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Der Nonnensee

Ein Kleinod vor den Toren der Stadt Bergen auf Rügen

Wohl niemand hätte erwartet, dass sich der wieder entstandene Nonnensee einmal solcher Beliebtheit erfreuen würde. Der Winter 1993/94 brachte mit dem Ausfall des Schöpfwerkes das Ende Jahrzehnte währender Bemühungen, die Grünlandniederung nordwestlich der Stadt Bergen auf Rügen zu entwässern. Innerhalb kürzester Zeit erreichte der Wasserstand sein heutiges Niveau.

Erfreulicherweise gelang es, den gerade wieder entstandenen See in ein Renaturierungsprojekt zu integrieren. Dies hatte einerseits die Sicherung des Gebietes für die Natur, die Wiederherstellung eines funktionsfähigen Naturhaushaltes und auch die naturverträgliche Erschließung des Gebietes für die Naherholung zum Ziel.

Heute führt in gebührendem Abstand zum Seeufer ein Wanderweg um den Nonnensee. Von ihm hat der Wanderer immer wieder einen faszinierenden Blick auf den See. Zusätzlich befinden sich am Nordost- und auch am Südwestufer jeweils ein Beobachtungsturm, von denen man ungehindert die reichhaltige Vogelwelt am See beobachten kann. Als Ausgangspunkt für eine Wanderung um den See bietet sich die Kastanienallee der alten Kleinbahnstrecke an. Und die ist sehr artenreich.

Im Laufe des Jahres sind hier die verschiedensten Entenarten zu entdecken, die den See als Rastplatz auf ihren Wanderungen oder aber auch als Mauserplatz nutzen. Lach-, Sturm und Silbermöwe sind regelmäßig hier. An einigen Tagen im Jahr können aber auch größere Rastbestände von Zwergmöwen und gelegentlich auch Weißflügelseeschwalben erscheinen. Über die Graugänse und auch den regelmäßig am See zu beobachtenden Seeadler erfährt der Besucher interessante Details auf den Informationstafeln am See.

Markant ist die Brutkolonie der nicht überall erwünschten Kormorane. Sie nisten in unmittelbarer Ufernähe und können vom Wanderweg aus gut bei Nestbau, Brut und Jungenaufzucht beobachtet werden.

Auch die Singvogelwelt ist sehr artenreich. Im Bereich der Büsche und des Waldrandes der Ostseite des Sees sind Mönchs- und Klappergrasmücke, Neuntöter und Sprosser regelmäßig zu beobachten. Mit etwas Glück entdeckt man auch die seltenere Beutelmeise. Aus dem Röhricht singen Teich- und Drosselrohrsänger. Die Bartmeise stattet dem See gelegentlich einen Kurzbesuch ab. In den Wiesen des Umlandes brüten Feldlerche, Braunkehlchen und Schafstelze, nötigen Kleintiere.

Ab Mitte Juni kommen auch die Dohlen mit ihren diesjährigen Jungen zum See, finden hier reichlich Nahrung aber auch Deckung für die Nacht. Sowohl die Schlehen- als auch die Weißdornblüte beeindrucken jährlich die Besucher des Sees. Die Krautvegetation wartet mit interessanten Arten auf, die schon vom Wanderweg aus entdeckt werden können.

Die Wiederentstehung des Nonnensees ist ein wahrer Glücksfall. Und es ist gemeinsamen Bestrebungen von ehrenamtlichen Naturschützern, Verwaltungen und anliegenden Gemeinden zu verdanken, dass der See heute seine wichtige Funktion für den Naturhaushalt wahrnehmen kann. Gleichzeitig zeigt sich, dass es durchaus möglich ist, die Belange des Naturschutzes mit den Interessen der Naherholung und des Tourismus in Einklang zu bringen. Unser rücksichtsvolles Verhalten wird dafür sorgen können, dass die Lebensgemeinschaft des Nonnensees durch unser Handeln keine Nachteile davon trägt.

Text: Stadt Bergen auf Rügen