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Grußwort

Nünchritz 2012

Mit der Beurkundung von Abgaben an das Kloster Hain am 29.09.1312 trat Nünchritz als villa Nuncharicz dicta vor 700 Jahren in seine schriftliche Geschichte ein. Das war nicht der Anfang der Zeit, denn archäologische Funde bis zurück in die Zeit um 4000 v. Chr. belegen sehr konstant die Besiedelung des rechten Ufers der Elbe in Gemeindegebiet.

700 Jahre schriftliche Geschichte heißt nicht, dass 700 Jahre feinsäuberlich zu Papier gebracht und nachvollziehbar wären. Bei weitem nicht. Es kostet viel Enthusiasmus, Mühe und Wissen, um die Dokumente zu finden, zu lesen und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Gemeinde bewerten zu können.

Im Ort Nünchritz waren die Ortschronisten bisher offensichtlich nie sehr eifrig. Ergebnisse sporadischer Erforschung der Ortsgeschichte sind vorhanden. Doch ein tiefgründigeres Gesamtbild lässt sich derzeit daraus noch nicht formen, denn so manche Arbeit ist im Lauf der Zeit auch wieder verloren gegangen. Erhalten geblieben sind die kleinen Festschriften zum 20. Jahrestag der DDR 1969 und aus Anlass der 660 Jahrfeier 1972 sowie drei chronologische Abrisse in Broschüren der Gemeinde nach der Wende 1990. Ein kleiner Bildband vom Verlag Europäische Bibliothek in Zaltbommel (Niederlande) zeigt Postkarten und Fotos aus der Gemeinde mit dem Gebietsstand zwischen 1994 und 2003, damals zusammengestellt vom Freundeskreis Heimatgeschichte e. V. und mit Beschreibungen von Rosemarie Hermes versehen.

Chronistische Aufzeichnungen in bestimmten Zeiträumen sind eher in den Ortsteilen wie Zschaiten, Leckwitz und Goltzscha zu finden. Eine historisch fundierte Festschrift entstand zur 800 Jahrfeier von Diesbar-Seußlitz im Jahr 2005 unter Federführung von Gerd Ulrich.

Festschriften zur Schulgeschichte Merschwitz und zur Entwicklung des TSV Merschwitz von Gerhard Putzger und von Eberhard Naumann liegen gedruckt vor.

Nünchritz 2012 zeigt viele Gesichter. Diese Gesichter sind sehr individuell und alle von eigenem Alter, eigener Schönheit und Weisheit geprägt.

700 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung sind der Gemeinde Anlass, ihr Gebiet im Jahr 2012 in Geschichte und Gegenwart durch Schrift und Bild mit dem heutigen Kenntnisstand darzustellen. Auf eine umfangreiche Festschrift wird verzichtet.

Das vorliegende Heft soll einstimmen auf eine Vielzahl von Themen zur Ortsgeschichte, die in Zukunft erforscht werden können und sollen. Anliegen der Gemeinde ist es dabei, die Ergebnisse dieser Forschungen öffentlich zugängig zu machen, um sie zum Gemeingut der Nünchritzer Einwohner werden zu lassen. Erste Einzelhefte zur Ortsgeschichte, deren Herausgeber die Gemeinde Nünchritz ist, werden zur 700 Jahrfeier vom 28.09. - 30.09.2012 angeboten. Sie erscheinen unter dem Titel "Historische Hefte der Gemeinde Nünchritz" im A5 Format zum Sammeln und nach individuellem Interesse zusammenstellbar.

Mein Dank als Bürgermeister gilt allen, die sich dem Erforschen der Heimatgeschichte verschrieben und sich um sie verdient gemacht haben. Mögen die Resultate dieser Arbeit Anregung für kommende Generationen sein, diesem Teil des Lebens weiterhin Beachtung zu schenken. Heimatverbundenheit kann nur dem entstehen, der seine Heimat kennt. Dazu gehört auch ihre Geschichte.

"Wenn man sich nicht an die Geschichte erinnern kann,
ist man verurteilt, sie zu wiederholen."

George Sand Jenner (amer. Philosoph)

Dank allen Nünchritzern, die mit ihrer täglichen Arbeit, ob im Beruf, im persönlichen Umfeld oder im gesellschaftlichen Engagement dazu beitragen, dass die Gemeinde mit allen ihren Ortsteilen eine liebens- und lebenswerte Gemeinde bleibt.

Gerd Barthold
Bürgermeister

Weitere Informationen über die Gemeinde Nünchritz
finden Sie auch unter http://www.nuenchritz.de