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Zahlen/Daten/Geschichte

Postleitzahl: 48493
Gesamtfläche: 57,16 km²

Einwohner: 8.151
  • davon weiblich: 4.086
  • davon männlich: 4.065
Konfessionelle Aufteilung
  • römisch-katholisch: 6.236
  • evangelisch: 960
  • sonstige: 955
Entwicklung der Bevölkerung
1939: 4.073
1950: 5.557
1960: 5.545
1970: 6.101
1980: 6.652
1990: 6.964
2000: 7.962
2004: 8.060
2009: 8.151

Wirtschaftsstruktur
Mittelständisches Gewerbe, Handel, Handwerk, Landwirtschaft

Lage
Nordwestliches Münsterland, unmittelbar an der Landesgrenze zu Niedersachsen (40 km bis Münster und 35 km bis Enschede - NL)

Autobahnanschluss
  • 10 km bis zur A 31 (Ruhrgebiet - Nordsee)
  • 15 km bis zur A 30 (NL - Bad Oeynhausen)
  • 30 km bis zur A 1
Name und Geschichte

Wettringen
Die Gemeinde Wettringen, gelegen im landschaftlich reizvollen nordwestlichen Münsterland, ist eine der ältesten Gemeinden der Region.

Die Kirche wurde um das Jahr 800 von Karl dem Großen gegründet und war Mittelpunkt eines ausgedehnten Kirchspiels und Urpfarre für die späteren Gotteshäuser der Umgebung.

Wettringen wurde erstmals 838 urkundlich erwähnt, als Ludwig der Fromme Kirche und Hof von Wettringen dem Nonnenkloster Herford schenkte. Die alte Bezeichnung Wettringens lautete Wateringas.

Im Mittelalter betrieben die Edelherren von Wettringen von ihrer Burg in Langenhorst aus den Aufbau einer eigenen Herrschaft.

Zu dieser Zeit hatte Wettringen eine eigene Gerichtsstätte, "Freistuhl" genannt. Die Gerichte erhielten vom Kaiser weitergehende Befugnisse und entwickelten sich so zu den Landfriedens- und Femgerichten.

Im November 1622 wird Wettringen vom Schrecken des 30-jährigen Krieges heimgesucht. Plünderungen und Brandschatzungen erfassen den Ort.

Manche Ansätze zu überörtlicher Geltung sind durch die Ungunst der Verhältnisse nicht zur Weiterentwicklung gekommen. So fand der Bau des Max-Klemens-Kanals in Klemenshafen 1771 sein Ende. Die Weiterführung an das niederländische Wasserstraßennetz wurde nicht verwirklicht, im Jahre 1840 wurde der Güterverkehr auf dem Kanal eingestellt.

Neben der Landwirtschaft spielten die Leinenweberei und der Leinenhandel, beginnend im 16. Jahrhundert, eine wichtige Rolle. Hieraus erwuchsen später zwei große industrielle Unternehmen. 1845 wurde die Tuchfabrik Cruse und Zeppenfeld erstellt, 1893 eröffnete die Fa. F.A. Kümpers eine Weberei. Die Weichen für die Industrialisierung der Gemeinde waren gestellt.

Am 10. Juni 1862 wurde der Westf. Bauernverein in Wettringen gegründet. Ein Findling vor dem Rathaus erinnert noch heute an die Gründung.

Die jetzige Pfarrkirche St. Petronilla wurde 1862/63 erbaut. Das älteste und wertvollste Kunstdenkmal in der Kirche ist der romanische Taufstein, der der Zeit um 1250 zugeordnet wird. Der Taufbrunnen hat heute noch seinen Platz in der Kirche.

Kurz vor dem Ende des II. Weltkrieges, der auch in Wettringen tiefe Wunden hinterließ, genau am 31. März (Karsamstag), rückten englische Panzer ein. Zwei Tage später quartierten sich die Soldaten im Ort ein und gaben erste Befehle an die Bevölkerung. Ende des gleichen Jahres setzte der Zustrom der "Vertriebenen" ein, vorwiegend Schlesier, insgesamt wurden über 1.200 Menschen aufgenommen.

Im Ortskern, nahe der neugotischen Kirche, steht auf historischem Boden in der Aa-Niederung das Haus Ahlers. Es ist ein altes westfälisches Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert, das nach der Wiedererrichtung im November 1987 eingeweiht wurde. Es dient heute als Heimathaus und Begegnungsstätte. Gleichzeitig ist dort der Verkehrsverein beheimatet.

Der Strukturwandel in der Textilindustrie hat dazu geführt, dass seit 1975 ein neues Industrie- und Gewerbegebiet im Norden der Gemeinde geschaffen wurde, wo inzwischen ca. 60 Firmen mit rund 1.000 Beschäftigten tätig sind. Besonders in den vergangenen 30 Jahren entstanden mehrere neue Baugebiete. Allein durch die Gemeinde wurden seit 1975 ca. 600 Baugrundstücke neu erschlossen und an Bauwillige veräußert.

Die Landwirtschaft hat in Wettringen nach wie vor eine große Bedeutung, wenn auch durch den Strukturwandel immer mehr Haupterwerbsbetriebe aufgeben bzw. als Nebenerwerbsbetriebe weitergeführt werden.

Wettringen wird auch durch die beiden Flussläufe "Steinfurter Aa" und "Vechte" geprägt, die im Ortsteil Bilk zusammenfließen.

In den vergangenen Jahren wurde das Naherholungsgebiet "Haddorfer Seen" mit Campingplatz modernisiert und im Rahmen der Regionale 2004 neu gestaltet. Vor allen Dingen in den Sommermonaten suchen dort viele Gäste aus dem Münsterland und dem Ruhrgebiet Erholung in einer beschaulichen Seen-Landschaft und dem weitläufigen Stovernschen Waldgelände.

Wettringen liegt zentral im Städtedreieck Münster (40 km), Enschede (35 km) und Osnabrück (50 km). Über den Bahnhof Rheine (13 km) ist Wettringen an das überregionale Schienennetz gut angebunden. Mit dem Flughafen Münster-Osnabrück, der in 30 Minuten erreicht werden kann, bestehen zahlreiche Flugverbindungen zu allen wichtigen Zielen in Europa.