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Ahaus - Gestern, Heute, Morgen

Aus dem Jahre 1030 stammt die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Ahaus, besser gesagt des "Hauses an der Aa", das sich gut gesichert in einer Schleife des Flusses Aa befand und von dichtem Wald umgeben war. Im Schutze dieses befestigten Hauses siedelten sich bald Bauern, Handwerker und Kaufleute an, die die Keimzelle der noch heute blühenden Stadt bildeten. Bereits im 14. Jahrhundert war der Ort so groß, dass er Stadtrechte erhielt.
Als Folge einer verlorenen Fehde fiel im Jahre 1406 Stadt, Burg und Herrschaft an den Fürstbischof von Münster, unter dessen Herrschaft Ahaus bis zum Jahre 1803 blieb. Während der fast 400-jährigen Herrschaft der Fürstbischöfe erlebte Ahaus Kriege, Pestepidemien, Besatzungen und Brände. Doch immer wieder wurde die Stadt aufgebaut, versuchte die Bevölkerung erneut Fuß zu fassen.
So wurde während des Dreißigjährigen Krieges eine 16-jährige Besatzung durch hessische Truppen ertragen, die fast den wirtschaftlichen Ruin der Stadt verursachte. Glücklich und hoffnungsvoll waren die Ahauser daher über die Pläne des Fürstbischofs Christoph Bernhard von Galen zur Gründung einer Fayence-Manufaktur. 1653 konnte die erste Fayencerie auf deutschem Boden in Ahaus eröffnet werden.
Wenn sich auch nicht alle wirtschaftlichen Hoffnungen sowohl des Fürstbischofs als auch der Ahauser erfüllten, so hatte sich die allgemeine Lage am Ende des Jahrhunderts soweit erholt, dass ein ehrgeiziges Projekt in Angriff genommen werden konnte: der Abriss der alten Burg und der darauffolgende Neubau eines barocken Wasserschlosses. Ambrosius von Oelde entwarf für Fürstbischof Friedrich Christian von Plettenberg die Pläne des im Jahre 1690 feierlich eröffneten Jagdschlosses. Knapp 100 Jahre später wurde es bereits im Innern und zum Teil im Bereich der rückwärtigen Fassade durch Johann Conrad Schlaun umgestaltet und dem zeitgemäßen Lebensstil der Fürstbischöfe angepasst.
Die Herrschaft der Fürstbischöfe endete abrupt im Jahre 1803, als durch den Reichsdeputationshauptschluss als Folge der napoleonischen Kriege und der anschließenden Neuordnung Europas die Herrschaft Ahaus an die Fürsten Salm-Salm und Salm-Kyrburg fiel. 1819 vermieteten die Fürsten das Schloss an den Tabakfabrikanten Hermann Oldenkott aus Amsterdam, der im Hauptgebäude eine Tabakfabrik einrichtete. 10 Jahre später konnte er das Schloss erwerben, Teile des Parkes und der Vorburg wurden an andere private Interessenten verkauft. Noch weitere 100 Jahre wurden Zigarren im Schloss hergestellt, danach wurde es nur noch als Privatsitz der Familie Oldenkott genutzt.
In der Zwischenzeit hatten sich jedoch andere große Fabriken angesiedelt: im Jahre 1881 die Zündholzfabrik, 1883 die Westfälische Jute-Spinnerei und Weberei, die zeitweilig der größte Arbeitgeber der Stadt gewesen ist. Durch diese Zeit der Frühindustrialisierung konnten die großen Nöte, die durch den Stadtbrand von 1863 entstanden waren und durch den nahezu die ganze Stadt zerstört worden war, beseitigt werden.
Doch auch das zwanzigste Jahrhundert brachte immer wieder Rückschläge und Kriege. 1945 musste die Innenstadt nach den vehementen Bombenangriffen während der letzten Kriegstage wieder aufgebaut werden.
