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Eine Reise durch die 29 Städte und Gemeinden

Eine Reise durch den Landkreis Kassel beginnt am besten dort, wo man den Landkreis eigentlich gar nicht mehr vermutet: Rechts der Weser. Hier liegt die Gemeinde Wahlsburg, die im Ortsteil Lippoldsberg mit dem ehemaligen Benediktinerinnen-Kloster St. Georg und Maria einen gerade frisch sanierten Vorzeigebau der Romanik im hessisch-niedersächsischem Raum aufweisen kann. Von Lippoldsberg fahren wir (weil es schnell gehen muss ausnahmsweise mit dem PKW) auf der Deutschen Märchenstraße nach Oberweser, wo wir in Gieselwerder die Weser überqueren. In und an der Oberweser erinnert noch viel an die lange Schifffahrtsgeschichte - wenn man statt über die Brücke nach Gieselwerder noch weiter auf der Straße nach Oedelsheim bleibt, kann man authentisches Weserfeeling mit dem Übersetzen mit einer Gierseilfähre in Richtung Gottstreu (wir sind auch im Hugenotten- und Waldenserland) erleben.

Links der Weser geht es weiter nach Süden durch das Wesertal nach Reinhardshagen - für Radtouristen am besten auf dem Weser-Radweg. Neben jährlich wiederkehrenden Störchen hat Reinhardshagen im Ortsteil Veckerhagen ein industriegeschichtliches Kleinod im Privatbesitz befindlichen Schloss zu bieten: Denis Papin ließ hier 1706 den ersten Dampfzylinder der Welt gießen. Als nächstes verlassen wir das Land Hessen - das passiert im Landkreis Kassel häufiger - und kommen über Hann. Münden nach Fuldatal. Ab Hann. Münden, wo sich bekanntlich Fulda und Werra küssen und sie damit ihren Namen lassen müssen, begleitet uns die Fulda und damit jetzt auch der Fuldatal-Radweg. Nach einem Halt in Wilhelmshausen, wo uns an einer versteckt gelegenen romanischen Basilika der erste Eco Pfad unserer Tour begegnet, verlassen wir in Simmershausen die Fulda - nicht allerdings ohne in der ehemaligen Kaserne im Fuldataler Ortsteil Rothwesten das Geburtshaus der Deutschen Mark im dortigen Währungsmuseum zu besuchen. Von Simmershausen kommen wir über eine neue ausgebaute Ortsumgehung nach Kassel, wo wir erneut den Landkreis Kassel verlassen. Dies machen wir aber nur, um auf die andere Fuldaseite zu wechseln und - wenn das Ortsschild nicht wäre - fast unbemerkt nach Niestetal zu gelangen. Hier hat die SMA Technology AG ihren Sitz und am Firmensitz fahren wir vorbei durch Sandershausen nach Heiligenrode. Auf dem Weg zur Jugendburg und Sportbildungsstätte Sensenstein, einer der Freizeiteinrichtungen des Landkreises, kommen wir am Gut Windhausen vorbei (leider privat). Zu Fuß kann man dem Eco Pfad Sensenstein folgen und im Park von Gut Windhausen ein charakteristisches Beispiel für einen "Landschaftspark der Empfindsamkeit" mit Einsiedelei, Altar des Thuisco und der Hertha sowie einem Arminiusgrab und dem gut erhaltenen Affendenkmal sinnlich erleben.

Den Sensenstein links liegen lassend (es sei dem eiligen Reisenden verziehen, dass er der Freizeit- und Sporteinrichtung im Besitz des Landkreises keinen längeren Besuch abstattet) kommen wir an eine Straßenkreuzung, an der mit der Königsalm eine der beliebtesten Ausflugslokale im Landkreis als Platz für die notwendige Stärkung zur Verfügung steht. Nach links geht es nach Nieste, der kleinsten selbstständigen Gemeinde im Kreis, die auf eine jahrhundertealte Gläsnertradition zurückblicken kann (und außerdem erneut die Chance für einen kurzen Grenzübertritt nach Niedersachsen bietet). Nach rechts erreicht man Kaufungen, dessen Geschichte eng mit dem ehemaligen Benediktinerinnen-Stift verbunden ist. Dieses Reichsstift wurde um 1017 anstelle einer ehemaligen Kaiserpfalz von Kaiserin Kunigunde, der Gemahlin Heinrichs II., gegründet, die selbst 1025 in das Kloster eintrat und acht Jahre später dort starb. Heute gehört der Stiftsbezirk der hessischen Ritterschaft - Kirche und umgebende Gebäude sind auch heute einen Besuch wert.

