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Geschichtliche Entwicklung

Die Großgemeinde Vöhl ist mit ihrem Gebiet im Wesentlichen deckungsgleich mit der mittelalterlichen Herrschaft Itter, die sich im Hochmittelalter im vormaligen Ittergau bildete.

Bodenfunde aus der Steinzeit, zahlreiche Hügelgräber beiderseits der Itter und südlich der Eder sowie ein Grabfund aus der Eisenzeit bezeugen eine sehr frühe und andauernde Besiedlung des Raumes seit der Steinzeit.

Im frühen Mittelalter gehörte der nördliche Teil der heutigen Großgemeinde zum westfälisch-sächsischen, der südliche Teil zum fränkisch-chattischen Stammesgebiet. Zahlreiche Burgplätze und Ortsnamen beiderseits der Eder erinnern an diese Grenze, ebenso wie die Sprachgrenze zwischen Mitteldeutsch und Niederdeutsch. Sie verläuft zwischen den heutigen Ortsteilen Buchenberg/Kirchlotheim und Ederbringhausen/Schmittlotheim.

Die Herrschaft Itter entstand aus dem Kerngebiet des alten Ittergaues mit den Itterburgen, zu dem 1227 das Gericht Ossenbühl aus dem Vogteibezirk der Vögte von Keseberg kam. In diesem Gebiet förderten die Edelherren von Itter die Ausdehnung der Grundherrschaft des Klosters Haina. Durch die Ermordung Heinemanns von Itter kam die Herrschaft Itter je zur Hälfte an Hessen und Mainz, die beide ihre Anteile an die Wolfe zu Gudensberg bzw. die Grafen von Waldeck verpfändeten.

Ab 1589 wurde die ganze Herrschaft Itter hessisches Amt, 1606 erhoben sowohl Hessen-Kassel als auch Hessen-Darmstadt Anspruch auf das Gebiet, das 1650 Hessen-Darmstadt zufiel. Es wurde durch Amtsschultheißen und Rentmeister verwaltet und war zeitweise Apanage hessischer Prinzen.

Nach dem Verfall der Itterburgen (um 1600) wurde Vöhl Verwaltungssitz und erhielt eine gewisse Residenzfunktion. Als Enklave vom Mutterland getrennt, war die Herrschaft in ihrer Entwicklung gehemmt. Durch die Verwaltungsreform im Großherzogtum Hessen-Darmstadt wurde aus dem Amt Herrschaft Itter im Jahr 1821 der Kreis Vöhl, welcher 1866 zu Preußen kam und 1886 durch Angliederung an den Kreis Frankenberg seine Eigenständigkeit verlor.

Nach der im Jahr 1970 in Hessen eingeleiteten Gebietsreform schlossen sich am 1. Februar 1971 die Gemeinden Dorfitter, Thalitter und Herzhausen zur Gemeinde Ittertal zusammen, Vöhl bildete zusammen mit Asel und Basdorf die neue Gemeinde Vöhl. Die Orte Buchenberg, Ederbringhausen, Harbshausen, Kirchlotheim, Niederorke, Oberorke und Schmittlotheim bildeten zum 1. Januar 1972 die Gemeinde Hessenstein. Marienhagen und Obernburg blieben zunächst selbständige Gemeinden.

Der letzte Schritt zur neuen Großgemeinde Vöhl erfolgte dann per Landesgesetz zum 1. Januar 1974: Hessenstein, Marienhagen, Obernburg, Ittertal und Vöhl wurden zur neuen Großgemeinde Vöhl zusammengeschlossen.