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Geschichtliche Entwicklung

Schon in der jüngeren Steinzeit (4000-2000 v. Chr.) haben Menschen im Gartower Raum gesiedelt, worauf aufgefundene Steinbeile und Steinäxte hinweisen. Weitere Funde aus der Bronze- und Eisenzeit belegen eine über Jahrtausende andauernde Siedlungstätigkeit.

Zu Beginn unsere Zeitrechnung lebten hier auch Langobarden und später Sachsen.

Um 800 geriet das Gartower Gebiet in kriegerische Auseinandersetzung zwischen Franken, Slawen und Sachsen und wurde dann vom Frankenkaiser Karl dem Großen unterworfen.

Im frühen Mittelalter wohnten hier Deutsche und aus dem Osten zugewanderte Wenden friedlich miteinander.

Obwohl die Stadt Schnackenburg als Zollstätte eine größere Bedeutung als Gartow erlangte, so befand sich vermutlich schon seit 1225 in Gartow eine "Sperrburg" gegen slawische Bestrebungen, hier Einfluss zu nehmen. In jenem Jahr wird auch erstmals urkundlich ein Conrad von Gartow genannt. Dieses lässt den naheliegenden Schluss zu, dass ein Ort Gartow damals existiert haben kann.

Die Herren von Gartow waren mit etlichen Besitzungen begütert, die im engeren und weiteren Umkreis von Gartow lagen. Die ehemalige Burg Gartow bestand aus Vorund Hauptburg und war mit einem Wassergraben umgeben.

Damals lag Gartow sowie mehrere umliegende Orte im Einflussbereich der Markgrafenschaft Brandenburg. Aber auch das Fürstentum Lüneburg erhob Anspruch auf dieses Gebiet, doch keine der beiden Lehnsmächte konnte verhindern, dass es im Jahre 1360 an den Johanniterorden verkauft wurde. Als der Orden 1483 Gartow an die Dannenberger Ritter v. Bülow verkaufte, machte Brandenburg erneut Ansprüche geltend. Mehr als ein Jahrhundert lang gelang es den v. Bülows, die einander widerstreitenden Lehnsinteressen des welfischen und askanischen Fürstenhauses zu ihren eigenen Gunsten zu nutzen und durch geschickte Kauf- und Pfandpolitik ihr Besitztum abzurunden. Aber auf Dauer konnten sie es nicht halten.

Andreas Gottlieb v. Bernstorff kaufte 1694 den stark verfallenen und vernachlässigten Bülowschen Besitz, nachdem er als Minister des Braunschweigisch-Lüneburgischen Fürsten den endgültigen Verzicht des Hauses Brandenburg auf jegliche Ansprüche durchgesetzt hatte. Er führte den Ort Gartow zu wirtschaftlicher Blüte und damit den ganzen umgebenden ländlichen Raum, der sich zunehmend mehr nach Gartow orientierte.

Verwaltungspolitisch konnte v. Bernstorff 1720 die Schaffung eines so genannten "Geschlossenen Adeligen Gerichts Gartow" erreichen. Die Verwaltung und Rechtssprechung über Gartow und 24 Dörfer erfolgte von Gartow aus, wo die Familie v. Bernstorff den Landesgesetzen gemäß alle Verwaltungsaufgaben erledigen ließ. Zuvor wurden die Dörfer Holtorf, Kapern und Gummern an das Kurfürstentum Hannover abgetreten und der Verwaltung des Geschlossenen Gerichts Gartow unterstellt. Daneben existierte noch das gebietsmäßig sehr kleine Amt Schnackenburg (nur Stadt und Feldmark Schnackenburg).

Im Gefolge von politischen Entscheidungen wurde 1850 die Trennung von Verwaltung und Justiz vorgenommen und gleichzeitig eine neue Amtsordnung verkündet, wonach alle bisherigen Adeligen Gerichte aufgelöst werden mußten, also auch das von Gartow. Am 15. 7. 1850 wurde nun ein neues Amt Gartow begründet. Das ehemalige Amt Schnackenburg hatte aufgehört zu existieren.

Mit diesen Veränderungen verschlechterten sich die Einflussmöglichkeiten der Familie von Bernstorff erheblich. Hinzu kam noch die seit 1831 gesetzlich betriebene Loslösung von Verpflichtungen gegenüber dem Haus Gartow. Als Einnahmequellen verblieben nur die eigene Land- und Forstwirtschaft.

Das Amt Gartow ist im Zuge weiterer Verwaltungsreformen 1872 in das Amt Lüchow, welches später in Kreis Lüchow umbenannt wurde, integriert worden und bestand nun endgültig nicht mehr.

Im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform 1972 wurde die Samtgemeinde Gartow gebildet. Die Mitgliedsgemeinden Gartow, Gorleben, Höhbeck, Prezelle und Stadt Schnackenburg sind aus ehemals 16 selbständigen Gemeinden hervorgegangen.