An die Bergwerks- und Industrietradition Kaufungens erinnern das Bergwerksmuseum "Rossgang" und das Hessische Ziegeleimuseum, in dem noch ein originaler Bührer-Zickzackofen von 1906/1907 erhalten ist.

Der Bergbau begleitet uns weiter, wenn wir von Oberkaufungen weiter nach Helsa fahren. Im Naturpark Meißner-Kaufunger Wald, in dem wir uns seit Heiligenrode befinden, kann man hervorragend wandern und besonders einsam und idyllisch ist es von St. Ottilien aus zu starten. Im Winter bietet sich eine fast alpine Erfahrung am Ringenkuhl in Wickenrode an. Helsa selbst hat noch ein weitgehend geschlossenes Ortsbild mit einem beachtlichen Bestand an Fachwerkhäusern. Von St. Ottilien führt uns der Weg über die Höhen der Söhre nach Söhrewald. Auch hier spielte der Bergbau eine wichtige Rolle, auf die ein Eco Pfad hinweist. Weiter geht's nach Lohfelden, einer aufstrebenden Gemeinde am Rande Kassels, deren Geschichte ebenfalls mit einem Eco Pfad aufgearbeitet ist. Am Rasthaus Kassel vorbei überqueren wir die A 7 und kommen nach Fuldabrück, dessen südlichster Ortsteil Dörnhagen eine sehenswerte Kirche sein eigen nennt. Über den Fuldabrücker Ortsteil Dittershausen geht es nach Baunatal, der größten Kommune im Landkreis Kassel. Hier erreichen wir zuerst Rengershausen und damit die Knallhütte, die heute eine regionale Brauerei beherbergt und untrennbar mit der Märchenzuträgerin der Brüder Grimm, Dorothea Viehmann, verbunden ist. Bestimmendes Element der Sportstadt Baunatal ist das Volkswagen-Werk und das in den letzten Jahren daneben entstandene Original-Teile-Center des Volkswagen-Konzerns. Vom VW-Werk in Richtung Osten führt uns der Weg in den Naturpark Habichtswald und dort zuerst nach Schauenburg. Im Ortsteil Breitenbach befindet sich die Märchenwache, die auf zwei weitere Märchenzuträger der Brüder Grimm, Marie von Dalwigk und den Dragonerwachtmeister Krause, aufmerksam macht. Außerdem finden hier regelmäßig Kulturveranstaltungen statt, bei denen man den Schauenburger Apfelchampagner genießen kann.

Der noch vom Museumszug Hessencourrier befahrenen Bahnstrecke folgend, kommt man nach Bad Emstal. Im Ortsteil Merxhausen steht eines der von Landgraf Philipp, dem Großmütigen im 16. Jahrhundert gegründeten "Vier Hohen Hospitäler", in dem heute das Zentrum für Soziale Psychiatrie des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen untergebracht ist. Ein bisschen versteckt und schon fast im Schwalm-Eder-Kreis liegt der Ortsteil Riede mit einem Schloss und angrenzendem englischen Landschafts- und Waldpark. Beides ist im Privatbesitz und wird im Sinne des Denkmalschutzes restauriert.

Von Riede in Richtung des Naumburger Stadtteils Elbenberg können es auch ungeübte Wanderer schaffen, an einem Tag von der Ems (Emstal) zur Elbe (Elbenberg) zu wandern - beide Flüsschen sind allerdings nicht schiffbar. Das Schloss ist seit 1693 im Besitz der Familie von Buttlar - und daher nicht zu besichtigen. Naumburg selbst hat seit 1260 Stadtrechte und wurde 1684 bis auf ein Haus durch einen großen Stadtbrand zerstört. Der mittelalterliche Stadtgrundriss unterhalb des Burgbergs hat sich jedoch erhalten: Unterhalb der Pfarrkirche schließt sich der Marktplatz an, um den ring- und strahlenförmig die Straßen angelegt sind.

