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Prävention, Rehabilitation und Gesunde Ernährung

Genuss für zwei - Gut essen in der Schwangerschaft

Lebensmittel sorgfältig auswählen

Sie sind schwanger! Von nun an werden sich Ihre Gedanken in erster Linie auf das ungeborene Baby und sein Wohlergehen konzentrieren. Viele werdende Mütter achten nun vermehrt auf eine bewusste Ernährung - für sich selbst und auch für die gesamte Familie. Dass eine ausgewogene Ernährung die Gesundheit fördert, gilt in jeder Lebensphase, nicht nur in der Schwangerschaft.
Die Versorgung Ihres ungeborenen Kindes erfolgt über Ihren Stoffwechsel. Ihr Energiebedarf steigt aber erst ab dem vierten Schwangerschaftsmonat, und dann auch nur geringfügig. Vergessen Sie "Weisheiten" wie "Eine Schwangere muss für zwei essen." Die Devise heißt jetzt "Nicht zu viel essen, sondern besser". Da Ihr Körper in den kommenden Monaten eine erhöhte Zufuhr der einzelnen Nährstoffe benötigt, sollten Sie vermehrt Obst, Gemüse und Vollkornprodukte auf Ihre Einkaufsliste setzen und sich abwechslungsreich und ausgewogen ernähren. So bekommt auch das Baby alles, was es zu einer gesunden Entwicklung benötigt.

Auch während der Schwangerschaft sollte Essen ein Genuss sein. Zu Einschränkungen oder zu totalem Verzicht wird nur bei wenigen Lebensmitteln geraten. In oder an so manchen Lebensmitteln verstecken sich Erreger der Listeriose und Toxoplasmose. Ungefährlich für die meisten Menschen, können sie jedoch das Ungeborene im Mutterleib infizieren, meist hervorgerufen durch den Verzehr roher tierischer Produkte. Bei einer Neugeborenen-Listeriose erkrankt das Baby häufig an einer Hirnhautentzündung und Blutvergiftung. Bei der Toxoplasmose erweist sich nur die Erstinfektion während der Schwangerschaft als gefährlich. Hat sich die werdende Mutter die Infektion bereits in der Vergangenheit zugezogen, gilt sie als immun. Lassen Sie sich im Zweifelsfall in Ihrer Gynäkologiepraxis untersuchen, um eine Gesundheitsgefährdung oder Lebensbedrohung Ihres Kindes auszuschließen.

Milch und Milchprodukte

Quark, Milch, Käse und weitere Milchprodukte sind unverzichtbar in der Ernährung als Kalziumlieferanten - als Schwangere sollten Sie sich allerdings gegen Produkte aus Rohmilch entscheiden, da diese mit Listerien kontaminiert sein könnten. Ob ein Produkt aus Rohmilch hergestellt wurde, muss laut EU-Richtlinie anhand des Etiketts ersichtlich sein. Folgende Käsesorten sollten Sie vorerst von Ihrer Einkaufsliste verbannen: Weichkäse wie Brie oder Camembert, Sauermilchkäse wie Harzer Roller, Hand- und Korbkäse sowie Weichkäse mit Rotschmiere wie z. B. Limburger, Munster oder Romadur. Risikobehaftet sind ebenfalls eingelegter Käse oder Frischkäse aus offenen Gefäßen der Kühltheke, so z. B. Feta, Schafskäse oder Mozzarella. Setzen Sie Hartkäse aus pasteurisierter Milch auf Ihren Speiseplan, etwa Gouda, Emmentaler, Butterkäse oder Edamer. Vor dem Genuss bitte die Rinde entfernen, weil sich dort Bakterien tummeln könnten.

Fleisch und Fisch

Eisen und Eiweiß führen wir unserem Körper in erster Linie in Form von Fleisch zu. Als Quelle gesunder Omega-3-Fettsäuren erfreut sich Fisch großer Beliebtheit. Achten Sie bei der Zubereitung unbedingt auf die Regeln der Küchenhygiene, weil Listerien und Toxoplasmen häufig rohes Fleisch durchsetzen. Zudem kann es vorkommen, dass roher Fisch und Meeresfrüchte während der Verarbeitung und Lagerung mit Listerien, Salmonellen oder Viren in Kontakt geraten.

