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Eine Stadt, so alt wie Moskau

Gegen Ende der letzten Eiszeit haben Menschen erste Besiedlungsspuren in dieser Region hinterlassen - das war vor etwa 10.000 Jahren. Bis Datteln erstmals als Ortsbezeichnung in einer schriftlichen Quelle auftaucht, sollte es dann noch bis 1147 dauern - dem Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung: Zu jener Zeit bestätigt Papst Eugen III. der Abtei St. Heribert in Deutz ihre Rechte an der St.-Amandus-Kirche. Im selben Jahr wird auch Moskau - heute anders als Datteln eine Millionenmetropole - zum ersten Mal erwähnt.

Im Mittelalter ist Datteln eines der größten Kirchspiele im Vest Recklinghausen - ein Gebiet, das in großen Teilen dem heutigen Kreis Recklinghausen entspricht, damals aber dem Erzbischof von Köln als Landesherrn unterstand. Neben der reinen Landwirtschaft bildet sich in dieser Zeit allmählich auch ein vielfältiger Handwerkerbereich heraus: Leineweber und Schmiede, Stellmacher und Seiler, Stiel-, Stuhl- und Holzschuhmacher.

Der Ausbau des westdeutschen Wasserstraßennetzes verändert diese ländlich-dörflichen Strukturen um 1900 grundlegend - vor allem, seit 1906 die erste Steinkohle auf der Schachtanlage Emscher-Lippe gefördert wird. Nachdem mit der Krupp'schen Beisenkamp-Kolonie die erste Bergarbeiter-Siedlung entstanden ist, steigt die Einwohnerzahl Dattelns von etwa 5.000 im Jahr 1900 auf etwa 20.000 im Jahr 1920.

1928 erteilt das Preußische Staatsministerium der Gemeinde Datteln das Recht, ein Wappen zu führen. Es zeigt einen silbernen Ring und ein schwarzes Kreuz. Der Ring ist dem Siegel des Goswyn Frydag de Datlen von 1326 entnommen. Das Kreuz und die Farben Schwarz und Silber verweisen auf die frühere Zugehörigkeit des Ortes zum Kurfürstentum Köln. 1936 erhält Datteln auch die Stadtrechte.

Der Zweite Weltkrieg führt in Datteln zu schwersten Zerstörungen. Luftangriffe auf Industrieanlagen hinterlassen auch in den Wohngebieten schwere Schäden. Die alte Pfarrkirche St. Amandus wird nahezu vollständig zerstört.
Doch das Leben geht weiter. 1946 wird ein wichtiger Grundstein dafür gelegt, dass sich der Gesundheitssektor zu einer neuen Säule der Dattelner Wirtschaft entwickeln kann: Mit Unterstützung der britischen Besatzungsmacht wird ein Erholungsheim für Bergmannskinder geschaffen, aus dem bald die überregional bekannte Vestische Kinder- und Jugendklinik entsteht.

In den 1960er und 1970er Jahren lösen Zinkproduktion und Zinkverarbeitung den Steinkohlenbergbau als wirtschaftliche Standbeine ab. Doch mit der Schließung von RuhrZink im Jahr 2009 gibt es auch keine Zinkproduktion mehr in Datteln. Mit der Entwicklungsgesellschaft Datteln-Süd mbH setzt die Stadt Datteln darauf, dieses Gelände zu reaktiveren. Geplant ist, dass sich die ersten Betriebe ab 2017 ansiedeln.

Mit der Schließung der Zeche Emscher-Lippe endet der Bergbau in Datteln. Zwar kehrt er in Folge der Nordwanderung des Kohleabbaus zu Beginn der 1990er Jahre mit dem Schacht "An der Haard 1" wieder zurück - allerdings nur für kurze Zeit: 2001 wird die Anlage wieder stillgelegt. Seitdem ist der Bergbau in Datteln endgültig Geschichte - ein wichtiges und gewichtiges Stück Dattelner Geschichte.

Um den Strukturwandel hin zu neuer Industrie voranzutreiben und um Arbeitsplätze auch für die Region bereitzustellen, plant die Stadt Datteln mit Unterstützung der gesamten Region das Industriegebiet newPark. Auf etwa 155 Hektar sollen im Osten der Stadt innovative Industrien angesiedelt werden, die Green Tech (Umwelttechnik und Ressourceneffizienz) in Produkten und Produktionsprozessen umsetzen.