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Zur Geschichte der Gemeinde

Die Gemeinde

Eingebettet zwischen Wald, Moor und Hunte bildet Goldenstedt die östlichste Gemeinde des Oldenburger Münsterlandes. Als aktives Gemeinwesen kommt Goldenstedt mit dieser Randlage jedoch keinesfalls eine periphere Bedeutung zu. Geografisch gesehen befindet sich der Ort im Mittelpunkt der Städte Oldenburg, Bremen und Osnabrück.

Auf eine fast tausendjährige Geschichte aufbauend, präsentiert sich die Gemeinde heute als moderne und leistungsstarke Kommune, die ihren Bürgern viel zu bieten hat: eine attraktive Wohnlage, wohnortnahe Arbeitsplätze, viele Freizeiteinrichtungen und eine funktionierende soziale und kulturelle Infrastruktur. Für Gäste stellt sich Goldenstedt, die südlichste Gemeinde des Naturparks "Wildeshauser Geest", als Ort mit hohem Erholungswert dar.

In der Gemeinde Goldenstedt leben derzeit knapp 10.000 Einwohner. Der stetige Bevölkerungszuwachs ist vor allem auf Zuwanderungsgewinne zurückzuführen. Prognosen gehen von einer ungebrochenen positiven Entwicklung der Einwohnerzahlen in den nächsten Jahren aus.

Nach der Gebiets- und Gemeindereform von 1974, in der die damals selbstständige Gemeinde Lutten zu Goldenstedt kam, ergibt sich für Goldenstedt eine Fläche von rund 88 qkm. Neben dem Hauptort Goldenstedt und den Ortschaften Lutten und Ellenstedt gehören noch zahlreiche Bauerschaften zum Gemeindegebiet.

Die Gemeinde Goldenstedt hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Erstmals wurde im Jahr 1080 in einer lateinischen Urkunde der Name "Goldensteti" erwähnt. Hügelgräber, vorgeschichtliche Bodenfunde und die wohl einmalige Ringwallanlage Arkeburg zeugen von einer wesentlich früheren Besiedlung auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde. Die Geschichte des in 1974 eingemeindeten Ortes Lutten geht sogar zurück bis auf das Jahr 872, in dem in einer Urkunde erstmalig ein adeliges Gut in Lutten genannt wird. Eine Kirche in Lutten wird erstmals 1320 erwähnt. Die Bauerschaft Ambergen wird erstmals im Jahr 980 urkundlich erwähnt.

Goldenstedt wurde 700 Jahre lang von der sogenannten Zweiherrigkeit geprägt. An der Grenze der beiden Herrschaftsbereiche Vechta-Münster und Diepholz-Lüneburg gelegen, war Goldenstedt häufig der Austragungsort von Auseinandersetzungen der um die Hoheit ringenden Landesfürsten. Da das Große Moor eine schwer überwindliche natürliche Grenze bildete, führte der Weg zwischen Vechta und Diepholz über Goldenstedt, wodurch der Ort in das Interesse der jeweiligen Herrscher rückte. Statt einer klaren Grenzlinie gab es hier bis 1817 ein territoriales Mischgebiet. Erschwerend kam hinzu, dass die Diepholzer Untertanen protestantisch waren, die Untergebenen des Fürstbischofs von Münster jedoch der katholischen Kirche angehörten. Von 1650 bis 1850 gab es daher in Goldenstedt das wohl einmalige "Simultaneum mixtum". Trotz der unterschiedlichen Konfessionen traf man sich gleichzeitig in einer Kirche zu einem gemeinsamen Gottesdienst, der von einem katholischen Priester und einem lutherischen Küster durchgeführt wurde. Erst mit der Einweihung der neu errichteten evangelischen Kirche endete dieser Zustand.

Im Jahre 1818, wenige Monate nach der Beendigung der Zweiherrigkeit, begann die kommunale Selbstverwaltung in Goldenstedt, das zunächst als "Kirchspiel" und ab 1855 als "Gemeinde" bezeichnet wird.

Eine weitere Zäsur in der Goldenstedter Geschichte bedeutete das Ende des Zweiten Weltkrieges. Damals kamen etwa 2.200 Flüchtlinge und Vertriebene nach Goldenstedt und Lutten. In kürzester Zeit gelang es, für diese Menschen Wohnraum und Arbeitsplätze zu schaffen.

Das Wappen der Gemeinde Goldenstedt zeigt eine Holzaxt mit 6 Münzen. Die Axt deutet auf ein in alter Zeit bestehendes Holzgericht. Die rechts und links der Axt geführten Münzen weisen auf eine Sage hin, die zur Erklärung des Namens "Goldenstedt" dient. Danach empfingen die Untertanen des Grafen aus dem benachbarten Diepholz diesen mit seiner jungen Gemahlin, Tochter eines Schwedenkönigs, an der Grenze des Kirchspiels, dort, wo noch heute die Brücke über die Hunte führt. Die Jungvermählten warfen hier eine Menge Goldmünzen unter das Volk. Seit dieser Zeit führt die Brücke den Namen "Goldene Brücke" und die goldene Stätte den Namen "Goldenstedt".

In Zahlen
  • Einwohner (Stand: 01.06.2015): 9.549

  • Fläche: 88,5 km²

  • Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner/km²

  • Anzahl der Ortsteile: 10

Verkehrsanbindungen
  • Autobahn: A 1 (15 km)

  • Bundesstraßen: B 69 (12 km), B 51 (11 km)

  • NWB-Regionalbahnhöfe: Goldenstedt & Lutten

  • ICE/IC/IR. u. Güterbahnhof: Diepholz (25 km)

  • Internationale Flughäfen: Bremen (50 km),
    Münster-Osnabrück (70km)

  • Seehäfen: Bremen (50 km)