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Historisches und Gegenwärtiges

Erste Besiedlungsspuren von Bartmannshagen, Willerswalde und Kaschow sind slawischen Ursprungs.

1896 erwarb der Landwirt Arthur Becker das ehemalige Rittergut Bartmannshagen. Bis dahin war es im Besitz des Ökonomierates Carl Hecht und gehörte zum Regierungsbezirk Stralsund in der Provinz Pommern. Gemeinsam mit seiner ersten Frau Hedwig erbaute A. Becker 1907 ein neues Gutshaus. Gleichzeitig wurde das alte Herrenhaus teilweise abgerissen, ein Leutehaus, der Pferdestall sowie ein Gärtnerhaus entstanden. Neben der Landwirtschaft baute Becker eine Trakehner - Halbblutzucht auf.

1911 entschloss sich Becker, das Gut Bartmannshagen in Rentengüter aufzusiedeln. Er behielt ein 80 Morgen großes Restgut, die Guts- und Stallgebäude sowie den Park. Sein Ziel war, die Landflucht einzudämmen und die ländliche Bevölkerungszahl wachsen zu lassen. Der verbliebene Hof deckte in den Folgejahren die anfallenden Kosten nicht. Als Becker 1933 starb, war das Grundstück mit 42.000 RM belastet. Seine zweite Frau Antje versuchte, das Gut vor der Zerstückelung zu bewahren. Sie verpachtete es ab 1934 an die NSDAP-Kreisleitung zur Errichtung eines Landjahrheimes. Damit konnte die Zwangsversteigerung nicht verhindert werden, das Gut wurde parzelliert. In den Folgejahren diente das Gutshaus als Lazarett und später als Krankenhaus.

Heute befindet sich auf diesem Gelände die DRK-Krankenhaus Grimmen GmbH. Die modern ausgestattete Klinik am Rande der Stadt Grimmen ist ein Haus der Grund- und Regelversorgung mit 106 Patientenbetten und zahlreichen medizinischen Spezialisierungen. Im Mittelpunkt der ausgezeichneten medizinischen und pflegerischen Versorgung stehen immer die Genesung und das Wohlbefinden ihrer Patienten.

Willerswalde lässt noch deutlich den Charakter eines Gutsdorfes, mit Gutshaus und Park sowie den Tagelöhnerkaten erkennen. Die dorfbildprägenden Katen wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet. Sehenswert ist die Dorfkapelle, ein Feldsteinbau mit Fachwerkgiebel aus dem 19. Jahrhundert. 1996 wurde der Turm wieder errichtet und die Kapelle rekonstruiert. Im Jahr 2013 feierte der Ort Willerswalde sein 700jähriges Jubiläum.

Kaschow war ursprünglich ein reines Bauerndorf in landschaftlich reizvoller Gegend. Die dortige Kapelle ist ein Fachwerkbau aus dem 18. Jahrhundert. Auf dem Kirchhof findet man noch 16 Grabstellen aus dem 18./19. Jahrhundert sowie eine alte Linde. Eine sehr schöne Kastanienallee führt zur L30 Richtung Grimmen.

In den letzten Jahren ist in Kaschow eine moderne Golfanlage mit einem 18 Loch Mecklenburg-Vorpommern-Platz, einem 18 Loch Strelasund-Inselcourse sowie Übungsanlagen entstanden, auf denen man auch ohne Mitgliedschaft seinem Hobby frönen kann, für Anfänger werden auch Schnupperkurse angeboten.

Das ehemalige Pächterhaus wurde liebevoll zu einem kleinen feinen Golfhotel ausgebaut. Aus den Zimmern des Hotelneubaus hat man einen herrlichen Blick auf die Golfanlage und im Spa-Bereich kann man die Seele baumeln lassen. Der Landgasthof verwöhnt seine Gäste mit einer frischen, regionalen Küche.

Seit mehreren Jahren befindet sich auch ein kleines Museum in Kaschow - die Hammerscheune. Dieses "Museum zum Anfassen", das seine Türen nach Voranmeldung öffnet, zeigt Gegenstände des früheren bäuerlichen Lebens. In der Diele finden kulturelle Veranstaltungen statt, aber auch private Feste können hier gefeiert werden.

