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Geschichte

1015
Erste Erwähnung Bürens (Buranon). Das Dorf liegt am linken Almeufer und ist zunächst recht unbedeutend. Bemerkenswert ist jedoch die dem Hl. Gangolf geweihte Kirche, die in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts entstanden sein dürfte.

um 1150
Errichtung einer Burganlage am Zusammenfluss von Alme und Afte durch die Edelherren von Büren, deren großer Einfluss auf die Entwicklung Bürens noch im heutigen Stadtbild erkennbar ist.

1195
Gründung der Stadt Büren durch einen Vertrag zwischen dem Bischof von Paderborn und den Edelherren von Büren. Der Bischof gibt die Zustimmung zur Stadtanlage, beteiligt sich an den Befestigungskosten und erteilt Münz- und Zollrecht sowie verschiedene Zehnte. Dafür lässt er sich die Stadt als Lehen auftragen und das Öffnungsrecht verbriefen. An der Südseite der Burg entstehen ca. 30 Hausplätze.

1195-1220
Erste Erweiterung der Stadt. Der aufsteigende Rücken zwischen Alme und Afte wird durch drei in Nord-Süd-Richtung verlaufende, große Parallelstraßen erschlossen (heute Rosen-, Burg- und Königstraße), die wiederum durch Querstraßen verbunden werden. Zwei der dadurch entstehenden großen Gevierte reserviert man für die Kirche St. Nikolaus mit Kirchhof und den Markt mit dem Rathaus. Aus topographischen Gründen erweitert man westlich und östlich der drei Straßenschienen das Stadtareal bis an die Geländekanten der Flusstäler von Alme und Afte und umfasst die gesamte Anlage nach und nach mit einer Mauer, die durch neun Türme verstärkt ist. Davon erhalten sind bis heute der Nordturm und der Hegensdorfer Turm ("Eulenturm"). Die Stadt Büren erhält eine Verfassung auf der Grundlage des Lippstädter Stadtrechtes. Ein städtischer Richter wird erstmals 1238 bezeugt. Bürener Kaufleute beteiligen sich lebhaft am hanseatischen Handel. Dennoch ist Büren nicht als Handelsstadt einzuschätzen, da Bauern und Handwerker überwiegen. Von gewerblichen Gilden und Zünften sei hier nur die Katharinenbruderschaft von 1385 erwähnt, der alle angehörten, die nach dem Zirkel, Winkel und Richtholz arbeiteten. Nicht aus Büren wegzudenken ist die St.-Sebastian-Bruderschaft, deren Statuten aus dem Jahre 1490 stammen und die bereits ihr 500-jähriges Bestehen feiern konnte.

1252
Eine Urkunde des Paderborner Bischofs spricht von zwei Bürener Neustädten. Diese zweite Stadterweiterung - für die es noch weitere Hinweise gibt - könnte sich über die Fläche südlich der Oberen Pforte beiderseits des Weges nach Siddinghausen (heute: zwischen Bruchstraße und Schanze) erstreckt haben. Über die Gründe, warum diese zweite Vergrößerung Bürens nicht gelang, kann man nur spekulieren. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erreicht die Macht der Edelherren von Büren ihren Höhepunkt. Durch ihren umfangreichen Grundbesitz und die zahlreichen Rechte (Frei-, Gogerichts-, Vogtei-, Forst- und Kirchenpatronatsrechte) erreichen sie eine Stellung, die einer Landesherrschaft gleicht. Staatliche Funktionen nehmen sie am deutlichsten gegenüber ihren Städten wahr. In ihren Ministerialien besitzen sie eine eigene kleine Kriegsmacht. Dennoch können sie sich dem übermächtigen Einfluss des Paderborner Bischofs nicht entziehen. Fehlendes "Staatsbewusstsein", ständige Familienstreitigkeiten und ein gestörtes Verhältnis zur Bürener Bürgerschaft führen dazu, dass der Paderborner Bischof letztlich die Oberhand erhält und der Stern der Bürener Edelherren untergeht. Doch auch als Teil des Fürstbistums Paderborn nimmt die Herrschaft Büren eine Sonderstellung ein.

1562
Das im Stadtarchiv Büren erhaltene Bürgerbuch teilt die Stadt in eine Wester-, Mittel- und Osterbauerschaft. Ein entsprechender Plan aus der Zeit um 1750 ist ebenfalls im Stadtarchiv vorhanden. Bereits 1568 wird eine Wasserleitung erwähnt. Das Wasser wird aus der Quelle im Peipenbusch (Richtung Hegensdorf) in Holzrohren zu fünf verschiedenen Wasserbehältern ("Kump") geführt. Die Buchenstämme für die Holzrohre werden in der Bohrmühle (heute Mittelmühle) gebohrt. 1882 wird die Holzleitung durch Eisenrohre ersetzt.

1661
Der letzte Bürener Edelherr Moritz stirbt und setzt als Erben über die Herrschaft Büren den Jesuitenorden ein. Erst 1714 gelangen die Jesuiten nach langen Erbstreitigkeiten mit den Seitenverwandten des Erblassers und dem Bischof von Paderborn in den unbeschränkten Besitz der Herrschaft Büren und üben alle Rechte aus, besonders auch die Gerichtsbarkeit. Als bleibendes Werk schaffen sie das Jesuitenkolleggebäude und die Jesuitenkirche und legen damit den Grundstein für die heutige Schulstadt Büren. Nach der Auflösung des Jesuitenordens 1773 fällt der Besitz an den Fürstbischof von Paderborn, später an den preußischen Staat. Heute ist er als "Haus Büren'scher Fonds" ein Sondervermögen des Landes Nordrhein-Westfalen.

1816
Nach der Säkularisation, dem französischen Königreich Westfalen und den Befreiungskriegen, fällt das Fürstbistum endgültig an Preußen; der Kreis Büren wird gegründet. 1825 wird im ehemaligen Jesuitenkolleg ein Lehrerseminar eröffnet, das bis 1925 besteht. Büren erhält ferner ein Amtsgericht und eine Taubstummenanstalt (heute Westfälische Förderschule "Moritz-von-Büren"). Durch die Verbesserung und Erweiterung des Straßennetzes, im Kreis Büren Mitte und die Eisenbahnstrecken Ende des 19. Jahrhunderts, verbessern sich die Verkehrsverhältnisse wesentlich. Der holzverarbeitenden Industrie folgen Zement- und Kalkwerke. Im Herbst 1908 wird das Elektrizitätsnetz fertig gestellt.

Die Bevölkerungszahl steigt von 1.318 im Jahr 1818 über 2.000 (1839), 3.000 (1908), auf 4.012 (1939). Flucht und Vertreibung als Folge des 2. Weltkrieges lassen die Bevölkerungszahl auf 5.908 im Jahr 1946 hochschnellen. In den Folgejahren ist sie rückläufig, um sich bis 1975 wieder auf 6.189 Einwohner zu erhöhen. (Diese Zahlen beziehen sich nur auf die Kernstadt.)

1975
Durch die kommunale Neugliederung wird Büren mit den Gemeinden des Amtes Büren-Land zur neuen Stadt Büren zusammengeschlossen. Büren verliert den Kreissitz, das Amtsgericht und weitere Einrichtungen. Die Einwohnerzahl der Gesamtstadt beträgt 1975 17.375 Einwohner, 2000 sind es 22.581 Personen, wovon 8.553 auf die Kernstadt Büren entfallen.

1995
800-jähriges Stadtjubiläum.

2009
Nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten wurde die Mittelmühle samt der dazugehörigen Bohrmühle am 1. Juni 2009 feierlich eingeweiht und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.