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Geschichtliche Entwicklung

Das Kranenburger Land war über viele Jahrhunderte hinweg Grenzland - im Mittelalter zwischen den Herzogtümern Geldern und Kleve, in der Neuzeit zwischen der niederländischen Republik und Brandenburg-Preußen und seit über hundert Jahren zwischen den Niederlanden und Deutschland. Die Grenzlage hemmte die wirtschaftliche Entwicklung. Erst in den letzten Jahrzehnten verlor die Grenze mehr und mehr an Bedeutung. Heute profitiert Kranenburg von seiner Lage mitten im zusammenwachsenden Europa.

Schon seit der Jungsteinzeit (um 5500 bis 2200 v. Chr.) lebten Menschen im Raum Kranenburg. Dies ist durch Bodenfunde belegt. Sowohl die anschließende Bronzezeit wie auch die Eisenzeit sind durch Funde in fast allen Ortsteilen dokumentiert. Um die Zeitenwende war das Kranenburger Land Teil des römischen Niedergermanien. Die ältesten, noch heute durchgehend genutzten Straßen im Gemeindegebiet sind die "Römerstraße" und die "Alte Bahn". Nach den Römern traten spätestens zu Anfang des 5. Jahrhunderts die Franken am Niederrhein die Herrschaft an. Schon für das frühe 8. Jahrhundert sind urkundlich viele niederrheinische Ortsnamen bezeugt, unter anderem auch die Namen der heutigen Kranenburger Ortsteile Mehr, Niel und Nütterden. Sie dürften die ältesten Siedlungen im heutigen Gemeindegebiet sein.

Der Hauptort Kranenburg ist deutlich jünger. Die Siedlung lag südöstlich einer Burg, die im Jahr 1270 erstmals urkundlich erwähnt wird. Sie gehörte dem Grafen von Kleve, der zugleich Vogt des Stiftes Zyfflich war und das ganze Gebiet seiner Grafschaft einverleibte. Kranenburg hatte bereits vor 1294 Stadtrechte erhalten. Zu dieser Zeit gab es schon länger eine Pfarrkirche in Kranenburg. Wirtschaftlichen Aufschwung brachte dem Landstädtchen die seit 1308 einsetzende Wallfahrt zum Hl. Kreuz. Den vielen Pilgern und den Stiftherren, die 1436 von Zyfflich nach Kranenburg übersiedelten, verdankt der Ort seinen großen spätgotischen Kirchenbau. Das 15. Jahrhundert markiert die Blütezeit der Stadt.
Durch Erbfall 1609 fiel das Kranenburger Land mit dem Herzogtum Kleve dem Kurfürstentum Brandenburg zu. Die französische Herrschaft von 1794 bis 1814 blieb Episode, bewirkte aber nachhaltige Veränderungen in Verwaltung, Wirtschaft und Recht. Nach dem Wiener Kongress (1815) gehörte Kranenburg wieder zu Preußen, seit 1871 zum Deutschen Reich. In der Endphase des Zweiten Weltkriegs, 1944/45, war das Kranenburger Land bis zum erfolgreichen Durchbruch der Alliierten im Februar 1945 Frontgebiet. Während dieses Zeitraumes wurden sämtliche Ortschaften durch die Kampfhandlungen schwer in Mitleidenschaft gezogen; die Bevölkerung war von Oktober 1944 bis April 1945 größtenteils evakuiert.
Von 1945 bis 1969 bildeten die Gemeinden Kranenburg, Wyler und Zyfflich das Amt Kranenburg im neuen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die Dörfer Mehr und Niel gehörten in dieser Zeit zum Amt Rindern. Seit dem 1. Juli 1969 besteht die heutige Gemeinde Kranenburg im Nordwesten des Kreises Kleve - mitten in Europa.