionsgemeinschaft".

1. 4. - Amtseinführung des neuen Eisenacher Oberbürgermeisters Georg Eucken (1855 - 1942).
Es erscheint die erste "Kurliste des Luftkurortes Eisenach" mit den Namen von 105 Kurgästen. Die Zahl der in Eisenach Erholung suchenden Kurgäste nahm rasch zu und betrug zwei Jahre später bereits 61.000. 1906 wurden schon 100.000 Gäste gezählt.
Eugen d' Albert nimmt von 1885-89 seinen Wohnsitz in Eisenach.

1886
17. 12. - Vom 17. - 23. Dezember schneit es in Eisenach ununterbrochen.

1887
13. 5. - Das Reichspostamt am Pfarrberg wird seiner Bestimmung übergeben. Im selben Jahr werden auch die katholische Elisabethkirche an der Sophienstraße errichtet und die Kuranstalt im Haus Hainstein eingeweiht. Die Nikolaikirche wird restauriert und die Innenausgestaltung entsprechend dem Zeitgeschmack historisierend verändert.

1888
8. 9. - Die katholische Elisabethgemeinde weiht ihre Kirche an der Sophienstraße.
29. 9. - Der Eisenacher Gewerbeverein vollendet den unter seiner Regie vollzogenen Bau des Gewerbehauses am Theaterplatz.

1889
9. 1. - Die Carl-Alexander-Bibliothek im Gebäude des Eisenacher Gymnasiums wird zum allgemeinen Gebrauch geöffnet.

Später wird sie durch eine Volksbildungsbücherei ergänzt.

1890
In jenem Jahr werden in Eisenach Projekte in Angriff genommen, die noch heute für uns Bedeutung haben. Auf dem Pflugensberg beginnt der Bau des Eichelschen Schlosses, welches 1891 vollendet wird. Ebenfalls begonnen wird die Anlage des Stadtparks und der Aufbau eines Fernsprechnetzes im innerstädtischen Bereich.

1891
1. 7. - Gründung des Evangelisch-Lutherischen Diakonissen-Mutterhauses für Thüringen.

1892
2. 4. - Mit der Inbetriebnahme des Eisenacher Elektrizitätswerkes wird den Betrieben und Kaufleuten "Kraft und Licht" geliefert.

15. 6. - Der Schlachthof am Petersberg wird eröffnet.

1893
15. 5. - Dank seiner Verdienste um die Stadt Eisenach beruft Großherzog Carl Alexander Oberbürgermeister Georg Eucken zum Direktor des Verwaltungsbezirkes Eisenach. Im Amt des Oberbürgermeisters folgt ihm August Müller (1856 - 1926), der am 1. Juni antritt.
Des Weiteren wurden in diesem Jahr der Westbahnhof (1. August), das städtische Gewerbegericht (9. März) und das Offizierscasino (24. Juni) eröffnet.

1894
Auf der Marienhöhe südlich von Eisenach beginnt die Villenbebauung, die in den darauf folgenden Jahren ein beachtliches Villenviertel entstehen lässt.

1895
4. 5. - Das von Adolf von Donndorf geschaffene Denkmal für Martin Luther wird auf dem Karlsplatz feierlich enthüllt.

13. 10. - Die Eisenacher Hilfsschule wird durch die Einführung eines Lehrers in die Klasse für schwachsinnige Kinder in der Katharinenschule eingerichtet.

1896
19. 7. - Das Fritz-Reuter-Museum öffnet für den Besucherverkehr seine Pforten.

14. 10. - Eröffnung des Diakonissenkrankenhauses.

3. 12. - Gründung der Eisenacher Fahrzeugfabrik durch den Düsseldorfer Großindustriellen Heinrich Ehrhardt.
Im gleichen Jahr werden auch die Maschinenfabrik Wallmeyer und die "Naturheilanstalt Johannisbad" in der Kurstraße / Ecke Prinzenweg, das spätere "Wartburg-Sanatorium", ihrer Bestimmung übergeben.

1897
25. 4. - Mit einem Festzug und der Einrichtung eines Volksfestes wird der Eisenacher Sommergewinn wiederbelebt.

8. 6. - Zum Bau eines Denkmales für die Deutschen Burschenschaften wird auf dem Wartenberg der Grundstein gelegt.

1. 8. - Erste Fahrt der Straßenbahnlinie vom Bahnhof ins Annatal. Damit nimmt die für den sich ausweitenden Fremdenverkehr wichtige Straßenbahn ihren Linienverkehr auf. Von ebensolcher Wichtigkeit ist die Eröffnung des Hotels "Kaiserhof" am 25. Dezember.

