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Die Geschichte von Lützelbach

Lützelbach wurde erstmals 1160 erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt wird ein Reitz von Lützelbach als Vogt des Klosters Fulda genannt. Seine Stammburg stand auf dem heutigen Kirchberg in Lützel-Wiebelsbach. Durch die Gemeinde verlief in Nord-Süd-Richtung der Odenwald-Limes. Überreste sind noch an Erdwällen und Fundamenten erkennbar. In der Nähe des alten Sportplatzes von Lützel-Wiebelsbach waren bis vor wenigen Jahren Reste eines römischen Kastells sichtbar. Älteste der sieben im Gemeindebereich stehenden Kirchen ist die Evangelische Kirche in Rimhorn. Die Kirche war ursprünglich eine romantische Saalkirche, deren Entstehung im 10. Jahrhundert vermutet wird.

Die Gemeinde Lützelbach mit ihren Ortsteilen Lützel-Wiebelsbach, Seckmauern, Haingrund, Breitenbrunn und Rimhorn wurde im Zuge der Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre gebildet. Am 01. Februar 1971 haben sich die ehemaligen Gemeinden Breitenbrunn und Lützel-Wiebelsbach zur Gemeinde Lützel-Wiebelsbach zusammengeschlossen. Am 01. Januar 1972 wurde die Gemeinde Rimhorn auf Beschluss der Gemeindegremien in die Gemeinde Lützel-Wiebelsbach eingegliedert. Am 01. Februar 1971 haben sich die ehemaligen Gemeinden Haingrund und Seckmauern zur Gemeinde Steinbachtal zusammengeschlossen. Am 01. August 1972 wurden die Gemeinden Steinbachtal und Lützel-Wiebelsbach auf Beschluss der Landesregierung zur Gemeinde Lützel-Wiebelsbach vereinigt.

Seit dem 01. Juli 1973 trägt die Gemeinde den Namen Lützelbach.

Lützel-Wiebelsbach

Lützel-Wiebelsbach, Sitz der Gemeindeverwaltung, ist ein Doppeldorf. Zwei Dörfer, Lützelbach (1165 "Lützelbach") und Wiebelsbach (1237 "Wibelspach"), sind in den letzten hundert Jahren allmählich zusammengewachsen. Das Resultat ist ein verzweigtes, offenes Dorfgebilde von der Form eines Hufeisens, in dessen Mitte freie Flächen übriggeblieben sind. In Lützel-Wiebelsbach, das auffallend viele Maurer und Bauhandwerker aufwies, wohnt heute knapp die Hälfte der Gemeindebevölkerung. Lützelbach ist eine der ältesten Siedlungsplätze der Dynastenfamilie Reitz von Lützelbach, die die Herrschaft Breuberg begründeten. Ihre erste, schon frühzeitig verlassene Burganlage ist im 19. Jahrhundert durch Grabungen im Bereich der evangelischen Kirche ermittelt worden. Die Kirche ist umgeben vom Friedhof, auf dem noch um die Mitte des 19. Jahrhunderts erhebliche Reste einer früheren Burganlage mit Wehrturm, Mauerring, Wall und Graben sichtbar waren, der Überlieferung nach Reste der ältesten Breuberger Herrenburg der Adelsfamilie Reitz von Lützelbach. Teile dieser Befestigungen können im östlichen Trakt der Friedhofsummauerung enthalten sein.

Seckmauern

Der Ortsname Seckmauern wurde zum ersten Mal im sogenannten Koppelfutterregister aus der Mitte des 13. Jahrhunderts (etwa 1248) erwähnt. Das Koppelfutter war eine Hausabgabe an den obersten Gerichtsherrn, den Erzbischof von Mainz. Seckmauern gehörte damals gemeinsam mit Walderlenbach (heute das Unterdorf von Haingrund) zur Zent "Zur Eiche". Wie so viele Orte, wurde auch Seckmauern durch den 30-jährigen Krieg, und zwar im Jahre 1635, von der Pest heimgesucht. Ungefähr 20 Jahre nach Ende des 30-jährigen Krieges wurde mit der Wiederbesiedlung von Seckmauern begonnen. Aus dem ursprünglichen stark landwirtschaftlich geprägtem Ort wurde ein reines wohnorientiertes Dorf. In Seckmauern herrscht ein Weinklima vor, und es ist als Ausgangspunkt für Wanderungen in das bayrische Maintal gut geeignet.

Haingrund

Über die Geschichte zur Entstehung des Dorfes Haingrund gibt es viele Thesen, die im Laufe der Jahrhunderte angesammelt wurden. Sehr häufig wurde in diesen Thesen erwähnt, dass Haingrund aus dem ehemaligen Dorf Walderlenbach entstanden ist. Der Namenswechsel von Walderlenbach zu Haingrund muss sich im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert vollzogen haben. Haingrund liegt genau wie Seckmauern in einem Seitental des Maintals. Besonders zu erwähnen ist noch, dass Teile des römischen Limes auf der Anhöhe Richtung Vielbrunn zu sehen sind.

Breitenbrunn

Die erste Erwähnung Breitenbrunns geht auf ein Güterverzeichnis aus dem Jahre 1120 zurück, nach dem dem Domstift Bamberg in Breitenbrunn neu gerodetes Land, eine Kirche sowie der Marktzoll gehörte. Daraus ergibt sich, dass Breitenbrunn im ausgehenden Mittelalter über ein eigenes Marktrecht verfügte. Es wird vermutet, dass sich der alte Marktplatz auf dem erhöhten Gelände der Kirche und des Friedhofes mit seinen mächtigen Mauern befand. Dort stand auch bis vor einigen Jahren eine uralte Linde, deren Krone in eine dreistufige Form gebracht war. Das Bildnis dieser Linde zierte auch das ehemalige Gemeindewappen. Ab 1426 ist es möglich, die Familien Breitenbrunns kennen zu lernen. In diesem Jahr wohnten 26 Familien im Ort. Wie Seckmauern wurde auch während des 30-jährigen Krieges Breitenbrunn von der Pest heimgesucht. Aus dem einstigen Bauerndorf ist ein Dorf, das überwiegend Wohnzwecken dient, geworden. Noch einige alte Gebäude lassen das einstige Ortsbild erkennen. Stellvertretend sind hier die Johanneskirche aus dem Jahr 1785 sowie das ehemalige Schulhaus aus dem Jahr 1880 zu erwähnen.

Rimhorn

Ein westlicher Ausläufer des Gemeindegebietes ist der Ortsteil Rimhorn. Die erste urkundliche Erwähnung des alten rodensteinischen Dorfes stammt laut Hessischem Hauptstaatsarchiv im Oculus memorie I des Klosters Eberbach aus dem Jahre 1211. Damit konnte Rimhorn im Jahr 2011 auf eine 800jährige belegbare Geschichte zurückblicken. In Rimhorn steht die Älteste der insgesamt sieben Kirchen im Gemeindegebiet. Diese war ursprünglich eine romanische Saalkirche, deren Entstehung im 10. Jahrhundert vermutet wird. Etwa um das Jahr 1000 n. Chr. wurde dem Schiff der Chor hinzugefügt und 1523 eine Sakristei angebaut. Mit dem Pretlack`schen Hofhaus beherbergt Rimhorn ein zweites kulturhistorisch bedeutsames und ortsprägendes Gebäude, das die Gemeinde im letzten Jahrzehnt grundlegend saniert und für Zwecke der Dorfgemeinschaft umgebaut hat.