Die Orte Griebenow, Kreutzmannshagen, Willershusen und Klein Bisdorf liegen am östlichen Rand der Gemeinde Süderholz.

Vom Zisterzienserkloster Eldena in den Jahren nach 1219 gegründet, wird das Gut Griebenow 1248 erstmals urkundlich erwähnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg fiel es an die schwedische Krone. Königin Christine vergab das Gut als Lehen im Jahre 1648 an Gerdt Anthon von Keffenbrink, der für seine außerordentlichen Verdienste im schwedischen Staatsdienst unter dem Namen Rehnskiöld geadelt wurde. Als Kammerpräsident von Schwedisch-Vorpommern oblag ihm die Finanzverwaltung des Landes. Seit 1653 war er Kurator der Universität Greifswald. Er ließ in den Jahren 1648 - 54 die in ihrer Bauweise einzigartige Schlosskapelle mit der Familiengruft errichten und fand hier 1658 seine letzte Ruhestätte. Carl Gustav von Rehnskiöld, ein Sohn Gerdt Anthons, dem 1702 das Erbe zufiel, ist der Bauherr des Schlosses Griebenow, das in den Jahren 1702 - 1709 errichtet wurde. Als Feldmarschall gehörte er, wie sein Vater, zu den führenden Repräsentanten Schwedens in Vorpommern. Die Schlossanlage steht in ihrer Gesamtheit unter Denkmalschutz, die Parkanlage unter Bestandsschutz und stellt damit ein beeindruckendes Zeugnis deutsch-schwedischer Geschichte dar. 1993 wurden das Dach, der Dachstuhl sowie die Fenster erneuert und der Glockenturm wieder errichtet. Im Inneren des Schlosses befinden sich herrliche Stuckdecken, Kamine und Kachelöfen. In einigen Räumen sind mit Schnitzereien verzierte Holzwandschränke erhalten.

Seit dem 01.05.2003 ist der "Barockschloss zu Griebenow e. V." Eigentümer des Schlosses. Er bemüht sich seit 10 Jahren, das Schloss und den Park zu sanieren, zu nutzen und der Öffentlichkeit zugänglich zu halten. Daher finden jedes Jahr mehrere Themenmärkte sowie zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt. Von der Nutzung der Räume für regionale Vereine und private Festlichkeiten, wie Hochzeiten und Jubiläen bis zu hochkarätigen Konzerten, Theateraufführungen und Kunstworkshops sowie von Seminaren bis zu Konferenzen und festlichen Ballabenden für Studenten und Wissenschaftler, besonders der benachbarten "Ernst-Moritz-Arndt-Universität" Greifswald sowie Bildungsveranstaltungen für Wirtschaftsunternehmer aus ganz Vorpommern, entwickelt sich Schloss Griebenow immer mehr zu einem Begegnungszentrum auch über Ländergrenzen hinweg bis ins benachbarte Polen und Schweden. Im Park des Barockschlosses zu Griebenow befindet sich im früheren Marstall das Altenpflegeheim "Haus Kastanienhain" des Pommerschen Diakonievereins Züssow e. V.

Der Schlosspark, 1706 erstmals erwähnt, umfasst in seiner heutigen Ausdehnung etwa 14 ha. Beherrschendes Gestaltungselement ist ein Teich an der Nordseite mit einer künstlich angelegten Insel. Der Park besitzt einen herrlichen alten Baumbestand von Laub- und Nadelholzarten, wie z. B. Linde, Eibe, Blutbuche, Silberahorn, Gelbe Rosskastanie, Esskastanie, Schwarznuss, Platane, Ungarische Eiche, Nutka - Scheinzypresse und Hibalebensbaum.

Im "alten Dorf" erkennt man den historisch gewachsenen, dörflichen Siedlungskern des ehemaligen gutsherrschaftlichen Besitzes mit dem Schloss, seinen Nebenanlagen, der Schlosskapelle und der Parkanlage in einer historischen Geschlossenheit, wie man sie in Vorpommern nur noch selten findet.

Kreutzmannshagen wurde von deutschen Kolonisten im 13. Jahrhundert gegründet. Die Dorfkirche wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Im Dorf findet man einige alte Backsteinhäuser, den ehemaligen Wasserturm, die alte Schule und das Verwalterhaus. Das ehemalige Forstverwalterhaus, ein sehr schöner Ziegelfachwerkbau, befindet sich am Landweg zwischen Griebenow und Willershusen. Zahlreiche neue Eigenheime entstanden in Lückenbebauung.