Verzichten Sie komplett auf den Genuss von Rohfleischerzeugnissen wie Mett, Hackepeter und Tatar sowie auf Rohwürste wie Salami, Teewurst und Mettwurst. Des Weiteren sind rohe Pökelfleischerzeugnisse wie Lachs- und Parmaschinken oder Räucherspeck tabu, auch Leber meiden Sie als Schwangere besser. Verbannen Sie Fischspezialitäten wie Sushi, Fisch-Carpaccio oder Sashimi sowie Austern von Ihrem Speiseplan. Selbst bei Fischprodukten wie Räucherlachs oder Graved Lachs besteht die Gefahr, dass sie Listerien enthalten.

Verzehren Sie deshalb nur komplett durchgegarte bzw. durchgebratene Produkte. Selbst unter Erhitzen hergestellte Produkte wie Fleischwurst, Mortadella, Leberwurst oder gekochter Schinken sollten Sie nur in Maßen genießen, denn sie enthalten in der Regel zu viel Fett und sogar Zucker.
Unbedenklich ist der Verzehr von ausreichend erhitztem Fisch. Genießen Sie z. B. Brathering oder Hering in Tomatensoße, angeboten im Glas oder in der Konservendose. Marinierte Fischprodukte aus der Kühltheke (wie Bismarckheringe oder Rollmöpse) verzehren Sie bitte kurzfristig.

Getränke

Vermeiden Sie Flüssigkeitsmangel. Sorgen Sie für eine ausreichende Versorgung des Wasserhaushalts Ihres Körpers und trinken Sie, bevor Sie Durst verspüren. In der Schwangerschaft erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf Ihres Körpers, deshalb sollten Sie die allgemein empfohlene tägliche Trinkmenge von etwa 1,5 Litern auf insgesamt zwei bis drei Liter erhöhen.
Es versteht sich von selbst, dass Sie auf Alkohol verzichten. Das Zellgift Alkohol gelangt über die Plazenta zum Ungeborenen und kann selbst in kleinen Mengen dessen geistige und körperliche Entwicklung massiv beeinträchtigen. Ähnlich verhält es sich mit Koffein. Kaffee in großen Mengen konsumiert, verringert das Geburtsgewicht des Kindes, und bei der Mutter wird die Aufnahme von Eisen eingeschränkt. Trinken Sie höchstens drei Tassen Kaffee über den Tag verteilt. Ähnlich verhält es sich bei schwarzem Tee und Cola.

Gesunde Getränke sind Mineralwasser, mit kochendem Wasser zubereitete Früchte- oder Kräutertees, mit (Mineral-)Wasser verdünnte Fruchtsäfte.

Desserts und Süßigkeiten

Zu einem guten Essen gehört auch ein Nachtisch. Wie Sie wissen, bergen mit rohem Ei hergestellte Desserts ein erhöhtes Salmonellenrisiko, deshalb fällt es Ihnen nicht schwer, auf z. B. Tiramisu oder bestimmte Eiscremesorten zu verzichten. Als Alternative bieten sich Nüsse und Müsli an. Snackprodukte wie Müsliriegel und Kekse lassen sich zuckerfrei in der eigenen Küche herstellen. Sie naschen gerne Likörpralinen und Cognacbohnen? Steigen Sie um auf alkoholfreie Produkte.

