Gehe zum Inhalt, überspringe Menüs

 

3. Wohnen im Alter

3.1 Leben in der eigenen Wohnung

Mit zunehmendem Alter sinkt die Mobilität und der Aktionsradius verkleinert sich. Ein Umzug in betreutes Wohnen oder eine Seniorenresidenz muss aber nicht unbedingt nötig sein. Durch minimale Veränderungen, kleine Hilfen und bauliche Anpassungsmaßnahmen lässt sich der Wunsch, möglichst lange zu Hause und selbstständig zu leben, meist erfüllen. Maßnahmen zur Wohnungsanpassung können bei anerkannter Pflegebedürftigkeit von der Pflegekasse bezuschusst werden.
Unterstützung erhalten Sie dazu auch durch die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e. V.
Kredite und Zuschüsse zur Wohnungsanpassung vergibt die Bundesregierung im Rahmen ihres KfW-Förderprogramms "Altersgerecht umbauen". Antragsformulare dazu gibt es bei Banken und Sparkassen.
Sollte jedoch der vorhandene Wohnraum nicht mehr den Bedürfnissen der älteren Bürger entsprechen und können in diesen Räumen notwendige Anpassungsmöglichkeiten nicht realisiert werden, wäre ein Umzug in eine altersgerechte eigene Wohnung, eventuell im bereits bestehenden Lebensumfeld, abzuwägen. Als Ansprechpartner fungieren hier Ihre Wohnungsunternehmen vor Ort. Entsprechende Auskünfte können Sie
u. a. von den Verwaltungen der Städte und Gemeinden unseres Landkreises erhalten.

3.2 Betreutes Wohnen

In den letzten Jahren hat sich das Betreute Wohnen immer mehr durchgesetzt und ermöglicht es, den Lebensabend weitestgehend selbstbestimmt zu verbringen. Das Betreue Wohnen versucht dabei, die Angebotslücke zwischen Hilfeleistung in der eigenen Wohnung und der Unterbringung im Heim zu schließen. Die Angebote reichen von Wohnungen, die an ein Altenheim angegliedert sind, über seniorengerechte Wohnungen im normalen Wohnungsbau, die nur einen Hausmeisterdienst bieten, bis hin zu hotelähnlich ausgestatteten, luxuriösen Wohnkomplexen. Die Preise für betreutes Wohnen variieren dementsprechend stark. Eine Übersicht über die in Ihrer Nähe ansässigen Anbieter erhalten Sie auf der Internetseite des Pflegenetzes Sachsen www.pflegenetz.sachsen.de oder beim Sozialamt des Landkreises Nordsachsen.

3.3 Tagespflege

Wenn für den pflegebedürftigen Menschen eine Tagesbetreuung erforderlich wird und die Versorgung in Zeiten von abends bis morgens zu Hause sichergestellt ist, empfiehlt sich eine Tagespflege. Mittels dieser Betreuungsform wird versucht, die Angebotslücke zwischen der häuslichen Versorgung durch Angehörige oder ambulante Dienste und einem stationären Aufenthalt im Pflegeheim zu schließen.
Diese Pflegeform soll die Alltagsfähigkeiten erhalten oder verbessern. In der Tagespflegeeinrichtung ist die Essensversorgung abgesichert, meist wird auch ein Fahrdienst angeboten, sofern ein Transport durch Angehörige nicht möglich ist. Eine Übersicht über die in Ihrer Nähe ansässigen Anbieter erhalten Sie auf der Internetseite des Pflegenetzes Sachsen www.pflegenetz.sachsen.de, beim Sozialamt des Landkreises Nordsachsen und bei Ihrer Pflegekasse.