Willershusen ist ein Reihendorf mit kombinierten Wohn-Stallgebäuden, welche um 1930 erbaut wurden. Von der Gutshofanlage blieben nur noch die Stallungen übrig. Der Ort bildet das Tor zu einer landschaftlich reizvollen und geschichtlich bedeutenden Gegend. Ca. 800 m nordöstlich von Willershusen, unterhalb des Ryckgrabens, befindet sich der dicht mit Mischwald bewachsene Burgwall. Er ist ein geschütztes Bodendenkmal. Burgwälle entstanden in Verbindung mit slawischen Siedlungen. Sie galten in kriegerischen Auseinandersetzungen oder Notzeiten als Zufluchtsorte für Menschen und Tiere. Der Wendenwall bei Willershusen ist als Erdaufschüttung heute noch gut erkennbar. In früheren Schriften bezeichnet man ihn mit dem Namen "Guttin". "...Guttin war eine Burg bei Willershusen am Ryck, die 1207 als äußerster Punkt der Westgrenze der Abtei des Klosters Eldena bezeichnet wurde ..." Auf dem Burgwall soll einst eine wendische Kastellanei und im späteren Mittelalter eine Burg gestanden haben. Bei Ausgrabungen um 1920 sind auf dem Wall eine Brunnenanlage, Feuerstellen, Topfscherben und Malsteine gefunden worden. Am Weg nach Willershusen und am anderen Ryckufer, auf der Feldmark von Gerdeswalde, ist eine große Anzahl von Tonurnen gefunden worden, die von den wendischen Bewohnern herrühren und deren Überreste bergen. Welche Geheimnisse der Burgwall noch verbirgt, bleibt weiteren Forschungen durch den Denkmalschutz vorbehalten.

Klein Bisdorf ist ein reines Klein- und Mittelbauerndorf. Die Gehöfte sind zumeist Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Die Mittelbauerngehöfte besitzen massive ziegelgedeckte Wohnhäuser mit zumeist rohrgedeckten Ställen und Scheunen. Bei den Kleinbauerngehöften sind in der Regel alle Gebäude rohrgedeckt und bestehen aus Fachwerk.

Was berichtet die Geschichte von den Orten Kandelin, Schmietkow, Zarnewanz, Lüssow und Groß Bisdorf?
Die erste schriftliche Nennung von Kandelin erfolgte in der Grenzbeschreibung des Zisterzienserklosters Eldena im Jahre 1248. Diese wurde im November desselben Jahres von Pommernherzog Wartislaw III. bestätigt. Aus dem Loitzer Steuerregister von 1343 geht hervor, dass Kandelin 24 Hufen Land hatte. Folgende Ritter wurden für die Bewirtschaftung des Landes benannt: Hermannus Tornow, Henricus und Johannes Stuve, Herwicus Lussow sowie Hennich Wüstenie. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) fiel die Gemeinde an Schweden. Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg (1675/78) wurde Candelin und somit auch die Kapelle stark verwüstet. Da die Kapellenkasse mit ihren 31 Gulden gut versteckt war, konnte diese nach kurzer Zeit wieder aufgebaut werden.

Nachdem Napoleon in unsere Region vorrückte (1806) gab der schwedische König dem Candeliner J. C. Bahls den Befehl, Stralsund bis zuletzt zu verteidigen. Napoleon ließ die Festung schleifen, Bahls wurde als Aufseher bestellt und 14 Tage später in seine Heimat entlassen. 1806 wurde Candelin dem Kreis Grimmen zugeordnet, vorher Kreis Loitz.

1936 wurde die Freiwillige Feuerwehr Kandelin gegründet. 1945 nach Beendigung des 2. Weltkrieges wurde das Rittergut über die Bodenreform an Neusiedler aufgeteilt. 1953 wurde Kandelin Großgemeinde mit den Dörfern Groß Bisdorf, Lüssow, Groß und Klein Zarnewanz sowie Schmietkow.