Von Naumburg aus könnte man dem Bad Emstaler Ortsteil Balhorn und der dortigen Wehrkirche mit einem renovierten neobarocken Deckengemälde einen Besuch abstatten. Wir entscheiden uns aber für den direkten Weg nach Wolfhagen. Die Stadt entstand um 1226 im Schutz einer durch Landgraf Ludwig IV. von Thüringen Anfang des 13. Jahrhunderts angelegten Burg (in der heute Dienststellen der Kreisverwaltung und das Regionalmuseum Wolfhager Land untergebracht sind). Wolfhagen hat noch viele Fachwerkhäuser und der Platz um die Stadtkirche und vor dem alten Rathaus gehört zu den schönsten im Landkreis. Im Nordosten der Stadt kommt man am Schloss Elmarshausen vorbei - einer Wasserburg, die nach Umbauten im Renaissancestil erhalten ist. Kurz vor dem Abzweig nach Elmarshausen ist rechts der Schützeberg zu sehen, auf dem man heute leider nicht mehr die Reste der ältesten Kirche des Wolfhager Landes aus dem 8. Jahrhundert sehen kann. Wir folgen der Spur der Steine der im 16. Jahrhundert abgetragenen Kirche und über eine landschaftlich sehr schöne Strecke von Altenhasungen nach Wenigenhasungen und schließlich an Burghasungen vorbei. Auf dem weithin sichtbaren Burgberg stand bis 1896 der Turm eines ehemaligen Benediktiner-Klosters, dem 1077 von Lampert von Hersfeld als Abt vorstand und das im Investiturstreit eine wichtige Rolle spielte. Darüber informiert das neue Klostermuseum in der Ortsmitte von Burghasungen.

Die Straße führt weiter bis kurz vor Gut Bodenhausen an eine Kreuzung. Geradeaus und nach rechts geht es nach Habichtswald, links nach Zierenberg. Wir halten uns links und fahren am aus dem 17. Jahrhundert stammenden Gut mit einem staatlichen Torhaus vorbei in das 1290 von Landgraf Heinrich I. von Hessen gegründete Zierenberg. Die Evangelische Stadtkirche bestimmt das Stadtbild und hier finden wir dann auch die Steine vom Wolfhager Schützeberg wieder. In der Kirche gibt es umfangreiche gotische Wandmalereien und das 1450 errichtete Rathaus beherbergt auch heute noch die Stadtverwaltung. Zierenberg weist einen regelmäßigen rechteckigen Stadtplan auf, die Stadtmauer ist noch weitgehend erhalten.

Zum Stadtgebiet von Zierenberg gehört der Dörnberg, der sowohl für Wanderer, Naturbegeisterte und Kulturinteressierte eine gute Anlaufadresse ist. Der Eco Pfad Dörnberg klärt über die Geschichte des "Endes der keltischen Welt" auf und das neu eröffnete Informationszentrum des Naturparks Habichtswald bietet eine kleine Ausstellung über Natur und Geschichte des Dörnbergs und des Habichtswalds.

Vom Dörnberg zurückgekommen fahren wir im Warmetal in Richtung Escheberg. Hier spielt man heute Golf, im 19. Jahrhundert war das Schloss Mittelpunkt eines Künstlerkreises der Spätromantik um Emanuel Geibel, der hier den Text "Der Mai ist gekommen" geschrieben hat. Durch den Wald führt die Straße nach Breuna, das um die Kirche St. Margareta herum einen lebendigen Ortskern vorweisen kann. Über die Breunaer Ortsteile Ober- und Niederlistingen erreichen wir Calden. Im Ortsteil Meimbressen wurden bereits im 14. Jahrhundert jüdische Bewohner als Schutzjuden der örtlichen Adelsfamilie angesiedelt - 1842 gab es hier sogar eine Synagoge. Heute ist der Jüdische Friedhof Zeugnis der besonderen jüdischen Geschichte Meimbressens. Über Ehrsten stoßen wir am Standort des ehemaligen Verkehrslandeplatzes und heutigen Gewerbegebiets rechts auf einen großen Stein mitten auf dem Feld. Der Stein und drei weitere markieren den Umriss des Erdwerks Calden, einer jungsteinzeitlichen Anlage, die 1976 durch Luftaufnahmen entdeckt wurde. Es handelt sich um eine der größten Versammlungs- und/oder Kultstätten dieser Zeit nördlich des Mains. Leider ist von ihm heute bis auf die vom Landkreis aufgestellten Steine nichts mehr zu sehen. Einen Besuch sollte man auch dem neuen Regionalflughafen Kassel-Calden abstatten, der 2013 eröffnet wurde und wegen der noch geringen Flugbewegungen bundesweite Aufmerksamkeit erlangt hat. Vielleicht gelingt es Ihnen ja, einen An- oder Abflug mitzuerleben.