Heute präsentiert sich die Stadt als ein Ort, der die Zukunft fest in die Hand genommen hat. Es ist eine Stadt, die ihre Lage an der Grenze zu den Niederlanden mitten im EU-Raum im Miteinander mit den Nachbarn als zusätzliche Entwicklungschance wertet und nutzt.
Durch die Kommunale Neugliederung kamen in den Jahren 1969 und 1975 die Dörfer Alstätte, Graes, Ottenstein, Wessum und Wüllen hinzu, sodass sich heute Ahaus als ein intaktes Mittelzentrum im Westmünsterland präsentiert.
Wie die Innenstadt mit der bereits 1976 angelegten Fußgängerzone gaben sich auch die Ortsteile ein neues Gesicht: überall wuchsen kleine Gewerbegebiete, die das Arbeiten vor der Haustüre ermöglichen. Die Bürgerinnen und Bürger passten ihre Gemeindezentren den neuen Erfordernissen der Daseinsvorsorge an, ohne den traditionellen dörflichen Charakter zu verleugnen. So bestimmt heute eine lebendige Vielfalt von Stadt und Land das gemeinsame Ahauser Stadtbild.
Bestehende Arbeitsplätze sichern und neue Arbeitsplätze schaffen ist das wirtschaftlich herausragende Ziel. Der Erfolg der letzten Jahre gibt ihr Recht. So verfügt die Stadt nun über ein großes zentrales Industriegebiet, das in allen Ortsteilen durch kleinere ergänzt wird.
Die Zeit, in der Ahaus durch die Textilindustrie, die Zündholzfabrik und die Tabakverarbeitung bestimmt war, ist seit langem vorbei. Heute gibt es zahlreiche Klein- und Mittelbetriebe aller Branchen, insbesondere in den Bereichen Holz, Kunststoff, Metall, Software, Repro, Bau und Fahrzeugbau. Hierfür stehen in allen Ortsteilen der Stadt Flächen für Neuansiedlung, Verlagerung, Aussiedlung oder Erweiterung von Unternehmen in jeder erforderlichen Größe zur Verfügung.
Während des Mittelalters und der frühen Neuzeit suchten die Fürstbischöfe von Münster in Ahaus Entspannung bei der Jagd. Heute steht ein reichhaltiges Unterhaltungs- und Freizeitprogramm allen offen. Gleich ob man Musik und Theater, Kunstausstellungen und Seminare sucht, oder ob man sich auf gut ausgezeichneten Waldpfaden oder Pättkes zu Fuß oder per Fahrrad erholen möchte - Ahaus wird fast jedem Wunsch gerecht.
Schloss, Kulturquadrat und Villa van Delden bilden dabei Dreh- und Angelpunkt für Musik- und Theaterfreunde, aber auch Ausstellungen aller Art haben hier ihr Zuhause.
Der besonders aktive Ahauser Verkehrsverein hat darüber hinaus ein Band erholsamer Freizeitangebote um das ganze Stadtgebiet geschlungen. Auf dem eigenen oder geliehenen Fahrrad kann man durch die westmünsterländische Heide- und Moorlandschaft radeln, oder über die Grenze in die benachbarten Niederlande fahren und z.B. Haaksbergen oder Enschede besuchen. Ebenso einen Besuch wert sind die beiden Kinos "Cinema Center" und "Cinetech - das Erlebniskino" in Ahaus.
Weil fast jeder zweite Ahauser Mitglied in einem Sportverein ist, bietet die Stadt rings um ihr Freizeitzentrum bis in alle Ortsteile hinein ein Netz von Sportanlagen: Freibäder, ein Kombibad mit Welle, Sporthallen und -plätze, Tennishallen und -plätze, Reithallen, Kegelbahnen und einen Golfplatz.
Ahaus, eine Stadt, die heute mit ihrer Schaffenskraft das Morgen zukunftsorientiert gestaltet. Eine Stadt, in deren Mittelpunkt der Mensch mit all seinen Interessen und Aktivitäten steht.