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Die Diemeltalsperre

Allgemeine Beschreibung und Technische Daten
Zusammengestellt von der TID anhand von Unterlagen des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hann. Münden.

Allgemeines

Die Diemeltalsperre wurde aufgrund des preußischen Wasserstraßengesetzes vom 1. April 1905 in den Jahren 1912 - 1924 erbaut. Sie gilt auch heute noch als Zubehör (Anlage) der Wasserstraße "Weser". Die Verwaltung und technische Betreuung der Talsperre mit Nebenanlagen wird vom Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden wahrgenommen.
Zweck der Talsperre: Der Diemelsee mit der Talsperre hatte ursprünglich 3 Zweckbestimmungen:

1. Schifffahrtsregelung
Anlass zur Errichtung der Sperre war der Bau des Mittellandkanals. Der See hatte in Zeiten niedriger Wasserführung der Weser das Speisungswasser für den Mittellandkanal zu liefern. Durch die Abgabe des Speisungswassers bis in das 250 km entfernte Minden wurden auch die bei Niedrigwasser sehr schlechten Fahrwasserverhältnisse der Oberweser verbessert. Seit Ende 1960 der Mittelweserausbau beendet wurde, ist ein ständiger und gleichmäßiger Ersatz für das entnommene Speisungswasser nicht mehr nötig. Daher richtet sich jetzt die Wasserabgabe vorrangig nach den Bedürfnissen der Oberweserschifffahrt.

2. Hochwasserschutz
Die Hochwässer werden im vorhandenen freien Stauraum im See aufgefangen und bis zum Bedarf in Trockenzeiten gespeichert. Durch Auffangen der Hochwassermassen wurde die früher große Hochwassergefahr im unteren Diemeltal spürbar gemildert.

3. Energienutzung
Das Wasserspiegelgefälle an der Sperrmauer wird zur Energieerzeugung ausgenutzt. In dem unterhalb der Sperrmauer am linken Hang befindlichen Kraftwerk stehen 2 Spiralturbinen mit einem Durchlauf von insgesamt 4 cbm pro Sekunde.

4. Fremdenverkehr/Freizeit
Im Laufe der Zeit hat sich am See eine intensive Sportfischerei, ein vielfältiger und umfangreicher Wassersport und ein lebhafter Fremdenverkehr entwickelt. Mit dieser weiteren Zweckbestimmung konnte beim Bau der Talsperre niemand rechnen. Die Ufer am See sind frei zugänglich.

Wasserwirtschaft
Einzugsgebiet Größe ca. 104 km² Niederschlagshöhe rd. 1.000 mm im Jahr Zuflussmenge ca. 60 Mill. m³ im Jahr Höchstwassermenge 114,4 m³/Sek. (Nov. 1890) Mindestwassermenge 35 l/Sek. (während der Bauzeit) Inhalt der Talsperre 20,05 Mill. m³ Hauptzuflüsse Diemel- und Itterfluß.

Anlagen der Talsperre

Staubecken
Wasserspiegel bei Normalstau: 376,20 m über NN
Länge (Diemelsee):
4 km diemelaufwärts
3,1 km itteraufwärts
Oberfläche: 1,65 km²
Stauraum: rd. 20 Mill. m³
Mindestinhalt: 5 Mill. m³
ermäßigter Mindestinhalt: 3 Mill. m³

Ausgleichsbecken (unterhalb der Sperre)
Länge: rd. 350 m
Breite: i.M 80 m
Inhalt: rd. 65.000 m³
Wasserspiegel bei Normalstau: 341,5 über NN

Bauweise der Sperre
Gekrümmte Schwergewichtsmauer aus Bruchsteinmauerwerk (Diabas) in Kalktrassmörtel. Der Diabas wurde dicht unter dem Gipfel des Eisenberges, der sich rechts von der Sperrmauer erhebt, gewonnen.

Abmessungen:
Höhe: rd. 42 m
Kronenlänge: 194 m
Kronenbreite: 7 m
Sohlenbreite: 31 m
Inhalt: 72.000 m³ Mauerwerk

Betriebseinrichtungen:
  • 1 Rohr am linken Hang, 150 cm, zur Speisung der beiden Turbinen = 4 m³/Sek.
  • 1 Grundablassrohr am rechten Hang, 135 cm = 30 m³/Sek.
  • 1 Reduzierstück = 10 m³/Sek.
  • 2 Reduzierstücke = 4 m³/Sek.
  • Außerdem kann durch Einsatz von Platten 3,2 l und 1/2 m³/Sek. durch das Grundablassrohr abgegeben werden.
  • 7 Hochwasserüberfälle, je 7,15 m lang, 1,1 m hoch = 114,4 m³/Sek.