Seit den LPG-Gründungen 1960 entwickelte sich Kandelin rasant. So entstanden zwischen 1967 und 1993 viele Wirtschafts- und Wohngebäude, z. B. 21-WE-Block, die Arztpraxis, die Schule, die Milchviehanlage, Bergeräume, Traktoren- und Maschinenwerkstatt, die Bäckerei und Schlachterei, u. v. m.

Von 1953 bis 1993 diente das Gutshaus als Kindergarten und bis zur Amtsgründung als Gemeindeverwaltung. Heute bietet dieses hübsch sanierte Haus Wohnraum für mehrere Mietparteien.

In Kandelin befinden sich die Grundschule unserer Gemeinde sowie die Kindertagesstätte "Hummelnest". Das neu errichtete Funktionsgebäude am Sportplatz bietet dem SV Kandelin und seinen Gästen gute Bedingungen bei der Ausübung ihres Freizeitsports.

Groß Bisdorf ist ein sehr gut erhaltenes Bauerndorf mit kompletten Bauerngehöften sowie Kleinbauern- und Tagelöhnerkaten, welche im 18. und 19. Jahrhundert erbaut wurden. Sehenswert ist die Hallenkirche aus Backstein (erste Erwähnung 13. Jh.). Groß Bisdorf war und ist Anlaufpunkt für sämtliche kirchliche Belange. Im "Alten Pfarrhaus" finden viele Aktivitäten statt und der Garten sowie der Spielplatz werden von vielen Besuchern genutzt.

Lüssow ist ein Gutshof, dessen Charakter noch deutlich zu erkennen ist.

Schmietkow ist ebenfalls ein alter Gutshof. Das um 1900 errichtete Gutshaus wurde 1996 durch die Gesellschaft "Dach över'n Kopp" rekonstruiert. Menschen mit Suchtproblematik sollen dort in einem weitgehend normalen Umfeld mit fachkundiger Unterstützung tragfähigere Lebensstrategien entwickeln und lernen. Der Ort ist Ausgangspunkt für Wanderungen zu den Großsteingräbern.

Zarnewanz ist ähnlich aufgebaut wie Groß Bisdorf, jedoch ohne Kirche. Heute erkennt man noch gut erhaltene Groß- und Mittelbauerngehöfte, die abseits des Dorfkernes liegen.

Das Gebiet um die Orte Klevenow, Barkow und Boltenhagen wird landschaftlich durch die Poggendorfer Trebel, den Park in Klevenow und die in der Feldmark zahlreich anzutreffenden Feuchtbiotope geprägt. Hier befindet sich die Autobahnabfahrt Grimmen-Ost, an der man seit Juli 2007 in einem Schnellrestaurant einkehren kann. Am Eingang des Industrie- und Gewerbestandortes "Pommerndreieck" direkt an der A20 befindet sich auch eine Tankstelle. Auch ein Betrieb zur Herstellung von Trockenfrüchten hat sich hier etabliert.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Clevenow im Jahre 1387. Hans von Wakenitz, Hauptmann der Burg Grimmen und Vogt des pommerschen Grenzlandes Grimmen und Tribsees, wurde 1484 vom pommerschen Herzog mit der Burg Clevenow belehnt. Im Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) wurde die Burg Clevenow stark zerstört. Die Umgestaltung der Burg zu einem in der Region bedeutungsvollen Schloss wurde in der Folgezeit in Etappen vorgenommen. Kurz nach 1650 soll die heutige Kapelle auf einem Teil des Burgwalls erbaut worden sein. Etwa zur gleichen Zeit wurden die Schlossmauer und das Eingangsportal errichtet, welche noch heute die Anlage zur Straße hin abgrenzen. Im Jahre 1816 heiratete die Tochter des damaligen Besitzers von Klevenow den schwedischen Obersten von der Lancken auf Boldewitz/Rügen und seit dieser Zeit trugen die Besitzer des Schlosses den Doppelnamen von der Lancken-Wakenitz. Etwa 1850 ließ der Schlossherr die bis dahin bestehenden Wälle abtragen und die Burggräben verschütten. Er legte um das Schloss herum einen 60 Morgen großen Park an, in den er die Trebel, ausgedehnte Teiche und Weideflächen mit uralten Eichen einbezog.