21. 8. - Nachdem die Eisenacher Fahrzeugfabrik erst kurze Zeit vorher ihre Produktion aufgenommen hatte, kommt es zu einem ersten Streik der Fabrikarbeiter. Der Grund ist das Nichteinhalten der Lohnversprechungen durch die Fabrikleitung.

1898
1. 4. - Vom kaufmännischen Verein wird die Eisenacher Gewerbebank eröffnet.

27. 11. - Die Freimaurerloge "Zur Krone der Elisabeth" wird in Eisenach gestiftet.

7. 12. - Die neue Gasanstalt am Siebenborn nimmt ihren Betrieb auf.
Des Weiteren wird die Buchardi-Schule als Kochschule für junge Frauen eingerichtet. Sie entwickelt sich später zu einer "Haushalts- und Gewerbeschule für Mädchen mit Lehrerinnenbildungsanstalt und Berufsoberschule".

1899
21. 6. - In der ehemaligen Predigerkirche wird das Thüringer Museum gegründet. Die dort am 26.2. des darauffolgenden Jahres eröffnete Ausstellung zeigt in der Hauptsache mittelalterliche Schnitzplastik.

1. 10. - Die auf Betreiben des Ärztlichen Bezirksvereins gebildete Sophienbad AG eröffnet das Sophienbad in der Grimmelgasse.

1900
1. 5. - Einführung einer "Fremden-Abgabe". Sie besagt, dass Fremde, die sich zwischen dem 1. Mai und dem 1. Oktober länger als fünf Tage aufhalten, pro Person 2 Mark, pro Familie 4 Mark zu bezahlen haben. Diese Verordnung wurde 1925 aufgehoben und dafür 1928 eine Kurtaxe eingeführt.

15. 11. - Für den aus dem Amt geschiedenen August Müller wird Dr. Georg von Fewson Oberbürgermeister Eisenachs.

1900
Eisenach zählt zur Jahrhundertwende 31.580 Einwohner. Damit erlebte die Stadt in den vergangenen zehn Jahren den größten Bevölkerungszuwachs seiner Geschichte. 1890 hatte die Einwohnerzahl noch 21.399 betragen. Auch im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts nimmt die Zahl nochmals erheblich zu - 1910 liegt sie dann bei 38.362.

1901
Im Zuge der Erneuerung der Georgenkirche wird mit dem Bau eines Turmes begonnen, der 1902 vollendet wird.

5. 2. - Im "Tivoli" gründet sich der Konsumverein. Er eröffnet am 24. April seine erste Verkaufsstelle im Haus Georgenstraße 24.

1902
15. 5. - Das Kurhotel " Fürstenhof" oberhalb des Karthausgartens wird seiner Bestimmung übergeben. Es ist das größte Hotel am Platz.

22. 5. - Mit einem Volksfest wird das von Willhelm Kreis gebaute Burschenschaftsdenkmal auf der Göpelskuppe eingeweiht.

20. 7. - Der Verein für Gesundheitspflege öffnet am Roeseschen Hölzchen das Luft-, Licht- und Sonnenbad.

Vom 25. bis 28. 7. findet in Eisenach der III. Deutsche Automobiltag statt.

19. 10. - Am Wartenberg wird die Bismarcksäule eingeweiht.

1903
1. 4. - Das ebenfalls vom Stuttgarter Bildhauer Adolf von Donndorf stammende Bismarckdenkmal wird am Eingang zum Stadtpark eingeweiht.

25. 9. - Nachdem sich Unregelmäßigkeiten in seiner Amtsführung herausgestellt hatten, wird Oberbürgermeister von Fewson amtsenthoben. Über seinen weiteren Lebensweg ist nichts bekannt. Sein Nachfolger wird am 9. April 1904 Hans Schmieder, der bis 1919 dem Stadtrat vorsteht.

1904
In diesem Jahr öffnen das ausgebaute Hotel "Rautenkranz" und auch der umgebaute Eisenacher Hauptbahnhof ihre Pforten.

1905
Unter starkem Engagement von Bürgermeister Schmieder wird von der Stadtverwaltung die Wilhelmsglücksbrunner Saline bei Creuzburg erworben, deren Vorbesitzer Kommerzienrat von Dreyse war.

1. 1. - Das städtische Kaufmannsgericht nimmt seine Arbeit auf. Es wird am 1. 7. 1927 zusammen mit dem Gewerbegericht zum Arbeitsgericht umgewandelt und verstaatlicht.

