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Geschichtliche Entwicklung

Die lieblichen Vorberge am Westrand des Harzes umrahmen fruchtbares Land, das von vielen Bächen durchflossen wird, die sich zur Aue vereinen. Hier liegen die Dörfer Dögerode, Düderode, Eboldshausen, Echte, Kalefeld, Oldenrode, Oldershausen, Sebexen, Westerhof, Wiershausen und Willershausen, die seit 1974 die Gemeinde Kalefeld bilden.

Hier ist altes Kulturland. Funde aus der Jüngeren Steinzeit verraten, dass das Land schon 4000 Jahre vor Christus besiedelt war. Später wohnten hier die Cherusker, jener germanische Stamm, der die Römer besiegte. Nach ihnen kamen die Sachsen. Aus dem alten germanischen Heiligtum am Kahlberg und nahe den Wöllersteinen, von dem viele Sagen erzählen, entstand in frühchristlicher Zeit die Weißenwasserkirche, eine Taufkirche für das soeben christianisierte Gebiet. Sie ist noch heute das Wahrzeichen des Auetals und lockt viele Besucher an.

In das Licht der Geschichte tritt das Halafeld (Kalefeld) durch eine Urkunde Kaiser Arnulfs von 889, eines Urenkels Karls des Großen. Das Wort Hala = Salz deutet auf Bodenschätze hin, von denen später das Eisenerz bei Dögerode im Tiefbau und die Braunkohle bei Düderode/Oldenrode im Tagebau gefördert wurden. Damals gehörten die Dörfer zum Rittegau, kirchlich zum Erzbistum Mainz. Erzbischof Heinrich I. weihte 1145 die nach einem Brande wiedererbaute Weißenwasserkirche und erhob die Kapelle Sebexen zur Pfarrkirche. Später herrschten hier die Northeimer Grafen, deren Erbin Richenza, Gemahlin Kaiser Lothars III. (1125-1137) wurde, durch die das Land an ihren Enkel, Herzog Heinrich den Löwen von Sachsen, kam. Er behielt es auch nach seinem Sturz durch Kaiser Friedrich Barbarossa und vererbte es seinen Nachkommen, die sich Herzöge von Braunschweig-Lüneburg nannten.

1279 teilten die Herzöge ihr Land und die Dörfer kamen an die Linie Braunschweig-Grubenhagen, deren Fürsten in Osterode residierten. Sie richteten Ämter als Verwaltungsbezirke ein, darunter das Amt Westerhof, wo fortan ein Amtmann auf der malerisch gelegenen Ritterburg amtierte. Die Adelsgeschlechter in den Dörfern Westerhof, Sebexen und Oldenrode waren bis auf die von Oldershausen ausgestorben, einige waren Kanoniker am Reichsstift Gandersheim geworden: 1294 Daniel von Westerhof, 1314 Heinrich von Sebexen, 1329 Berthold von Oldenrode, 1350 Engelhard von Weißenwasser und 1385 Gottschalk von Willershausen.

Seit dem Mittelalter besitzen alle Dörfer eigene Kirchen, die zum Teil recht stattlich sind. 1544 hatte Herzog Philipp die evangelisch-lutherische Reformation eingeführt und eine Kirchenvisitation vorgenommen.

Nachdem die Linie der Herzöge von Grubenhagen ausgestorben war, kam das Amt Westerhof an ihre Vettern, die sich Herzöge von Braunschweig-Calenberg, später Kurfürsten und Könige von Hannover nannten. 1859 wurde das Amt Westerhof aufgehoben und in das Amt Osterode, später Kreis Osterode, eingegliedert. 1866 fiel ihr Land an Preußen, seit 1949 gehört es zum Land Niedersachsen. Seit der Kreisreform 1977 gehört die Gemeinde Kalefeld zum Landkreis Northeim.

Die hervorragende verkehrsstrategische Lage - direkt an der A 7 - haben Weltunternehmen wie die Robert Bosch GmbH, die aus der Ortschaft Willershausen den gesamten Weltmarkt mit Ersatzteilen für Elektrowerkzeuge versorgt sowie die RKW SE mit einem kunststoffverarbeitenden Betrieb in der Ortschaft Dögerode erkannt.