Nach dem 1. Weltkrieg ließ Malte Freiherr von der Lancken-Wakenitz einen Erweiterungs- und Umbau des Herrenhauses vornehmen. So war Klevenow mit dem Herrenhaus, Park, Wald, Hauptgut und seinen Nebengütern jahrhundertelang nicht nur einer der ältesten, sondern auch einer der schönsten Familienbesitze Pommerns. Im Jahre 1945 wurde das Schloss von der Gemeinde übernommen und diente dann zuerst vor allem als Wohnsitz der vielen Umsiedlerfamilien. Es wird bis heute für Wohnzwecke genutzt. Zwischenzeitlich waren die Arztstation, die Poststelle, ein Konsum und Versammlungsraum im Schloss untergebracht.

Im Schlosspark findet man noch heute viele wertvolle und seltene Gehölze. In den Jahren 1987 - 1989 wurde der Park teilweise saniert. Eine umfassende Parksanierung wurde ab Herbst 1993 vorgenommen und 1995 mit den dringendsten Arbeiten abgeschlossen.

Im Park befinden sich die naturnah gelegene Kindereinrichtung "Guck mal fix & dreh mal fix", der Fußballplatz sowie die Sportlerunterkunft. Der Fußball hat eine lange Tradition in Klevenow. 2009 feierte der FSV Klevenow sein 40-jähriges Bestehen. Die ruhige Lage der Kindereinrichtung mitten im Park, umgeben von Wasserarmen und großen alten Bäumen, fern von allem Straßenlärm, sind ideale Voraussetzungen für einen unbeschwerten Aufenthalt im Freien. Durch die Kontaktaufnahme zu einem schwedischen Kindergarten lernen die Kinder fremde Kulturen, Sitten und Gebräuche kennen und schätzen.

Die Geschichte von Barkow wird hauptsächlich durch die Existenz eines Domänenvorwerks und späteren Domäne Barkow geprägt. 1846 war "Barkow-Hof" ein Ort mit 6 Häusern und 82 Seelen. Ab 1850 hatte J. E. Harder die Domäne gepachtet. Der spätere Pächter Meisenburg ließ mit großem finanziellen Aufwand umfangreiche Meliorationsarbeiten auf den Feldern durchführen. Von 1940 - 1945 führte Max Harder, der Mann einer Meisenburg-Tochter, die Wirtschaft. 1945 fanden viele Familien aus den östlichen Gebieten in Barkow ein neues Zuhause und im Laufe der Bodenreform 1946/47 erhielten die dortigen Familien je eine Siedlungsstelle mit 7,50 ha Land und etwas Weidefläche. Im Jahre 1960 wurde eine LPG Typ I gegründet und 1972 wurden alle Bauern dem VEG (S) Klevenow angegliedert bzw. traten dem VEG bei.

In den letzten Jahren hat sich in Barkow einiges verändert. Neue Eigenheime wurden errichtet und weitere Häuser rekonstruiert. 1995 erhielt die Dorfstraße eine Schwarzdecke. Ebenfalls 1995 wurde der Teich saniert und das Teichumfeld neu gestaltet.

In Boltenhagen gab es eigentlich zwei Regionen, d. h. den beiden Gütern waren auch gleich die dort arbeitenden Menschen mitzugeordnet. So war das vordere Gut (bei der heutigen Bushaltestelle) "adlig" und das hintere Gut (rechts am Ausgang aus Boltenhagen) "allodial", d. h. etwa soviel wie "frei veräußerliches und vererbbares Privateigentum an Boden..." Die Pächter wechselten oft. In Boltenhagen gab es einst eine Kapelle, die im Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) zerstört wurde. 450 Jahre war das Gut der Lehnsitz der Familie von Schmalensee, bis der Besitz aufgrund einer hohen Schuldenlast auf die Familie von Behr überging. 1890 übernahm Franz Briest die Wirtschaftsführung des Rittergutes Boltenhagen (allodial).

Das 1850 - 1870 entstandene Gutshaus wurde Ende des 19. Jahrhunderts mit zwei Anbauten aus Backstein versehen, um günstigere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu schaffen. Das andere Gut (adlig) gehörte zum Besitz derer von der Lancken-Wakenitz. Nach Kriegsende wurde Boltenhagen aufgesiedelt und etwa 48 Siedlerstellen mit je 7 ha Land geschaffen. Die zum Allodialgut gehörende Schnapsbrennerei wurde noch bis 1951 durch Herrn Wittholz betrieben und dann von der Aufsichtsbehörde stillgelegt.