Obst und Gemüse

Ein "Muss" für alle schwangeren Frauen: Obst und Gemüse. Die meisten Vitamine und Mineralstoffe stecken in der unverarbeiteten Frischware. Ob Sie nun Apfel oder Karotte am Stück, geraspelt oder in Scheiben bevorzugen, Sie sollten sie vor dem Verzehr bzw. vor der Verarbeitung unbedingt gründlich waschen. Vorsicht ist geboten bei bereits zerkleinertem Salat oder zerteiltem Obst, da hier bei der Verarbeitung ein Kontakt mit Listerien oder Viren erfolgt sein könnte. Bereiten Sie Salate in kleinen Mengen frisch zu, so fallen keine Reste an. Beim Salatdressing verzichten Sie auf Mayonnaise oder Dressings, die mit frischem Ei aufgeschlagen wurden, denn rohe Eier weisen das Risiko einer Salmonelleninfektion auf. Eine Infektion mit diesen Erregern wirkt sich zwar nicht auf das Kind aus, bedeutet allerdings erhebliche Unannehmlichkeiten für die Schwangere. Kreieren Sie Ihr persönliches Dressing aus Essig, Öl und Ihren Lieblingsgewürzen. Sie bevorzugen Keimlinge und Sprossen? Bitte vor dem Verzehr erhitzen! Wer gerne Pilze isst, sollte Zuchtpilze den manchmal schadstoffbelasteten Waldpilzen vorziehen.

Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts!

Alles wird gut

Gesundheitliche Probleme betreffen Frauen und Männer gleichermaßen, ebenso junge wie alte Menschen, und können die tägliche Routine stark einschränken. Leider besteht keine Möglichkeit, sich gegen jede Krankheit zu schützen. Im "Falle eines Falles" erfolgt die Primärversorgung als ambulante Behandlung durch niedergelassene Mediziner, die Akutversorgung stationär im Krankenhaus und, falls erforderlich, eine Reha-Maßnahme - die Kombination dieser drei Komponenten garantiert eine optimale Versorgung. Die daraus resultierenden Kosten übernehmen, je nach Zuständigkeit, die gesetzlichen Kranken-, Renten- und Unfallversicherungen.

Viele medizinische Eingriffe ziehen systematische Rehabilitationsmaßnahmen nach sich. Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebsbehandlung, chronische Krankheit, Operation nach Unfall - in diesen und weiteren Fällen müssen Betroffene bei Wiedererlangung oder Erhalt der körperlichen, beruflichen und sozialen Fähigkeiten unterstützt und Beeinträchtigungen und Einschränkungen vermieden werden.

Rehabilitation dient nicht nur der Erhaltung der körperlichen, beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit der Kranken, sie steigert auch die individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten zur Bewältigung von Krankheit und schwierigen Lebenssituationen. Während der Maßnahmen erfahren die Patientinnen und Patienten, wie sie selbst handeln können, um weitere akute Krankheitszustände nach Möglichkeit gar nicht erst entstehen zu lassen und um die Auswirkungen chronischer Störungen einzugrenzen oder zu beherrschen. Nicht nur in der Human-, sondern auch in der Veterinärmedizin (z. B. bei Haus- und Nutztieren, Reitpferden) werden Rehabilitationsverfahren erfolgreich angewendet.

Die Leistungen zur Rehabilitation lassen sich wie folgt unterteilen:
  • Leistungen, die eine Wiedereingliederung in das Arbeitsleben fördern
  • Leistungen, die möglichen Behinderungen oder möglicher Pflegebedürftigkeit vorbeugt, sie beseitigt oder Verschlimmerungen verhindert
  • Leistungen, die die Betroffenen bei der Bewältigung der alltäglichen Anforderungen und der Wiedereingliederung in das soziale Umfeld stärkt und somit die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft unterstützt
Jedes Jahr müssen viele Beschäftigte feststellen, dass sie den Belastungen im Beruf körperlich nicht mehr standhalten können. Es kann bei einigen Arbeitnehmern sogar so weit kommen, dass eine berufliche Veränderung vonnöten ist. Im Rahmen von Leistungen haben Rehabilitationsmaßnahmen den Zweck, Schäden durch anerkannte Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu therapieren, sowie zu verhindern, dass chronische Gesundheitsprobleme das berufliche Aus herbeiführen.

Unter dem Motto "Reha vor Rente" soll die medizinische Rehabilitation dazu beitragen, einen die Erwerbsfähigkeit gefährdenden Gesundheitsschaden mit medizinischen Maßnahmen zu beheben oder zu mildern und somit die Arbeitskraft "wiederherzustellen". Somit ermöglicht eine gezielte Rehabilitationsmaßnahme Menschen mit akuten oder chronischen Erkrankungen eine Rückkehr an den alten Arbeitsplatz, auch ein erfolgreicher Neustart oder eine Umschulung für den Einstieg in einen völlig anderen Beruf lässt sich realisieren. Dank der medizinischen Rehabilitation kann eine vorzeitige Erwerbsminderungsrente umgangen werden.

