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Die "entschleunigte" Stadt

Penzlin Mitglied der internationalen Cittaslow-Bewegung

Eine außergewöhnliche Auszeichnung wurde Penzlin zu Beginn des Jahres 2013 zuteil. Die Stadt wurde im 750. Jahr ihres Bestehens Mitglied der internationalen Cittaslow-Bewegung. Zumindest im Norden und Osten Deutschlands kann das bisher keine zweite Gemeinde von sich behaupten. Der Ortsteil Marihn gehört bereits seit 2007 zu den Cittaslow-Gemeinden.
Cittaslow, sinngemäß übersetzt langsame Stadt, ist das internationale Netzwerk der Städte des guten Lebens. Die Vereinigung entstand aus der Slowfood-Bewegung und wurde am 15. Oktober 1999 in Italien ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist die Stärkung lokaler und regionaler Identität und eine bessere Lebensqualität für die Einwohner.
Nachhaltigkeit, die Bewahrung von Lokalem im Globalen und die Förderung des kulturellen Erbes, sind für Penzlin erklärte Ziele. Nützliches, Schönes und kulturell Wertvolles sollen in der Stadt und den Ortsteilen erhalten bleiben und gefördert werden. Die Orte sollen nicht nur ein angenehmer Platz zum Schlafen sein. Die vielseitige Arbeit in den Vereinen, kulturelle Höhepunkte wie Burgfest, Erntefeste oder das Lindenblütenfest bereichern das gesellschaftliche Leben, fördern den Gemeinschaftssinn und die Identifikation der Einwohner mit ihrer Stadt.
Langsame Stadt? Ist das nicht rückwärtsgewandt? Solche Fragen tauchen auf, wenn es um die Cittaslow-Bewegung geht. "Eine Slow Citty zu sein bedeutet nicht, die Zeit anzuhalten und ins Mittelalter zurückzukehren" halten die Gründer der Bewegung entgegen. "Wir wollen nicht im Museum leben. Wir streben die Balance zwischen Moderne und Tradition an, weil sie ein gutes Leben ermöglicht. Wir versuchen ein neues Klima zu schaffen, einen völlig neuen urbanen Lebensstil".
Schwerpunkte der gesellschaftlichen Entwicklung in Penzlin sind Umweltpolitik, Infrastrukturpolitik, urbane Qualität, Aufwertung traditionell lokaler Erzeugnisse, Gastfreundschaft, Cittaslow-Bewusstsein und landschaftliche Qualität.
Die Nutzung alternativer Energiequellen, Fußgängerfreundlichkeit, behindertengerechte öffentliche Räume sind einige Beispiele. Ein großes Kapitel ist Gastfreundschaft. Dazu gehören Toleranz und Weltoffenheit.
Die Bewegung möchte zum Bewusstseinswandel und Gemeinschaftsgefühl beitragen. Sie lebt durch vielfältige Initiativen der Bürger.
Penzlin ist dabei auf einem guten Weg. Durch sein reichhaltiges Vereinsleben, seine Bemühungen um die Nutzung regenerativer Energiequellen und große Fortschritte bei der Sanierung der Innenstadt findet die Stadt zunehmend über die Region hinaus Beachtung. Mit dem "Penzliner-Land-Markt" wurde 2014 im Ortsteil Alt Rehse ein weiteres Projekt gestartet, welches jährlich in einem anderen Ortsteil seine Fortsetzung finden soll. Auf diesem "Marktplatz der regionalen Möglichkeiten" zeigt sich das kreative Potenzial vieler Einwohner. Hier werden handwerkliche und künstlerische Traditionen lebendig gehalten und Vereine stellen ihre Angebote vor.
Die Einzigartigkeit unserer ländlichen Räume und ihre Natur nachhaltig zu erhalten, regionale Wirtschaftskreisläufe bewusst zu fördern, Tradition und Heimatliebe zu stärken, darin sehen die Stadt und viele ihrer Einwohner einen Beitrag, unsere Region zukunftsfest zu gestalten.