Die Landschaft um die Ortschaften Neuendorf, Wüsteney, Wüst Eldena, Prützmannshagen und Behnkenhagen ist gekennzeichnet durch große Ackerflächen mit zahlreichen Söllen und Wasserlöchern. Ein größeres Grünlandgebiet zieht sich, einem Bachlauf folgend, von Behnkenhagen nordwärts in die Ryckniederung. Ein kleines Waldgebiet, das Heidenholz, liegt im nordwestlichen Bereich der Gemeinde.

Man kann davon ausgehen, dass die Neuendorfer Scholle von niederdeutschen Ansiedlern gerodet und urbar gemacht wurde. Als "neues Dorf" ist es nach 1250 von niederdeutschen Kolonisten angelegt worden. Aus einer Urkunde vom 12. Juli 1276 geht hervor, dass Fürst Wizlaw II. von Rügen dem Kloster Ivenack das Dorf Neuendorf im Lande Loitz schenkt. Der Ort ist mit "Niendorp" benannt. 1337 fiel das Dorf an die Greifswalder Familie Letzendz. Neuendorf gehörte laut Bederegister von 1343 dem Kirchspiel Groß Bisdorf an (25 Hufen, Greifswalder Bürgerrecht). Thomas Katzow, 1533 Vikar in Groß Bisdorf, führte mit anderen die Reformation in Pommern ein. 1648 fiel die Region an Schweden. 1677, während des Schwedisch-Brandenburgischen Krieges, wurde Neuendorf zerstört. Nach Ende dieses Krieges lebten nur noch zwei Bauernfamilien im Ort. Dieser Zustand änderte sich erst 1684. 1720 hatte Neuendorf wieder einen kleinen Wohlstand erreicht.

Neuen wirtschaftlichen Aufschwung gab es mit dem Bau und der Inbetriebnahme der Greifswald - Grimmener - Eisenbahn, welche durch den Preußenkönig 1895 genehmigt wurde. Der erste Zug fuhr 1896, der letzte 1945. Nach Beendigung des 1. Weltkrieges pflanzten die Neuendorfer eine Linde, in Hoffnung auf Frieden. In der Chronik steht, dass es in der Neuendorfer Region viele Windmühlen gab, welche nach und nach stillgelegt und abgebaut wurden. Auf Neuendorf hatte die Bodenreform 1945 keine direkten Auswirkungen, da das Neuendorfer Vorwerk im Jahre 1905 von der Rentenbank gekauft und in 21 Rentenstellen aufgeteilt wurde und es sich bei dem Ort um eine Altbauernsiedlung handelte.

Der Dorfkern ist sehr schön an einem Bachlauf gelegen. In dem vorhandenen erschlossenen Wohngebiet gibt es noch einige wenige freie Baustellen. Für die jüngsten Neuendorfer befindet sich die Kindertagesstätte "Findus" in Neuendorf. Im Vereinshaus "Gösselstuv" werden viele Aktivitäten für Jung und Alt organisiert. Auch ein Arzt hält hier regelmäßig seine Außensprechstunde ab. Alljährlich findet hier das mittlerweile überregional bekannte Bikertreffen statt.

Wüsteney, die nach Otto Wostenye benannte Siedlung, entstand in den Jahren 1320/25. Dies lässt sich mit einer Urkunde, die vom Rügenfürsten Wizlaw III. gezeichnet wurde, bestätigen. Das Geschlecht stammte aus Hinterpommern und starb 1546 aus. Aus einem Bederegister von 1343 kann man entnehmen, dass Wüsteney zum Kirchspiel Sassen gehörte und 28 Hufen groß war. Wüsteney war zu der Zeit ein Dorf mit 5 Rittersitzen und gehörte zur Vogtei Loitz. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort völlig verwüstet. Vor dieser Entvölkerung lebten hier 12 Bauern. 1648 wurde der Ort nach Groß Bisdorf gepfarrt. 1686 fiel das Dorf an Sassen zurück und hatte 1705 die alte Anzahl an Höfen. Unter der schwedischen Verwaltung wurde Wüsteney Adelsbesitz, blieb somit Rittergut. 1927/28 wurde das Rittergut mit der Landgemeinde Behnkenhagen vereint.