3.4 Stationäre Unterbringung im Pflegeheim/Altenpflegeheim

Sofern Situationen eintreten, die eine umfassendere Betreuung erfordern, sozusagen rund um die Uhr, kommt der sorgfältigen Auswahl des richtigen Altenpflegeheims eine große Bedeutung zu. Im Idealfall wird diese Auswahl in einer Lebensphase getroffen, in der der pflegebedürftige Mensch noch selbst eine Entscheidung für eine Einrichtung treffen kann. Manchmal sind aber die Angehörigen gefragt, wenn es um die optimale Unterbringung geht. Mit den richtigen Informationen kann man in der Regel das passende Heim aus mehreren Angeboten auswählen. Die Trägerschaft des Altenpflegeheims allein sagt dabei nichts über die Qualität der Betreuung aus, auch wenn sie erster Hinweis auf die grundsätzliche Ausrichtung des Hauses sein kann. Wichtiger sind die Leitung, die Art der Betreuung und die Ausbildung des Personals sowie die Personaldichte. Ein gutes Seniorenheim sollte familiäre Verhältnisse schaffen können. Neben finanziellen Aspekten sollten u. a. folgende Punkte bei einer Entscheidung berücksichtigt werden:
  • Größe des zukünftigen Wohnraumes, Nutzung eigener Möbel?
  • Wie sieht die Tagesstruktur aus? Wie gehen die Mitarbeiter mit den Bewohnern um? Werden individuelle Wünsche berücksichtigt?
  • Wie ist die medizinische und therapeutische Versorgung?
  • Wie ist die örtliche Anbindung bzw. die Verkehrsanbindung?
  • Wohnen Familienangehörige und Freunde in der Nähe?
Die monatlichen Kosten der Heimunterbringung setzen sich aus dem pflegebedingten Aufwand, der Unterkunft und der Verpflegung zusammen. Einen Teil der anfallenden Kosten einer vollstationären Pflege übernimmt die Pflegekasse. Die Höhe des pflegebedingten Aufwandes hängt vom Grad der Pflegebedürftigkeit ab, der durch den Medizinischen Dienst der Pflegekassen festgelegt wird. Wenn die Heimkosten durch die Pflegekasse, Ihr Einkommen und Ihr Vermögen nicht oder nicht mehr ausreichen, kann für die nicht gedeckten Kosten ein Antrag auf Sozialhilfe gestellt werden. Eine Übersicht über die in Ihrer Nähe ansässigen Anbieter erhalten Sie auf der Internetseite des Pflegenetzes Sachsen www.pflegenetz.sachsen.de, beim Sozialamt des Landkreises Nordsachsen oder bei Ihrer Pflegekasse.

3.5 Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege wird definiert als eine auf maximal 28 Tage befristete Versorgung von pflegebedürftigen Menschen in einem Pflegeheim. Mit Hilfe der Kurzzeitpflege lassen sich zeitlich begrenzte Notsituationen überbrücken. Eine Übersicht über die in Ihrer Nähe ansässigen Anbieter erhalten Sie auf der Internetseite des Pflegenetzes Sachsen www.pflegenetz.sachsen.de, beim Sozialamt des Landkreises Nordsachsen oder bei Ihrer Pflegekasse.

3.6 Ambulante Pflegedienste

Ambulante Pflege bietet Versorgung und Unterstützung bei der Grundversorgung (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) sowie der hauswirtschaftlichen Versorgung als auch in der häuslichen Krankenpflege. Die Leistungen werden zu Hause erbracht. Eine Übersicht über die in Ihrer Nähe ansässigen Anbieter erhalten Sie auf der Internetseite des Pflegenetzes Sachsen www.pflegenetz.sachsen.de oder beim Sozialamt des Landkreises Nordsachsen.

3.7 Wohnangebote für Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderung haben in unserer Gesellschaft die Möglichkeit Ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Für eine umfassende Beratung zu Wohnformen für Menschen mit Behinderung steht der Kommunale Sozialverband Sachsen (KSV Sachsen) und/oder das Sozialamt des Landkreises Nordsachsen gern zur Verfügung.

3.8 Essen auf Rädern

Essen auf Rädern ist ein Menü-Bring-Dienst, der von sozialen Einrichtungen, Hilfsorganisationen und auch Privatunternehmen angeboten wird, und sich vor allem an ältere Menschen richtet, die sich ihre Mahlzeiten nicht mehr selbst zubereiten können. Geliefert werden normale Hauptmahlzeiten, die meist wöchentlich aus einem Angebot gewählt werden können, aber auch spezielle Schonkost oder Diätkost. Mahlzeitendienste sind flächendeckend verfügbar. Eine Übersicht über die in Ihrer Nähe ansässigen Anbieter erhalten Sie auf der Internetseite des Pflegenetzes Sachsen www.pflegenetz.sachsen.de, über die Verwaltungen der Städte und Gemeinden des Landkreises oder über das Sozialamt des Landkreises Nordsachsen.

3.9 Hausnotruf

Ein Hausnotruf ist ein Notrufsystem, das Senioren in Gefahrensituation die Möglichkeit gibt, von zu Hause sofort einen Notruf zu senden und quasi Hilfe auf Knopfdruck leistet. Sowohl für die betroffenen Senioren als auch für betreuende Angehörige kann ein solches Notfallsystem eine große Beruhigung darstellen. Anbieter für den Hausnotruf sind in Deutschland große gemeinnützige Verbände. Die Kostenübernahme für ein Hausnotruf-System kann bei Pflegebedürftigkeit ab Pflegestufe 1 bei der Pflegekasse beantragt werden. Eine Übersicht über die in Ihrer Nähe ansässigen Anbieter erhalten Sie auf der Internetseite des Pflegenetzes Sachsen www.pflegenetz.sachsen.de, über die Verwaltungen der Städte und Gemeinden des Landkreises oder über das Sozialamt des Landkreises Nordsachsen.