Mehr zu sehen gibt es dafür in Schloss Wilhelmsthal - einem der elegantesten Werke deutscher Rokoko-Architektur. Der Dehio Hessen 1, der uns auf unserer Reise begleitet, hat für Schloss Wilhelmsthal vier engbeschriebene Seiten übrig.

Soviel Platz haben wir leider nicht, aber soviel sei gesagt: Wer an Tagen, an denen keine Veranstaltungen im Park des Schlosses stattfinden, Zeit und Muße mitbringt, kann sich ohne große Schwierigkeiten und ohne Störung durch zuviel Besucher rund 250 Jahre zurückversetzen lassen. Da fällt es dann auch nicht ins Gewicht, dass unter dem Rasen am südlichen Parkrand ein großes Massengrab mit Gefallenen einer Schlacht im Siebenjährigen Krieg liegt.

Schloss Wilhelmsthal ist über die Rasenallee mit Schloss Wilhelmshöhe in Kassel verbunden und diesen Weg nehmen wir jetzt auch, um nach Ahnatal zu kommen. Am Rande des Ortsteils Weimar liegt der Bühl - heute ein See zum Baden, früher ein Basaltsteinbruch, dessen Kegel die ganze Gegend prägte (ein Eindruck verschaffen historische Fotos im Heimatmuseum Weimar). Von Ahnatal fährt die RegioTram nach Vellmar, der zweitgrößten Stadt im Kreis. Die "junge Stadt im Grünen" hat in ihrer Mitte den Ahnepark, direkt an einer vielbefahrenen Bundesstraße gelegen, aber trotzdem ein idyllisches Naherholungsgebiet.

Die Kirche von Hohenkirchen, einem Ortsteil von Espenau, steht in exponierter Lage auf steilem Hügel und ist daher als nächstes Ziel bereits von weitem erkennbar. Unsere nächste Station ist Immenhausen, eine charakteristische Ackerbürgerstadt, deren Zentrum in den letzten Jahren attraktiv saniert wurde. Besondere Erwähnung verdienen die Wandmalereien in der Kirche St. Georg und das Glasmuseum in der ehemaligen Glashütte Süßmuth. Wir fahren jetzt am Rande des Reinhardswaldes nach Grebenstein, dass in einem Reiseführer als "Rotenburg ob der Tauber Nordhessens" bezeichnet wurde. Das geschlossene Stadtbild mit den ältesten Häusern im Landkreis Kassel und die gut erhaltene Stadtbefestigung geben der Einschätzung Recht. Überragt wird die Stadt von einer Burgruine, zu der Denklehrpfade mit Weisheiten von Orient und Okzident führen.