Auch Personen, die noch nicht im Arbeitsleben stehen (z. B. Kinder, Jugendliche), oder sich bereits in Rente befindende Menschen können bestimmte Maßnahmen in Anspruch nehmen. Dadurch lässt sich verhindern, dass speziell Senioren nicht vorschnell in Pflegeeinrichtungen "abgeschoben" werden. Sie können dank geriatrischer Rehabilitationsmaßnahmen weiterhin im gewohnten Umfeld am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Eine weitere Leistung im Bereich medizinischer Rehabilitation besteht für Mütter und Väter in Form von diversen Kuren.
Leistungen im Bereich Rehabilitation erfolgen durch Ärzte, Zahnärzte und über Personen aus anderen Heilberufen, wie z. B. Ergotherapeuten, Krankenschwestern, Physiotherapeuten, psychologische Psychotherapeuten. Bei Letzteren ist ärztliche Aufsicht bzw. Anordnung erforderlich. Sollten ambulante Maßnahmen erfolglos bleiben, ist eine stationäre Rehabilitation vonnöten. Diese erfolgt, individuell abgestimmt auf die Bedürfnisse des Patienten, in Reha-Kliniken und ambulanten Reha-Einrichtungen.

Unter dem Begriff "Rehabilitation" ist nicht nur die eigentliche Leistung zu betrachten. Wissenschaft und Forschung setzen alles daran, die Maßnahmen zur Wiedergewinnung und zum Erhalt der Gesundheit stetig zu optimieren. Um einige Probleme von vornherein zu vermeiden, beschäftigt sich z. B. die Sozialmedizin mit den Aus- und Wechselwirkungen von Gesundheit und Krankheit auf den Einzelnen und die Gesellschaft. Hinsichtlich ihrer Maßnahmen zur Qualitätssicherung müssen sich Reha-Kliniken und -Einrichtungen von einem unabhängigen Institut zertifizieren zu lassen.

Informationen zu gesetzlichen Regelungen finden Sie im Internet unter: www.sozialgesetzbuch-sgb.de

Indikationen - Gründe für eine Massnahme

Nach einer Erkrankung oder nach einem Unfall muss dafür gesorgt werden, dass der Betroffene seinen Alltag so eigenständig wie möglich bewältigen kann bzw. seine Erwerbsfähigkeit wiedererlangt. Häufig reichen aber weder die Akutversorgung noch die stationäre Behandlung, um dem Patienten wieder ein geregeltes Leben zu ermöglichen und /oder ihn erneut ins Berufsleben zu integrieren. Dann ist eine Maßnahme zur Rehabilitation angezeigt. Intensive Betreuung in Form von Anschlussheilbehandlungen oder Rehabilitationsmaßnahmen erfolgt deshalb in vielen Fällen von Erkrankungen oder Störungen:
  • kardiologische Rehabilitation
    z. B. bei Herzinfarkt
  • neurologische Rehabilitation
    z. B. bei Schädel-Hirn-Trauma / Wirbelsäulenverletzung
  • onkologische Rehabilitation
    z. B. bei Krebserkrankung
  • orthopädische Rehabilitation
    z. B. bei Erkrankung des Bewegungsapparates
  • psychiatrische Rehabilitation
    z. B. bei Schizophrenie
  • psychosomatische Rehabilitation
    z. B. bei Essstörungen
  • sportmedizinische Rehabilitation
    z. B. bei Wirbelsäulenverletzung
Um eine entsprechende Leistung zu erhalten, prüft der jeweils zuständige Versicherungsträger die erforderlichen Voraussetzungen. Dazu zählen u. a.
  • Gefährdung oder Minderung der Erwerbsfähigkeit,
  • Zahlung von Pflichtbeiträgen für sechs Kalendermonate in den letzten zwei Jahren,
  • es darf kein Ausschlussgrund vorliegen (so fehlt z. B. Beamten der Anspruch auf medizinische Rehabilitationsleistungen seitens der Rentenversicherung),
  • letzte Leistung liegt mindestens vier Jahre zurück (Ausnahme: akuter Gesundheitszustand begründet eine umgehende Maßnahme).
Zuständigkeit - Wer hilft wann?