Durch bauliche Neuansiedlungen haben sich landschaftliche Veränderungen ergeben. Zu nennen sind hier die Fertigstellung der Ortsumgehung Sebexen, der Neubau eines Lebensmittelmarktes in der Ortschaft Echte, Biogasanlagen in den Ortschaften Echte und Westerhof, der Neubau von Seniorenheimen und im Bereich des Kahlbergs die Errichtung eines Funkmastes durch die Firma Vodafone. In den kommenden Jahren wird der 6-spurige Ausbau der A 7 und den dazugehörenden Rückhaltebecken die Landschaft weiter verändern. Für den weiteren Ausbau des für die Wirtschaft günstigen Standortes stehen Flächen (ca. 50 ha) im "Gewerbepark Kalefeld" in der Nähe der Autobahnabfahrt Nr. 68 der A 7 zur Verfügung. Ansprechpartner: Gemeinde Kalefeld.

In der Gemeinde Kalefeld leben derzeit um die 6.580 Einwohner. Die Gesamtfläche beträgt 84,10 qkm und wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Sehenswert sind unter anderem die Liebfrauenkirche in der Ortschaft Kalefeld, die Weißenwasserkirche (eine alte Taufkirche im Gebiet des sagenumwobenen Kahlbergs), die Wasserburg Willershausen und das Naturdenkmal Tongrube Willershausen. Dort wurden über 50.000 Versteinerungen von 500 Arten gefunden. Das Naturdenkmal, wo vor etwa drei Millionen Jahren ein kleiner, tiefer See gelegen hat, gilt nach jahrzehntelangen Forschungsarbeiten als Fundstätte von Weltruf und soll in Zukunft touristisch besser präsentiert werden. Eine weitere archäologische Sensation stellt das Schlachtfeld dar, das am Harzhorn entdeckt wurde. Dort, am Nordrand des Gemeindegebietes, fand eine Schlacht zwischen germanischen Verbänden und etwa 2 römischen Kohorten (rd. 1000 römischen Soldaten) statt. Diese Schlacht datiert nach Einschätzung von Archäologen aufgrund der dort gefundenen römischen Münzen im 2. Viertel des 3. nachchristlichen Jahrhunderts. Außergewöhnlich an diesem Fund sind sowohl der Fundort als auch die Vielzahl der Fundstücke. Die archäologische Aufarbeitung dieses Fundgebietes hat erst begonnen und wird neben den reinen Funden noch viel Interessantes zutage fördern.

Im Gemeindegebiet ist in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Northeim ein Radrundweg "Kirchen und Kapellen" realisiert worden. Der sehr gut ausgeschilderte Rundkurs verbindet auf 35 km alle 13 Kirchen und Kapellen des Gemeindegebietes. Vor jeder dieser Kirchen ist eine Hinweistafel mit einem Bild aus dem Kircheninneren und interessanten Angaben zur Baugeschichte aufgestellt. Die Kirchen können besichtigt werden. Auch sind an der Wegstrecke gelegene interessante Gebäude mit Hinweistafeln für Radfahrer und Touristen ausgestattet worden.

In der Ortschaft Düderode befindet sich eine Freizeitanlage mit Campingplatz, beheiztem Freibad, Beachvolleyball- und Boulefeld sowie Minigolfanlage. Weitere Möglichkeiten zur Sportausübung sind in fast allen Ortschaften vorhanden. Die Auetalhalle in Willershausen steht für sportliche Aktivitäten und für kulturelle und gesellige Veranstaltungen jeglicher Art mit ca. 500 Sitzplätzen zur Verfügung. Daneben besteht hier die Möglichkeit, in Sauna und Kegelbahn Abstand vom Alltagsstress zu gewinnen.

Für die vorschulische Kindererziehung stehen drei Kindertagesstätten mit Kindergarten, Krippe und Hort bereit, wobei von einer der Einrichtungen auch ein Waldkindergarten betrieben wird. Die schulische Bildung erfolgt in den zwei Grundschulen sowie der Oberschule in Kalefeld. Gymnasien und Berufsfachschulen befinden sich in den umliegenden Kleinstädten Northeim, Bad Gandersheim und Einbeck, die durch gute Verkehrsanbindung in 10 bis 15 Minuten zu erreichen sind.