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Geschichte der Stadt Burgdorf

Der Name der jetzigen Stadt Burgdorf wird zumindest in dem noch vorhandenen Urkundenbestand erstmalig im CHRONICON HILDESHEIMENSE, in der Lebensbeschreibung des Bischofs Otto I. von Hildesheim (1261-1279), erwähnt. Der Frage, ob der Ort Burgdorf wesentlich älter ist, wird im bisherigen Schrifttum nur am Rande nachgegangen. Man geht jedoch allgemein davon aus, dass der Ort schon länger besteht. Archäologische Funde am Rande der jetzigen Stadt, wahrscheinlich im Bereich des untergegangenen Dorfes Garvesse, deuten auf eine Besiedlung des Raumes zumindest schon vor der karolingischen Zeit hin.
Noch 1433 - Burgdorf ist inzwischen lüneburgisch geworden - erhält es unter dem Landesherrn Herzog Otto von der Heide die Stadtrechte. Entscheidend für die Geschichte der Stadt Burgdorf ist auch, dass der Herzog im selben Jahr die drei Stadttore, das Prenntor (Hannoversches Tor), das Dammtor (Braunschweiger Tor) und das Celler Tor errichten und die bis dahin durch kriegerische Handlungen beschädigte Burg mit Wall und Graben wieder aufbauen und erweitern lässt.

Burgdorf wird weiter ausgebaut, nachdem es wahrscheinlich schon Ende des 13. Jahrhunderts den Charakter einer Stadt angenommen hat. In den folgenden Jahren wird die Stadt durch kriegerische Ereignisse und Brände mehrmals zerstört. Dabei werden jeweils auch die Kirche und die Burg vernichtet, 1519 in der Hildesheimer Stiftsfehde, 1632 während des 30-jährigen Krieges. Die erste urkundlich erwähnte Feuersbrunst am 10. September 1658 vernichtet fast die halbe Stadt. 113 Häuser werden vernichtet, 900 Bürger sind obdachlos.

Burgdorf wahrt sein altes Stadtbild bis Anfang des 18. Jahrhunderts. Die Einebnung und Abtragung früherer Befestigungsanlagen erfolgte 1802. Die kurze "glückliche Zeit" des Wiederaufbaues der Stadt findet jedoch am 25. Juni 1809 ein jähes Ende, nachdem die gesamte Stadt durch Unachtsamkeit einer Bürgerin, mit Ausnahme weniger Häuser an der Straße "Am Brandende" gelegen, durch eine Feuersbrunst vernichtet wird.

Aber der seit jeher bestehende, unbeugsame Aufbauwille der Burgdorfer Bürgerinnen und Bürger und eine Geste des damaligen obersten Landesherrn Kaiser Napoleon, der durch das Dekret vom 20.09.1809 im Schloss Schönbrunn bei Wien den Abgebrannten das notwendige Bauholz unentgeltlich aus den Staatsforsten zur Verfügung stellt, lässt die Stadt bald wieder so entstehen, wie sie sich noch heute im Wesentlichen rund um die 1813 wieder aufgebaute St. Pankratius-Kirche und das 1641 errichtete Schloss sowie das 1814 wieder erstellte Rathaus (dieses allerdings 1950 umgebaut und aufgestockt) unseren Blicken zeigt.

Märkte, Handwerker- und typisches Ackerbürgertum bestimmen über Jahrhunderte das Leben der Stadt. Burgdorf bleibt bis 1945 eine ländliche, sich sehr langsam und bedächtig entwickelnde Kleinstadt.
Die Lage zwischen den historisch bedeutenderen Städten Hannover, Celle und Hildesheim mag ausschlaggebend dafür sein, dass Burgdorf recht lange über den kleinstädtischen Charakter nicht hinauswächst. Erst 1945 erhöht sich die Zahl der Einwohner durch den Zuzug von Bombengeschädigten und Heimatvertriebenen von 6.300 im Jahre 1939 auf 11.000 im Jahre 1950. 1960 beträgt die Einwohnerzahl 12.570 und steigt bis 1973 auf etwa 20.000 an.

Durch die Gebietsreform zum 01.03.1974 werden Beinhorn, Dachtmissen, Heeßel, Hülptingsen, Otze, Ramlingen-Ehlershausen, Schillerslage, Sorgensen und Weferlingsen mit Burgdorf zusammengeschlossen.
Die Einwohnerzahl steigt auf 28.002 Einwohner an, die Fläche des Burgdorfer Stadtgebietes von 1.900 auf 11.223 ha. Mitte 2015 zählt Burgdorf bereits über 31.700 Einwohner.

2004 feiert die Stadt mit einem eindrucksvollen Feuerwerk an Veranstaltungen 725 Jahre Stadtgeschichte und zeigt, dass es endgültig über seinen kleinstädtischen Charakter hinausgewachsen ist.
Die angelegte Ortsumgehung und der damit einhergehende Innenstadtumbau steigern ab dem Jahr 2009 die Attraktivität der Innenstadt für die Bürgerinnen und Bürger und beleben das wirtschaftliche und kulturelle Leben rund um die Marktstraße.