Das ehemalige Gutshaus wurde von der Gemeinde saniert und bietet seinen Mietern nunmehr sehr gute Wohnbedingungen.

Wüst Eldena wurde als "Eldenow" höchstwahrscheinlich von slawischen Stämmen gegründet, welche im 7. Jahrhundert in diese Region einwanderten und die Niederungsgebiete oder Ränder von Flussläufen für ihre Siedlungszwecke nutzten. Deutsche Siedler mieden diese Stellen. Erste urkundliche Erwähnung des Ortes war im Jahre 1323. Johann de Gristow verpachtete die Siedlung an die Stralsunder Brüder Papenhagen. Johann de Gristow war direkter Nachfahre von Rügenfürst Jaromar I. und die Familie war reich in der Gegend begütert, so in der Vogtei Loitz die Burg Gristow und in Eldena mit dem festen Schloss Ekberg. Um beide Befestigungsanlagen liegt ein Schleier von Geheimnissen, da sie bei Streitigkeiten der Familie mit Greifswald von diesen zerstört wurden. 1326 wurde das Dorf von Wartislaw IV. tauschweise an den Greifswalder Bürger H. Lange übereignet. Nach seiner Wahl zum Bürgermeister, zwischen 1338 und 1349, verschenkte oder verkaufte er Eldena an die Stadt Greifswald. Im 15. Jahrhundert befand sich der Besitz bei der Familie Gorslaw aus Greifswald. Nach dem Dreißigjährigen Krieg unter schwedischer Verwaltung wurde der Ort martrikuliert. Nach dieser Landvermessung 1697 heißt es: "... dass Eldenow ein Bauerndorf, bestehend aus 9 Höfen und einer Kapelle war ..." Während des nordischen Krieges wurde Eldena zerstört und heißt seitdem Wüst-Eldena. Später wurde der Ort nicht wieder als Dorf, sondern als Vorwerk aufgebaut. Die Kapelle wurde 1712 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Von 1841 bis 1945 verpachtete die Stadt Greifswald ihr Gut an mehrere Pächter. Der letzte Pächter 1912 - 1945 war Jürges, der viele neue Wohnungen und Wirtschaftsgebäude errichten ließ. 1927 wurde Wüst-Eldena mit der Landgemeinde Neuendorf vereint. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gut während der Bodenreform an die Neusiedler aufgeteilt.

Prützmannshagen und Behnkenhagen wurden um 1343 von deutschen Siedlern gegründet. Prützmannshagen ist ein altes Gutsdorf, wobei die Wohnhäuser des Ortes weit voneinander entfernt liegen. Behnkenhagen ist ein Bauerndorf. Sehenswert sind die alte Schule sowie mehrere Gehöfte mit Fachwerk und Krüppelwalmdach, die meist zwischen 1800 und 1900 erbaut wurden.

Landschaftlich unterscheidet sich das Gebiet um Poggendorf, Wüstenbilow und Gülzow-Dorf von den anderen durch seinen Waldbestand (Süder- und Norderholz). Der Wald besteht zu ca. 70 % aus Nadelgehölzen, teilweise Schonungen mit feuchten Böden und einzelnen Abschnitten mit Laubgehölzen. Im Süder- und Norderholz befinden sich zahlreiche von der Forstwirtschaft angelegte Feuchtbiotope, das Gülzower Moor (Feuchtbiotop und Krötenschutzgebiet) sowie die Schafwäsche (Feuchtbiotop). Diese bieten Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere. Im Bereich des Süderholzes befinden sich mehrere Großsteingräber, sogenannte Großdalmen, welche Zeugnisse der ältesten Besiedlung unserer Region sind. Diese stammen meist aus der Jungsteinzeit, dem Neolitikum (3000 - 1800 v. u. Z.).

Einige Hügel- und Großsteingräber, die sich auf den Ackerflächen befanden, sind leider abgetragen worden. Durch Poggendorf verlaufen die Bundesstraße 194 und die Landstraße 26 Glewitz - Greifswald. Sehenswert sind die Kapelle aus dem 15. Jahrhundert sowie einige Fachwerkhäuser. Poggendorf ist seit 1993 Verwaltungssitz, zunächst des Amtes Süderholz und nun der jetzigen Gemeinde Süderholz.