13. 9. - Der Gesellschaftsvertrag der Kurbad Eisenach GmbH wird geschlossen. Einen Teil des Stammkapitals trägt die Stadtgemeinde.

1. 9. - Das Hotel "Karthäuser Hof" nimmt seinen Hotelbetrieb auf.

1906
8. 7. - Mit der Eröffnung der Trink- und Wandelhalle am Karthausgarten wird das Eisenacher Kurbad eröffnet. Anwesend ist auch der Weimarer Großherzog Wilhelm Ernst. Ausgeschenkt wird in den Wandelgängen das Wasser der "Karolinenquelle" von der Wilhelmsglücksbrunner Saline.

16. 7. - Der Gemeinderat beschließt den Erwerb des Johannistals.

1907
27. 5. - Im Rahmen des 3. Deutschen Bachfestes wird das Bachhaus als Museum und Memorialstätte eröffnet.

26. 9. - Eröffnung des Berghotels "Marienhöhe" auf dem gleichnamigen Berg im Süden der Stadt.
In diesem Jahr nimmt das Metallwerk Schwarz am Kupferhammer seinen Betrieb auf.

1909
16. 6. - Das Eisenacher Straßenbahnnetz wird um die Verbindung vom Markt zum neuen Friedhof und vom Markt in die Frankfurter Straße erweitert.

24. 6. - Gegenüber der Wartburgauffahrt wird das Carl-Alexander-Denkmal enthüllt. Am 11. Oktober wird die Carl-Alexander-Schule am Wartenberg eingeweiht.

14./15. 10. - In Eisenach findet ein Automobil treffen mit Bergrennen statt.

1910
9. 2. - Das erste Patenschiff der Stadt Eisenach, der Norddeutsche Lloyd-Dampfer "Eisenach" macht eine erfolgreiche Probefahrt.

14. 5. - Der Neubau des Amts- und Landgerichts am Theaterplatz wird eröffnet.

1. 9. - Der neugestaltete Schwarze Brunnen in der Georgenstraße wird eingeweiht.

1911
4. 5. - Der "Verband für Frauenstimmrecht" gründet in Eisenach eine Ortsgruppe.

9. 12. - Max Reger dirigiert im Stadttheater zum ersten Mal in Eisenach.

1912
24. 5. - Das städtische Arbeitsamt eröffnet in der Georgenstr. 26. Tags darauf beginnt der "Thüringer Hof" seinen Hotelbetrieb. Am Wartenberg begründet Baumeister Kehl einen Tiergarten. Jener Tiergarten wird am 18. 3. 1913 eröffnet.

1913
19. 6. - Die Straßenbahnlinie vom Bahnhof in die Weimarische Straße nimmt ihren Verkehr auf.

1914
Im Jahre 1914 wird die schon seit dem Mittelalter in Eisenach existierende Kurrende wieder belebt. Durch die Entfachung des Weltkrieges wird der bis dahin forschen Entwicklung der Stadt ein jähes Ende gesetzt. Das wirtschaftliche Leben und die Kurbadentfaltung erfahren eine Stagnation. Bis zu seinem Ende kostet der Weltkrieg etwa 1.400 Eisenachern das Leben.

1915
22. 2. - "Eine Brotkarte" zur Rationierung von Brot wird in Eisenach eingeführt.

1916
Dieses Jahr ist das Jahr der Rationierung fast sämtlicher Lebensmittel. Am 9. Januar wird die Milchkarte eingeführt - ab dem 6. Februar erhalten die Eisenacher Lebensmittelkarten für Butter und Fett. Der Fleischkonsum wird am 8. Mai mit der Einführung von Fleischmarken reguliert. Eine Zucker- und Seifenkarte wird ab dem 20. Mai ausgegeben.
Ende Juni wird in Verbindung mit der Werneburgstiftung eine Kriegsküche eingerichtet. Eine ebensolche Kriegsküche stellt der Nationale Frauendienst im "Tivoli" bereit. Diese wird bereits im
Februar des folgenden Jahres in den "Halben Mond" (an der Stelle des heutigen "Titania") verlegt.

1917
10. 6. - Im "Engel" gründet sich eine Ortsgruppe der USPD - Unabhängigen Sozialdemokratische Partei Deutschlands

30./31. 7. - Die Glocken der Georgen-, Annen- und Kreuzkirche werden abgenommen und zerschlagen. Ihre Überbleibsel werden für kriegerische Zwecke gebraucht.
Anfang September grassiert in Eisenach eine Typhusepedemie.