Wenn Krankheit, körperliche, geistige oder seelische Behinderung die Erwerbsfähigkeit eines Arbeitnehmers gefährden oder mindern können oder aufgrund von Gefährdung der Erwerbsfähigkeit eine Minderung der Erwerbsfähigkeit auftreten könnte, muss dieses durch diverse Leistungen der gesetzlichen Versicherer mittels Rehabilitationsmaßnahmen verhindert werden. Hier gilt "Reha vor Rente". Auch Personen, die nicht (mehr) im Arbeitsleben stehen, können Leistungen beantragen, damit Behinderung oder Pflegebedürftigkeit beseitigt bzw. gemindert wird oder einer Verschlimmerung entgegengewirkt werden kann. In diesen Fällen greift der Grundsatz "Reha vor Pflege".
Damit dem Antrag auf Bewilligung der Leistungen entsprochen werden kann, müssen diverse versicherungsrechtliche und persönliche Voraussetzungen vorliegen, z. B. der Versicherte hat die Wartezeit von 15 Jahren erreicht oder in den letzten zwei Jahren sechs Kalendermonate Pflichtbeiträge gezahlt. Auch der Bezug einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit stellt eine Voraussetzung dar.

Zuständig sind folgende Leistungsträger: gesetzliche Renten-, Kranken- und Unfallversicherung, Versorgungsverwaltung, Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe, Sozialhilfeträger, Kriegsopferfürsorge, private Krankenkassen.
Sie sind erwerbstätig, arbeitssuchend oder Bezieher einer Rente wegen Erwerbsminderung? Dann ist die gesetzliche Rentenversicherung der für Sie relevante Leistungsträger. Sollten Sie arbeitsunfähig erkrankt sein und ein ärztliches Gutachten bescheinigt die Gefährdung oder Minderung Ihrer Erwerbsfähigkeit, könnte eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme auch über die Krankenkasse beantragt werden.

Soll dagegen eine Reha-Maßnahme zur Abwendung, Beseitigung und Minderung von Pflegebedürftigkeit oder Behinderung eingeleitet werden, findet die Finanzierung über die gesetzlichen Krankenkassen statt.

Auch für Kinder und Jugendliche, für nicht berufstätige Erwachsene sowie für Rentner ist die gesetzliche Krankenversicherung Ansprechpartner als Leistungsträger.

In Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) entscheidet die Krankenkasse über den Antrag unter Berücksichtigung von Kriterien wie den Rehabilitations-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen und der Begutachtungs-Richtlinie "Vorsorge und Rehabilitation". Der MDK ist der medizinische, zahnmedizinische und pflegerische Beratungs- und Begutachtungsdienst für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung.

Nachdem der Antrag auf Bewilligung beim Leistungsträger eingegangen ist, erfolgt eine Klärung zwischen den diversen Trägern hinsichtlich der Zuständigkeit. Sollte sich der als erstes Angesprochene nicht als befugt erweisen, muss er den Antrag an den zuständigen Träger weitergeben.

Kosten - Wer zahlt was?

Alle Versicherten einer gesetzlichen Krankenkasse, d. h. Arbeitnehmer ebenso wie Rentner, mitversicherte Ehepartner, Kinder und Jugendliche, haben grundsätzlich Anrecht sowohl auf medizinische Vorsorge- als auch auf Rehabilitationsmaßnahmen. In bestimmten Fällen, wenn z. B. die Erwerbsfähigkeit des Betroffenen durch Krankheit oder Behinderung eingeschränkt oder gefährdet ist, liegt die Zuständigkeit vorrangig bei anderen Leistungsträgern wie etwa der Renten- oder Unfallversicherung.

