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Die Samtgemeinde stellt sich vor

Vier an der Vechte
Die Gemeinden und ihre Geschichte

Rund 14.500 Menschen von jung bis alt leben im nordwestlichsten Teil der Grafschaft Bentheim in der Samtgemeinde Emlichheim unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze. Die Samtgemeinde erstreckt sich über eine Fläche von 184,50 km². Vom Menschenschlag her sind die Bewohner überwiegend Heimat verbundene Grafschafter aber auch viele Zugezogene, die hier zu Mitbürgern geworden sind. Waren es früher Heimatvertriebene, sind es seit einigen Jahren neue Mitbürger aus den Niederlanden, die hier ein neues Zuhause gefunden haben.

Die Samtgemeinde Emlichheim selbst kann noch nicht auf eine lange Geschichte zurückblicken. Das politische Gebilde der Samtgemeinde besteht erst seit der Gebietsreform am 1. März 1974. Anders die Geschichte der vier Mitgliedsgemeinden Emlichheim, Hoogstede, Laar und Ringe. Die erste urkundliche Erwähnung erfuhr Emlichheim im Jahr 1312. Dieses Jahr gilt praktisch als Geburtsjahr der Gemeinde und Emlichheim feierte im Jahr 2012 das 700-jährige Jubiläum. Die nach Einwohnerzahlen zweitgrößte Gemeinde ist Hoogstede. Sie feierte im Jahr 2009 ihr 800-jähriges Jubiläum. Ein paar Jahre Zeit hat die Gemeinde Laar noch für ihr 800-jähriges Bestehen - das ist im Jahr 2027 so weit. Die Gemeinde Laar war eng verknüpft mit dem damaligen Haus "Laar". Die Existenz dieses Hauses lässt sich zurückverfolgen bis zum Jahr 1227. Rund hundert Jahre später, im Jahr 1329 belegten alte Urkunden die Existenz der damaligen Bauernschaft Ringe im Kirchspiel Emlichheim. Die Geschichte der vier Gemeinden ist sicherlich viel älter, aber nicht belegt. Urgeschichtliche Funde lassen auf eine sehr frühe Besiedlung im Bereich der Vechte, die durch alle vier Mitgliedsgemeinden fließt, schließen. Anlässlich der Vechteregulierung wurde im Jahre 1961 ein sehr schön bearbeitetes Steinbeil gefunden, welches nach Ansicht von Sachverständigen mehr als 3000 Jahre alt sein soll. Ein weiteres Zeichen aus alter Zeit ist die ev. - ref. Kirche in Emlichheim. Sie wurde aus Bentheimer Sandstein gebaut und einst floss die Vechte direkt vor der Kirchenmauer. Der älteste Teil der ev. - ref. Kirche ist die Nordmauer, sie stammt aus der Zeit um 1150.

Landschaft und Wirtschaft
im Niedergrafschafter Vechtetal

Die ländlich geprägte Region wird durchzogen von der Vechte und dem Coevorden-Piccardie-Kanal. Früher war die Vechte für die Schifffahrt und den Transport des Bentheimer Sandsteins von großer Bedeutung. Mit zunehmender Versandung des Flusses wurde die Schifffahrt auf der Vechte 1859 eingestellt. In den Jahren 1878 - 1882 wurde der Coevorden-Piccardie-Kanal gebaut. Mit dem Bau des Kanals sowie durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahre 1910 wurde die Gemeinde Emlichheim verkehrlich und wirtschaftlich erschlossen. Das Schienennetz ist heute noch von Bedeutung insbesondere für grenzüberschreitende Güterverkehre. Im Industriegebiet "GVZ Europark" liegt die Schnittstelle zwischen dem deutschen und niederländischen Schienennetz und war Mitte der 1990er Jahre die Initialzündung für ein grenzüberschreitendes Gewerbe- und Industriegebiet mit der niederländischen Nachbarkommune Coevorden.

GVZ Europark
Eine grenzüberschreitende Idee

Die Idee eines grenzüberschreitenden Gewerbe- und Industriegebietes wurde mit dem GVZ Europark Realität und zwischenzeitlich sind durch gemeinsame Anstrengungen der Gemeinde Coevorden und der Samtgemeinde Emlichheim rund 250 ha auf deutscher und niederländischer Seite erschlossen worden. Nach der Zielsetzung des Masterplanes soll der GVZ Europark später eine Gesamtgröße von ca. 350 ha haben. Auf der niederländischen Seite ist die Ansiedlung des großen Tierfutterproduzenten IAMS vom amerikanischen Konzern Spectrum Brands hervorzuheben und auf der deutschen Seite die Firma BBE aus der niederländischen Konzerngruppe Koninklijke Volker Wessel Stevin (KVWS), die dort Betonfertigteile und Bewehrungen herstellt. Vor ein paar Jahren hat der Konzern eine Müllverbrennungsanlage im GVZ Europark in Betrieb genommen. Diese Verbrennungsanlage bildet für die Unternehmensgruppe die Grundlage für weitere Betriebsaktivitäten, auch um die Ab- bzw. Restwärme aus dem Verbrennungsprozess zu nutzen.

Weitere Pluspunkte des grenzüberschreitenden Industrieparks sind zum einen die Anbindung an das dt.-ndl. Schienennetz und zum anderen die trimodale Güterumschlagsanlage. Aufgrund der gewachsenen logistischen Bedeutung hat sich der GVZ Europark zu einem Güterverkehrszentrum (GVZ) entwickelt.

Energieregion

Klimaschutz ist in der Samtgemeinde Emlichheim ein wichtiges Thema: In einem Mix aus Windkraftanlagen, Photovoltaik- und Biogasanlagen, einem großen Biomasseheiz- sowie einem Strohheizkraftwerk wird vor Ort klimaneutral Energie in einer Größenordnung erzeugt, die ausreichen würde, um eine große Stadt wie Oldenburg oder Osnabrück zu versorgen. Das mit einer Feuerwärmeleistung von knapp 50 MW betriebene erste deutsche Strohheizkraftwerk produziert nicht nur grünen Strom. Es beliefert das Industrieunternehmen Emsland-Stärke mit Prozessdampf und versorgt zahlreiche öffentliche Einrichtungen und Privathaushalte in Emlichheim mit Nahwärme.