Von Grebenstein geht es weiter nach Hofgeismar. Die 1082 erstmals erwähnte ehemalige Kreisstadt nahm nach wechselvoller Geschichte (der Norden des Landkreises war immer Grenzregion) 1686 französische Glaubensflüchtlinge durch Landgraf Karl von Hessen-Kassel auf. Von den 18 gegründeten Hugenotten- und Waldensersiedlungen liegen noch fünf im heutigen Stadtgebiet; in Kelze wird daher an Aschermittwoch Karneval gefeiert. Im 19. Jahrhundert war Hofgeismar eine bedeutende Garnisonsstadt; in den ehemaligen Kasernen sind heute Kreisverwaltung, Schulen und Wohnungen untergebracht. Der Gesundbrunnen, heute Evangelische Akademie, sorgte im 18. Jahrhundert für einen regen Kurverkehr, seit 1866 besteht das Bad allerdings nicht mehr. Das Stadtmuseum am Petriplatz informiert über die Geschichte der Stadt und des Hofgeismarer Landes. Zu Hofgeismar gehört die Staatsdomäne Beberbeck, ein ehemaliges Gestüt ("Zapfenberger"). Die Domäne schläft den Dornröschenschlaf; als Vision des Hofgeismarer Bürgermeisters hat es Beberbeck allerdings schon zum Hauptdarsteller eines Dokumentarfilms gebracht. Dornröschen ist übrigens ein gutes Stichwort, liegt doch das Dornröschenschloss Sababurg nur wenige Kilometer weiter im Reinhardswald. Im 14. Jahrhundert als Schutzburg der Wallfahrt, die aufgrund einer gefundenen blutenden Hostie ins benachbarte Gottsbüren einsetzte, erbaut, ist das Schloss heute ein Romantikhotel. Unterhalb der Sababurg liegt der gleichnamige Tierpark, der vom Landkreis Kassel betrieben wird. Bereits 1571 angelegt, gehört die weitläufige Anlage zu den ältesten Tierparken. Früher stand das Jagen im Mittelpunkt - heute kümmert sich der Tierpark um die Nachzucht aussterbender Haustierrassen und von besonderen Urpferdrassen. Außerdem ist er das beliebteste Tourismusziel im Landkreis Kassel. Von der Sababurg nicht weit entfernt, liegt der Trendelburger Stadtteil Gottsbüren, dessen aus heutiger Sicht vollkommen überdimensionierte Kirche auf die Wallfahrtsgeschichte hinweist. Von 1330 bis 1385 war Gottsbüren ein Zentrum der europäischen Wallfahrten - danach schöpfte die Heilig-Blut-Wallfahrt nach Wilsnack in Brandenburg den Pilgerrahm ab. Mit der Reformation war das Wallfahren dann endgültig vorbei (die Pilgerwege kann man heute auf dem gleichnamigen Eco Pfad abwandern).

Die Stadt Trendelburg an der Diemel liegt auf einem Bergrücken. Die Burg oberhalb der Altstadt stammt aus dem 13. Jahrhundert und beherbergt heute ein Hotel mit Restaurant. Vom Burgturm soll Rapunzel ihr Haar heruntergelassen haben - ein Blick von der Terrasse des Restaurants entschädigt den Besucher heute dafür, dass er Rapunzel nicht mehr antrifft. Von der Terrasse zu sehen ist auch ein Fahrradweg auf der ehemaligen Eisenbahnstrecke von Hofgeismar nach Bad Karlshafen. Auf diesem Radweg kann man in den Sommermonaten den in 2014 renovierten und für den Verkehr freigegebenen ältesten Eisenbahntunnel Hessens durchradeln und auch durchwandern. Im Winter ist der Tunnel zum Schutz der dort überwinternden Fledermäuse geschlossen.

Auch an der Diemel, aber westlich von Trendelburg, liegt Liebenau. Die kleinste Stadt Nordhessens liegt an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen und ist wie Trendelburg ein Mekka des Kanutourismus auf der Diemel. Im Stadtteil Lamerden wurden vor wenigen Jahren bedeutende Fossilienfunde gemacht.

Die Diemel und der Landgraf-Carl-Kanal führen uns nach Bad Karlshafen, der letzten Station unserer Reise. Auch über Bad Karlshafen ließe sich sehr viel schreiben. Unsere Empfehlung lautet, dass sich im Landkreis Kassel an keiner Stelle soviel spannendes und interessantes auf engstem Raum entdecken lässt, wie in der nördlichsten Stadt des Kreises und ihrem Stadtteil Helmarshausen. Das teuerste Buch der Welt, ein wahnwitziges Kanalprojekt, eine Planstadt für Glaubensflüchtlinge, eine Nachahmung der Heilig-Grab-Kirche in Jerusalem und nicht zuletzt ein Winterlager von Karl dem Großen - all das auf wenigen Quadratkilometern ist schon eine reife Leistung und deshalb mit einem guten Essen und dem passenden Getränk am Weserufer der beste Abschluss unser kleinen Landkreisreise.