Der zuständige Versicherer kommt für die Kosten der stationären und ambulanten medizinischen Rehabilitation auf, d. h. er übernimmt Kosten für z. B. Reise, Unterkunft und Verpflegung. Auch ärztliche und therapeutische Betreuung sowie medizinische Anwendungen werden finanziert.

Der betroffene Versicherte muss sich in Form von Zuzahlungen an einigen Kosten beteiligen. Grundsätzlich gelten die allgemeinen Zuzahlungsregelungen. Ist der Leistungsträger die Rentenversicherung, besteht für viele Patienten die Möglichkeit, sich ganz oder teilweise von der Beteiligung befreien lassen.

Beim Leistungsträger Krankenkasse ist eine vollständige Befreiung von den Zuzahlungen nicht möglich. Hat der Patient jedoch seine Belastungsgrenze erreicht, z. B. aufgrund seiner Einkommenssituation, befreit ihn das für den Rest des Kalenderjahres von allen weiteren Zuzahlungen. Ist der Maßnahme im selben Kalenderjahr ein Krankenhausaufenthalt vorangegangen, lassen sich Zuzahlungen anrechnen.

Grundsätzlich befreit von der Zuzahlung sind Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs.

Leistung - maßgeschneidert

Ziel der Rehabilitationsleistungen ist, den Patienten soweit "wiederherzustellen", dass er weiterhin erfolgreich im Berufsleben stehen kann bzw. dass er auch zukünftig eigenständig den Alltag bewältigt.
Für jeden Menschen wird deshalb ein individuelles Rehabilitationsangebot entwickelt, das genau auf die Situation des Betroffenen abgestimmt ist, damit seine gesundheitlichen oder behinderungsbedingten Einschränkungen dauerhaft überwunden werden können. Im Einzelfall kann sich eine Rehabilitation seitens der Rentenversicherung von einer medizinischen Leistung über die Umschulung bis hin zur Wiedereingliederung in das Erwerbsleben erstrecken.

Die Prävention setzt ein hohes Maß an Eigeninitiative und Eigenverantwortung voraus. Durch diverse Vorsorgeleistungen wie z. B. Kuren oder Krankengymnastik ist es möglich, eine geschwächte Gesundheit wieder zu stärken. So lässt sich eine ernsthafte Erkrankung vermeiden oder die Verschlimmerung einer bereits bestehenden Krankheit oder gar Pflegebedürftigkeit verhüten.
Bei ambulanten Vorsorgemaßnahmen nutzen Sie bestimmte Angebote am Kurort, beispielsweise Heilquellen, medizinische Behandlungen, sonstige Therapien. Auch ambulante Rehabilitationsmaßnahmen lassen sich in speziellen Einrichtungen wohnortnah durchführen.

In den speziellen Einrichtungen für stationäre Vorsorge- und Reha-Maßnahmen wohnen Sie während der Dauer der Behandlungen.

Um Arbeitsfähigkeit bzw. die soziale Wiedereingliederung des Versicherten wiederherzustellen, kooperieren in einer Rehaklinik unter ärztlicher Leitung und auf ärztliche Anordnung hin diverse Berufsgruppen. Die Teams bestehen aus Fachärzten, Ärzten und ärztlichen Psychotherapeuten, welche in der Regel eine spezielle Zusatzweiterbildung in Sozialmedizin und Reha-Wesen absolviert haben, sowie aus weiteren Fachleuten wie z. B. Arbeitspädagogen, Ergotherapeuten, Logopäden, Masseuren und medizinischen Bademeistern, Orthopädietechnikern und Physiotherapeuten. Psychologen oder psychologische Psychotherapeuten, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen unterstützen die Kranken ebenfalls.

Das vielseitige therapeutische Leistungsspektrum umfasst, abgestimmt auf die persönliche Rehabilitationsindikation des Patienten, u. a. Folgendes: ärztliche Behandlung, Krankengymnastik, klassische Massage, pflegerische Maßnahmen und Behandlungen, Diätberatung, Gruppen- und Einzelpsychotherapie, Prothesenversorgung, Sozialberatung.

