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6. Gesundheit

6.1 Ernährung im Alter

Altern ist ein natürlicher Vorgang und an sich keine Krankheit, sondern ein unaufhaltbarer biologischer Prozess. Bei jedem hinterlässt das Alter seine Spuren: schon ab dem 30. Lebensjahr werden leider die Muskeln schwächer, Knochen brüchiger und Augen, Ohren und Gedächtnis lassen in ihrer Leistung nach. Vieles davon hat mit erblicher Veranlagung zu tun, doch einiges hat man selbst in der Hand, indem man auf ausreichende Bewegung, geistige Aktivität und eine ausgewogene Ernährung achtet. Denn viele vermeintlich altersbedingten Krankheiten haben nichts mit dem Alter zu tun, sondern entstehen durch den persönlichen (manchmal eben ungesunden) Lebensstil.
Mit zunehmendem Alter sinkt der Kalorienbedarf des Körpers um bis zu 25 Prozent. Wird die Kalorienaufnahme nicht an den sinkenden Bedarf angepasst, nimmt man zu. Anzustreben ist aber auch im Alter das Normalgewicht. Während die einen im Alter zunehmen, haben vor allem Menschen, die älter als 75 sind, ein gegenteiliges Problem: sie verlieren den Appetit, essen zu wenig oder zu nährstoffarm und leiden auf Dauer unter einer Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen. Bei beiden Szenarien besteht die Gefahr krank zu werden oder die Leistungsfähigkeit vorzeitig zu verlieren.
Um Gesundheit und Vitalität möglichst lange zu erhalten, sind für ältere Menschen, die eine normale Ernährung vertragen und nicht auf Diätkost und ähnlichen angewiesen sind, folgende praktische Tipps hilfreich:
  • Im Alter lässt das Durstempfinden nach, also gilt es zu trinken, bevor der Durst kommt. Der Körper benötigt pro Tag zwischen 1,5 und 2 Liter Flüssigkeit, ideal sind Wasser, Kräuter- und Früchtetees oder Fruchtsaftschorlen
  • Gemüse, Salat und Milchprodukte sind gesund, lecker und sollten täglich auf dem Tisch stehen. Tiefkühlgemüse ist dabei besser als sein Ruf, spart viel Zeit und enthält fast ebenso viele Nährstoffe wie frisches Gemüse.
  • Essen Sie so oft es geht Fisch.
  • Versuchen Sie, Ihren Fettverzehr einzuschränken und benutzen Sie pflanzliche statt tierische Fette und Öle.
  • Bevorzugen Sie Vollkornprodukte.
  • Viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind bekömmlicher als drei große.
  • Gut gekaut ist halb verdaut gilt noch immer: essen Sie in schöner Atmosphäre, kauen Sie gründlich, essen Sie bewusst und in Ruhe.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig, am besten wöchentlich, Ihr Gewicht.
  • Erhalten Sie sich Ihre Fitness und Beweglichkeit durch regelmäßige körperliche Betätigung wie Wandern, Schwimmen, Radfahren und Gymnastik.
  • Bereiten Sie sich ein selbstgekochtes Essen zu, auch wenn Sie alleine leben. Reste lassen sich meistens gut einfrieren.
6.2 Vorsorge

Die Gesundheit zu erhalten ist leichter, als Krankheiten zu heilen. Der wichtigste Aspekt für ein gesundes Leben ist sicher ein aktiver Lebensstil mit guter Ernährung, sozialen Kontakten, Hobbys und einem erfüllten Familienleben. Doch auch die regelmäßige medizinische Gesundheitsvorsorge ist für Senioren sehr wichtig, denn mit steigendem Alter wird man anfälliger für diverse Krankheiten. Die klassischen Alterserkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes mellitus schleichen sich oft unbemerkt und beschwerdefrei ein, haben aber später erhebliche Folgen. Je früher solche gesundheitlichen Probleme erkannt werden, desto besser lassen sie sich behandeln oder auch beheben. Auch wer topfit ist, sollte daher regelmäßig zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen. Untersuchungen werden ab einem bestimmten Alter von den Kassen bezahlt, darüber hinaus gibt es sogenannte IGeL-Leistungen, individuelle Gesundheitsleistungen, deren Kosten nicht von den Kassen übernommen werden. Vorsorgende Impfungen hingegen sind kostenlos und werden von Ärzten empfohlen. Weiterhin helfend sind halbjährliche Zahnarztbesuche und eine gute Zahnpflege.

6.3 Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen sind selbstorganisierte Zusammenschlüsse von Menschen, die ein gleiches Problem oder Anliegen haben und gemeinsam etwas dagegen beziehungsweise dafür unternehmen möchten. Selbsthilfegruppen dienen im Wesentlichen dem Informations- und Erfahrungsaustausch von Betroffenen und Angehörigen, der praktischen Lebenshilfe sowie der gegenseitigen emotionalen Unterstützung und Motivation. Weitere Auskünfte zum Themengebiet und zu bestehenden Selbsthilfegruppen erhalten Sie bei Ihrem behandelnden Hausarzt und beim Gesundheitsamt des Landratsamtes Nordsachsen.