Die Ortsnamen Rakow, Bretwisch, Dönnie, Grischow und Grabow gehen auf die slawische Besiedlung zurück. So bedeutet Rakow = Krebsort, Grabow = Weißbuche, Bretwisch = Birkenort und Dönnie = Sumpfort.

Wie lange es den Ort Rakow gibt, ist unbekannt. Er wurde zum ersten Mal 1232 erwähnt. Aus der Urkunde vom 31.10.1232: "... Wartislaw, Herzog der Slawen, verleiht dem Kloster Doberan in den Ortschaften Groß- und Klein Rakow und Bretwisch bis zu 30 Hufen mit Wiese und Wald ... Gegeben zu Demmin, am 31. Oktober im Jahre des Herrn 1232."

Den Bau der Kirche in Rakow datieren Forscher auf das Jahr 1238. Sie ist somit die älteste Kirche im Landkreis Nordvorpommern. Bereits 1343 muss in Rakow blühendes Leben geherrscht haben. Das geht aus einem Heberegister des Landes Losiz (Loitz) hervor, in dem die Größe der Ortschaften angegeben wird. Die Bedeutung des Ortes im Mittelalter wird durch das Vorhandensein einer Rakower Straße in Grimmen und Greifswald bezeugt. Klein Rakow stellte zu dieser Zeit ein ansehnliches Dorf dar. Hier waren Handwerker wie Schuster, Schneider, Krüger, Tischler, Stellmacher, Schmiede, Fleischer und Bäcker angesiedelt. Es gab sogar Markttreiben.

Am 15. Mai 1871 wurde zum Ende des Deutsch-Französischen Krieges auf dem Rakower Dorfplatz die Friedenseiche gepflanzt. Ein wichtiges Ereignis war der Bau der "Berliner Nordbahn" von 1874 - 1878, Rakow wurde Zielort für den Reiseverkehr und den Güterumschlag der umliegenden Gemeinden. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren Schulen in Rakow, Dönnie und Bretwisch. Bis 1945 gab es auf dem Gebiet der Gemeinde vier landwirtschaftliche Güter mit Größen von 450 bis 900 ha. Außerdem betrieben 28 Bauern Landwirtschaft auf ihren Höfen.
1945 entstanden durch die Bodenreform 185 Siedlungen. Von 1948 bis 1954 wurden in der Gemeinde 67 Siedlungshäuser gebaut. 1952 wurde die Gemeinde Bretwisch Rakow angeschlossen.

Der Bahnhof ist heute Haltepunkt für Regional- und Nahverkehrszüge an der Strecke Stralsund-Neubrandenburg- Berlin. Seit 2004 lädt das Vereinshaus "Zum Torfstecher" zum Verweilen sowie zu zahlreichen Veranstaltungen ein.

Bretwisch war eine Groß- und Mittelbauernsiedlung. Der Ort ist landschaftlich schön in einem Niederungsgebiet gelegen, welches sich von Rakow aus in südwestlicher Richtung über den Roten Brückengraben in das Burggrabengebiet und von dort in das Landschaftsschutzgebiet Trebeltal fortsetzt. Erste Nennungen des Ortes führen in das Jahr 1232 zurück. Sehenswert ist die Dorfkirche, die in neogotischen Formen 1852 erbaut wurde. Der Kirchhof mit dem Backsteinportal und der umgebenden Mauer wurde um 1500 angelegt. An der Stelle der heutigen Dorfkirche stand bis 1852 eine Kapelle. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Kriegerdenkmal und gut erhaltene Fachwerkbauten.

Grabow und Grischow sind ehemalige Güter. In Grischow befindet sich ein Wohn- und Übergangsheim des Gartenhaus e. V. - eines psychosozialen Trägers, der in Nordvorpommern mehrere Einrichtungen für psychisch kranke Menschen unterhält.

Dönnie ist ein ehemaliges Gut mit weiträumig stehenden Bauerngehöften und Gebäuden des Gutes. Wiesen sowie Gärten und Teiche füllen die Zwischenräume, wodurch der Ort etwas verträumt wirkt. Im 16. Jahrhundert hatte Dönnie eine Kapelle mit Friedhof, welche heute nicht mehr existieren. Es gibt einige sehenswerte Bauerngehöfte.