Als zentrales Element im Rahmen medizinischer Rehabilitationsmaßnahmen gilt die sozialmedizinische Leistungsbeurteilung. Diese darf jedoch nur durch Ärzte erfolgen, weil es sich um eine Begutachtung unter Berücksichtigung der aus allen körperlichen und psychischen Erkrankungen eines Betroffenen resultierenden Leistungseinschränkungen und die Frage der Arbeits- und Erwerbsunfähigkeitsbescheinigung handelt.

Durch eine ambulante oder stationäre medizinische Rehabilitationsleistung kann viel erreicht werden. Um die positive Auswirkung permanent beizubehalten, muss der Patient allerdings selber eigenständig weiter an sich arbeiten. Hier kann die Rentenversicherung oft weiterhelfen. Mit ihren seit langer Zeit bewährten und stetig verbesserten Patientenschulungs- und Gesundheitsbildungsprogrammen unterbreitet die Deutsche Rentenversicherung ein facettenreiches Angebot an qualitätsgesicherten Präventionsmaßnahmen.

Den Rentenversicherungsträgern steht deutschlandweit ein großes Netz von eigenen Rehabilitationseinrichtungen zur Verfügung. Hinzu kommen noch diverse Vertragskliniken - Einrichtungen, in erster Linie von privater Hand betrieben - die mit einem oder mehreren Trägern der gesetzlichen Rentenversicherung einen Belegungsvertrag geschlossen haben.

Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitationen finden häufig in außerbetrieblichen Bildungseinrichtungen (Berufsförderungswerken) statt, dort erfolgen Aus- und Weiterbildungen in Theorie und Praxis. Berufsbezogene Praktika werden in wohnortnahen Betrieben durchgeführt.

Die Rehabilitation umfasst Diagnostik, Aufklärung und Information zur jeweiligen Erkrankung und den beeinträchtigten Funktionen. Gemeinsam entwickeln Rehabilitationsteam und Patient Therapieziele, so erlernt der Betroffene diverse Bewältigungsstrategien, um auch Problemsituationen im Beruf entspannt entgegenwirken zu können.

Die Kosten für ambulante und stationäre Vorsorge trägt in der Regel die Gesetzliche Krankenversicherung, während Rehabilitationsleistungen sowohl seitens der Krankenversicherung als auch seitens der Rentenversicherung oder von der Unfallversicherung übernommen werden.

Nicht nur Erwerbstätigen stehen Rehabilitationsleistungen zu. Auch Eltern, ob berufstätig oder nicht, sowie Kinder und Senioren haben Anspruch auf bestimmte Maßnahmen, d. h. wenn diese Maßnahmen medizinisch erforderlich sind, tragen die Gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Das gilt sowohl für den ambulanten als auch für den stationären Bereich.
Haben Sie Fragen zu Eltern-Kind-, Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Kuren, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder an das Müttergenesungswerk.

Die Leistungen der geriatrischen Rehabilitation sollen es älteren Menschen ermöglichen, nach Unfall oder Krankheit in ihrer vertrauten Umgebung weiterzuleben, ambulant unterstützt z. B. durch mobile Reha-Teams.

Wer bereits pflegebedürftig ist, kann sich in diversen Pflegeeinrichtungen auf stationäre oder teilstationäre Leistungen verlassen.

Ob medizinische Rehabilitationsmaßnahmen ambulant oder stationär vorgenommen werden, hängt von den Bedürfnissen des Patienten ab. Ambulante Leistungen umfassen bis zu 20 Behandlungstage, stationäre Vorsorge- und Reha-Maßnahmen bei Erwachsenen nehmen etwa drei Wochen in Anspruch.
Zeitraum bzw. Behandlungstermine lassen sich bei begründeter medizinischer Notwendigkeit erweitern.

Bei Kindern bis zu 14 Lebensjahren umfasst die Spanne einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen, die ebenfalls bei begründeter medizinischer Notwendigkeit verlängert werden kann.

Zu beachten ist, dass eine erneute ambulante oder stationäre Rehabilitationsleistung grundsätzlich erst nach Ablauf eines Zeitraums von vier Jahren seit Beendigung der letzten Maßnahme erfolgen kann. Eine frühere Wiederholung ist nur dann angezeigt, wenn es aus gesundheitlichen Gründen dringend erforderlich ist. In diesen Fällen müssen die Krankenkassen durch den MDK die Notwendigkeit regelmäßig prüfen lassen.

