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Birkenau Kerngemeinde

Geschichte

Birkenau wird bereits 795 im Lorscher Codex als "Birkenowa" in einer Grenzbeschreibung der Mark Heppenheim erwähnt. An der höchsten Stelle des Weschnitzufers erbauten die Lorscher Mönche eine kleine klösterliche Niederlassung, die Cella Birkenowa.

Heute steht dort die ev. Kirche. Verschiedene Ortsherren gingen in der wechselhaften Birkenauer Geschichte nicht gerade wohlwollend mit der Bevölkerung um. Gegen Ende des dreißigjährigen Krieges war Birkenau fast entvölkert. Landwirtschaft und Handwerk stellten über Jahrhunderte den Lebensunterhalt der Bevölkerung sicher. Die Enge der Tallage ließ die Entstehung größerer Betriebe nicht zu, so dass ein Großteil der Bevölkerung schon früh Beschäftigung in dem benachbarten Industrieballungszentrum Mannheim / Ludwigshafen oder im nahe gelegenen Weinheim finden musste. So entwickelte sich Birkenau hauptsächlich zu einer familienfreundlichen Wohngemeinde mit heute etwa 5.970 Bürgerinnen und Bürger.

Das historische Rathaus

Das historische Rathaus - erbaut 1552 - mit seinem reichen Fachwerk befindet sich direkt im alten Ortskern und lohnt einen Besuch. Im Scheitel des Sandsteingewändes der Eingangstür ist die Jahreszahl eingemeißelt. Das Gebäude diente als Gerichtshalle und Zehntscheuer. Neben der Hauptzugangstür ist noch der Pranger in Form einer Sandsteinkonsole mit Hals- bzw. Fußketten zu sehen, außerdem die Elle als Eisenmaß an der hölzernen Eingangstür. Die Ostseite mit dem Eingang und der Nordgiebel sind besonders reich mit Andreaskreuzen verziert. Die hervortretenden Fenster, die das Rathaus zieren, wurden vom Bildhauer Pitro im Jahre 1908 durch Schmuckelemente neu gestaltet. Der Marktbrunnen, ein runder Ziehbrunnen mit Überdachung, steht nördlich des Gebäudes. Am Fachwerkgebäude gegenüber des Alten Rathauses befindet sich eine 1. Gedenktafel, die an die während der Naziherrschaft ums Leben gekommenen jüdischen Mitbürger erinnert.

Schloss und Schlosspark

Ebenso ortsbildprägend ist das Barockschloss des Freiherrn Wambolt von Umstadt. Es handelt sich um einen recht einfach strukturierten, aber dennoch beeindruckenden zweigeschossigen Bau mit einem angegliederten Schlosspark.

Mit der Errichtung wurde 1765 durch den Speyrer Hofbaumeister Johann Leonhard Stahl in unmittelbarer Nähe eines Vorgängerbaus begonnen, bis 1779 wurde das Schloss schließlich durch den kurpfälzischen Hofbaumeister Franz Wilhelm Rabaliatti fertiggestellt. Umbauten erfolgten im 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts.

Der ursprünglich (ab 1767) nach französischem Muster gestaltete Schlossgarten wurde ab 1787 nach Plänen des bedeutenden Gartengestalters von Sckell in einen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild umgestaltet und durch den Bau der Verbindungsstraße zwischen Weinheim und Fürth im Jahr 1847 in zwei Teile geteilt. Der alte Baumbestand mit seinen zahlreichen sehenswerten Naturdenkmalen (Platanen und Eichen) prägt das Birkenauer Ortsbild.

Birkenau - das Dorf der Sonnenuhren -

das Schild mit der goldenen Sonne fällt sofort ins Auge, wenn man von Weinheim aus nach Birkenau kommt.

Birkenaus Sonnenuhren haben eine lange Tradition: Bereits in den 40-er Jahren des letzten Jahrhunderts begann der in Birkenau lebende Regierungsbaumeister a. D. Otto Seile mit der Konstruktion und dem Bau von Sonnenuhren. Die erste Sonnenuhr entstand an seinem Haus im Dornweg 22, wo sie auch heute noch zu sehen ist.

Viele Birkenauer waren von diesen geräuschlosen Zeitmessern begeistert und so rief Otto Seile damit einen wahren Sonnenuhren-Boom hervor, der weit über Birkenau hinausging. In ganz Europa und sogar in Amerika gibt es heute Sonnenuhren von Otto Seile.

Über 110 Äquatorial-, Horizontal- und Vertikalsonnenuhren prägen heute das Ortsbild von Birkenau und der aufmerksame Besucher wird sie an Hauswänden und in Gärten entdecken, manche groß und auffällig, andere eher unscheinbar oder hinter Bäumen und Büschen versteckt.

Auch in den letzten Jahren entstanden weitere Sonnenuhren, so z. B. die Handballer-Sonnenuhr an der Herrmann-Sattler-Halle am Langenberg oder die große Sonnenuhr im Hof der Sonnenuhren-Schule. Damit wird eine Tradition fortgesetzt, die hoffentlich noch lange Bestand haben wird und den Besuch Birkenaus zu einem außergewöhnlichen Erlebnis macht.

Begeben Sie sich mit der Familie oder mit Freunden auf eine individuelle Entdeckungsreise durch das Dorf der Sonnenuhren, vom kurzen Abstecher zu einigen besonders schönen Exemplaren bis zu einer Zwei-Stunden-Rundwanderung durch ganz Birkenau ist für jeden etwas dabei. Gerade Kinder finden es sehr spannend, immer wieder neue Sonnenuhren an der Hauswand oder in den Gärten zu entdecken.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter
www.sonnenuhren-birkenau.de.

Ansprechpartner für Führungen in Birkenau:
Sonnenuhren, Gebäude usw.
Adolf Frei
Telefon: 06201/32074