2. 10. - Der Stadtvorstand verleiht Generalfeldmarschall von Hindenburg aus Anlass seines 70. Geburtstages das Ehrenbürgerrecht.

25. 10. - Das 2. Ersatz-Bataillon 167 wird von Eisenach nach Kassel verlegt. An deren Stelle rückt am 2. November das Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments Nr. 83 aus Eschwege in Eisenach ein.

1918
3. 3. - In Eisenach wird der Friedensschluss mit Russland feierlich begangen.

30. 5. - als der Rest des o. g. Bataillons
Eisenach verlässt, ist die Stadt ohne Garnison.

3. 7. - Infolge der besonders unter der Jugend grassierenden "Spanischen Krankheit" werden in Eisenach Schulschließungen vorgenommen. Ab 22. Oktober müssen wegen der Verschärfung dieser Krankheit sämtliche Schulen geschlossen werden. Im Zuge der Novemberrevolution wird auch Eisenach von ihrem Gedankengut erfasst. Am 7. November versammeln sich etwa 600 Personen in der "Clemda". Sie entschließen sich, einen Arbeiterrat zu wählen. Zum Vorsitzenden wird Karl Hermann bestimmt. Am folgenden Tag wird in einer von der USPD einberufenen öffentlichen Versammlung im "Tivoli" ein Soldatenrat gewählt. Eine Großdemonstration Eisenacher Arbeiter führt am 9. November von der Kaserne zum Karlsplatz. Hier verkündet Karl Hermann, dass der Arbeiter- und Soldatenrat die politische Gewalt für die Stadt und den Kreis übernommen hat. Oberbürgermeister Schmieder übergibt dem Arbeiter- und Soldatenrat die Polizeigewalt. Das Post- und Telegraphenamt und der Bahnhof werden besetzt. In einer Massenversammlung im "Fürstenhof" am 10. November erläutert Karl Hermann die Ziele der revolutionären Bewegung. Ein Aufruf des Arbeiter- und Soldatenrates an die Eisenacher Bevölkerung ist das letzte Zeugnis dieser stürmischen Tage in Eisenach. Der Weimarer Großherzog Wilhelm Ernst dankt ab. Die Wartburg geht 1922 an eine gleichnamige Stiftung.

1919
1. 1. - Gründung der "Eisenacher Volkszeitung, die bis 1933 erscheint.

23. 2. - Bildung einer Ortsgruppe der KPD.

31. 3. - Gründung der Eisenacher Volkshochschule, die am 2. Mai ihren Lehrbetrieb auf nimmt.

2. 4. - Eisenach erlangt den Status einer kreisfreien Stadt. Am gleichen Tag wird das städtische Orchester gegründet.

30. 6. - Oberbürgermeister Hans Schmieder scheidet aus dem städtischen Dienst. Am 12. Oktober wird der Jurist Dr. Fritz Janson (1885 - 1946) zum Oberbürgermeister Eisenachs gewählt und am 20. November feierlich in sein Amt eingeführt. In den schwierigen Zeiten der Weimarer Republik hat er sich große Verdienste um die Stadt gemacht.

1920
März - Während des Kapp-Putsches stehen die Eisenacher hinter der Regierung Ebert. Auf dem Wartenberg wird am 15. und 16. März eine Arbeiterwehr stationiert.

3. 7. - Ein großes Beethovenfest findet am 3. und 4. Juli in Eisenach statt.

1921
1. 1. - Eisenach wird durch die Belegung mit dem 2. Bataillon-Infanterie-Regiment 15 wieder Garnisonsstandort.

12. 1. - Gründung der freien Volksbühne

1. 4. - Der Landeskirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche Thüringens bezieht das Eichelsche Schloss auf dem Pflugensberg.

27. 6. - Die Eisenacher Fahrzeugfabrik wird von der Gothaer Waggonfabrik A. G. übernommen. In Eisenach gibt es starke Bestrebungen, sich von Thüringen zu lösen und Hessen-Nassau anzuschließen.

1922
20. 4. - Konstituierung der Wartburg Stiftung

28. 5. - Zwanzig Jahre nach der Einweihung des Burschenschaftsdenkmals wird das Burschenhaus eröffnet.

16. 8. - Der Schulneubau des Ernst-Abbe-Gymnasiums wird seiner Bestimmung übergeben.