Antrag - Auf den Träger kommt es an

Gemeinsam zwischen Ihnen und Ihrem behandelnden Arzt bzw. dem Betriebsarzt Ihres Arbeitgebers ist die Abstimmung über die Einleitung einer Rehabilitationsmaßnahme erfolgt. Danach erhalten Sie den ärztlichen Befundbericht, der der zusammen mit dem Antrag beim zuständigen Versicherungsträger eingereicht werden muss. Den Antragsvordruck fordern Sie direkt dort an.

Auch bei den "Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation" bekommen Sie den Vordruck und können ihn auch dort einreichen. Diese Servicestellen kümmern sich um das Anliegen des Patienten und ermitteln den zuständigen Leistungsträger. Auf Wunsch wird auch der weitere Kontakt zu diesem vermittelt. Selbst während des laufenden Verfahrens stehen Ihnen die Servicestellen zur Verfügung. Die "Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation" sind organisatorisch mit den gesetzlichen Renten-, Unfall- und Krankenversicherungsträgern, den Dienststellen der Bundesagentur für Arbeit und mit den Integrationsämtern verbunden. Unter
www.reha-servicestellen.de finden Sie die für Sie zuständige Servicestelle.

Sie haben einen Wunsch hinsichtlich der Rehabilitationseinrichtung? Wird Ihre Maßnahme von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen, besteht die Möglichkeit, eine Einrichtung zu nennen, in der Sie die Reha-Maßnahme durchführen möchten. Bitte geben Sie Ihre Wünsche zur Region, zum Ort oder zu einer speziellen Rehabilitationseinrichtung bereits bei Antragstellung an. Auch Alter, Lebenssituation, Religion oder Weltanschauung können bei der Auswahl der Rehabilitationsleistung und der geeigneten Einrichtung einbezogen und so weit wie möglich berücksichtigt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Ziel der Maßnahme in der Wunsch-Klinik mit dem gleichen Effekt und zumindest ebenso wirtschaftlich erlangt werden kann wie in einer Einrichtung, die der Versicherungsträger bevorzugt.

Über die Klinik sollte eine von unabhängiger Stelle vorgenommene Zertifizierung vorliegen, die von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation anerkannt wurde. Die Aktion garantiert eine Therapie nach hohen und regelmäßig überprüften Qualitätsstandards.

Außerdem können Sie Ihren Antrag auch anhand der Online-Version stellen. Sollten Fragen beim Ausfüllen auftreten: alle Mitarbeiter der genannten Stellen unterstützen Sie gerne!

Bescheid - Wann und wohin?

Welche Maßnahme? Welche Einrichtung? Wie lange? In welchem Umfang? - Ist Ihrem Antrag stattgegeben worden, finden Sie Antworten auf diese Fragen in Ihrem Bewilligungsbescheid. Den genauen Termin erhalten Sie unaufgefordert von der Rehabilitationseinrichtung.

Grundsätzlich stehen aus Kostengründen ambulante und teilstationäre Leistungen vor stationärer Rehabilitation. Eine methodische Rehabilitation zieht sich in der Regel über drei Wochen hin und kann, falls erforderlich, über diesen Zeitrahmen hinaus verlängert werden. Wichtig für Berufstätige: Die daraus am Arbeitsplatz entstehenden Fehlzeiten gelten als arbeitsunfähig erkrankt.

Die Befürwortung oder Ablehnung des Antrags ist nach sozialmedizinischer Begutachtung und versicherungsrechtlicher Prüfung durchgeführt worden. Nach Eingang des Bescheids vom Leistungsträger besteht für den Betroffenen die Möglichkeit zum Widerspruch, falls er mit der Entscheidung des Versicherers nicht einverstanden ist. Der Widerspruch muss innerhalb eines Monats schriftlich beim Leistungsträger vorliegen. Um im anschließenden Widerspruchsverfahren neue Aspekte zu berücksichtigen, sollten plausible Gründe aufgeführt werden.