1. 10. - Die Stadt Eisenach vollzieht die Eingemeindung von Eichrodt, Wutha, Stockhausen, Trenkelhof, Stregda, der Wartburg, Mittelshof, Dürrerhof und Ramsborn. Am gleichen Tag wird an die Eisenacher Notgeld im Gesamtbetrag von 15 Mio Mark ausgegeben.

9. 12. - Am Turm der Georgenkirche wird das Ehrenmal für die im Weltkrieg gefallenen Eisenacher eingeweiht.

17. 12. - Gründung des Vereins "Freunde der Wartburg".
Im Jahre 1922 tritt an die Stelle der Bürgergemeinde die Einwohner-Gemeinde - der Erwerb des Bürgerrechts durch Geldzahlung wird auf gehoben.

1923
1. 4. - Eröffnung der staatlich anerkannten Frauenschule, die der Ida-Stiftung angegliedert ist.
Im Mai vereinigen sich Stadt- und Stiftungssparkasse.

20. 6. - Das Kindererholungsheim auf der Marienhöhe wird eröffnet.

18. 8. - An die Eisenacher wird Notgeld zu 1 und 2 Mio. Mark ausgegeben. Am 7. November beläuft sich die Gesamtsumme des ausgegebenen Geldes gar auf 100 Milliarden Mark.

19. 8. - Der Lutherische Weltkonvent tagt vom 19. bis 24. 08. im Fürstenhof.

1. 10. - Die Stadt gemeindet Stedtfeld ein.

20. 11. - Die Landwirtschaftsschule wird von Marksuhl nach Eisenach verlegt. Sie erhält ihre Räume in der früheren Stiftungssparkasse am Predigerplatz.

1924
19. 3. - In der Gambrinushalle lädt der "Stahlhelm" zu seiner ersten Versammlung ein.

4. 4. - Im Hotel "Zum Landgrafen" gründet sich die NSDAP-Ortsgruppe.

30. 9. - Die 1922 eingemeindeten Ortschaften Eichrodt, Wutha, Stockhausen, Stregda, Mittelshof, Dürrerhof und Stedtfeld werden wieder ausgemeindet.

5. 11. - Das städtische Säuglings- und Kinderheim an der Rennbahn wird eröffnet.

1925
3. 5. - Die von Curt Elschner der Stadt gestifteten Kunstsammlungen werden als "Curt-Elschner-Galerie" im Eisenacher Schloss gezeigt. Am 27. Januar 1926 wird der Geheime Komerzienrat Curt Elschner zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.
Infolge einer Ende 1925 einsetzenden allgemeinen Wirtschaftskrise kommt es auch in Eisenach zu großen Entlassungen und Kurzarbeit. Im März 1926 zählt Eisenach 1.600 Erwerbslose. Im Januar 1927 sind es dann 2.123. Die Arbeitslosigkeit geht 1927/28 wieder stark zurück.

1926
11. 2. - In der Moltkestr. 13 wird das Reinhardt-Vierecke-Rentnerheim eröffnet.

27. 6. - Auf dem Karlsplatz wird das Ärztedenkmal enthüllt.

1. 11. - Die nord-, süd- und oststädtischen Volkskindergärten werden von der Stadt übernommen. In den Jahren 1926 und 1927 erfolgt der Ausbau der nach den Teilnehmern am Wartburgfest von 1817 benannten Straßen am Wartenberg.

1927
13. 1. - Der NSDAP-Vorsitzende Adolf Hitler kommt nach Eisenach und spricht im vollbesetzten Fürstenhofsaal.

1. 7. - Das jahrzehntelang mit der Stadtverwaltung verbundene Kaufmanns- und Gewerbegericht wird als Arbeitsgericht verstaatlicht.

6. 8. - Der Till-Eulenspiegel-Brunnen vor dem Eisenacher Theater wird von Curt Elschner gestiftet.

5. 8. - Die Wartburg wird erstmals elektrisch beleuchtet.

1928
7. 9. - Nutius Pacelli, der später als Papst Pius XII. in die Geschichte eingeht, besucht die Wartburg.

26. 8. - Der Dichter Friedrich Lienhardt zieht nach Eisenach.

1. 10. - Die Eisenacher Dixi-Werke werden von den Bayerischen Motorenwerken übernommen.

1. 11. - Das bislang städtische Arbeitsamt wird der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenfürsorge eingegliedert.

1929
1. 4. - Die Steuererhebung geht in den Finanzdienst über.

27. 5. - Die Wartburgstiftung beschließt die Anlage eines großen Parkplatzes im roten Steinbruch unterhalb der Wartburg.

16. 11. - Der Fürstenhofsaal brennt ab.
 
 

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